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Auf
dem Weg zu einem Drehort stößt der Wagen eines Filmteams frontal mit einem
anderen Vehikel zusammen. Als die Crew wieder zu sich kommt, muss sie
feststellen, dass sie sich in einer öden, kahlen Landschaft befinden, die
sofort an eine Wüste erinnert. Als niemand eine Erklärung findet, tauchen
plötzlich barbarenartige Kreaturen auf, die das Filmteam wie Vieh durch die
karge Landschaft treiben. Nach einiger Zeit wird ihnen bewusst, dass sie
sich nirgendwo anders als in der Hölle befinden. Der Teufel persönlich
bestraft jeden Einzelnen von ihnen für die Sünden, die sie in ihrem Leben
begangen haben, woraufhin sich den jungen Leuten ein Bild des absoluten
Grauens bietet: Auf einer Art riesigem Schlachtfeld werden Tausende und
Abertausende von Menschen von den Schergen des Teufels grausam gefoltert, in
Stücke gerissen oder verstümmelt. Als den Jungfilmern allerdings klar
wird, dass sie noch gar nicht tot sind, sondern nur im Koma liegen,
versuchen sie mit allen Mitteln, aus der Hölle zu entkommen. Doch da hat
der Teufel natürlich seine Einwände... |
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Wer
an asiatisches Horrorkino denkt, dem fallen meist sofort schwarzhaarige
Frauen mit weiß geschminkten Gesichtern ein, die aus dem Jenseits heraus
Rache üben. Durch den Boom von Filmen wie "The Ring" oder
"The Grudge" ist es einem kaum noch möglich, unvoreingenommen an
ein asiatisches Werk heranzugehen, ohne sofort die beiden genannten Titel im
Kopf zu haben. Doch mit "Hell - Gefangene des Jenseits" bringen
drei thailändische Regisseure etwas Abwechslung in die asiatischen
Genrebeiträge. Auch, wenn es sich dabei sicherlich nicht um ein Meisterwerk
handelt, so ist doch die Grundidee zumindest sehr interessant. Filme, die
sich die ganze Zeit über in der Hölle abspielen gibt es nicht all zu
viele. "Japanese Hell" würde mir da zwar spontan einfallen, doch
dieser war eher schlecht als recht, so dass er kaum eine Empfehlung wert
ist.
"Hell - Gefangene des Jenseits" verspricht viel phantastisches und
viel Effektarbeit, schließlich kann dem Zuschauer nicht jede beliebige
Kulisse als Hölle verkauft werden. Erstaunlich ist, dass der Streifen
anfangs nicht viel Zeit verschwendet, sondern den Autounfall gleich zu
Beginn zeigt, doch bevor es dann schleunig ab in die Hölle geht, erhalten
wir erst einen kleinen Rückblick, erfahren, wie es zu dem Unfall kam und
lernen einige Charaktere kennen. Dies zwar äußerst oberflächlich und kaum
weiter erwähnenswert, doch zumindest so, dass "Hell" wenigstens
noch ein Minimum einer Handlung hat. Und eigentlich ist eine richtige
Charakterisierung hier kaum weiter wichtig, schließlich geht es nur darum,
dass die Personen letztendlich in der Hölle landen, um mehr geht es in
"Hell" auch nicht.
Sobald die Szene mit dem Autounfall vorüber ist, macht sich erst einmal
Ernüchterung breit, denn die Hauptfiguren erwachen zuerst an einem Ort, der
so gar nicht an Fegefeuer und ewige Verdammnis erinnern will, sondern mehr
etwas von einer beliebigen, kahlen Wüste hat. Und wenn dann auch noch
seltsame Typen auftauchen, die an eine Mischung aus Samurai und Barbar
erinnern, dann fragt man sich endgültig, ob man sich hier einen Trashfilm
ansieht. Satan selbst sieht auch nicht viel besser aus. Obwohl wir hier also
mehr ein "Mad Max" Szenario als eine richtige Hölle haben, und
die dämonischen Höllenkreaturen sich sehr schnell als verkleidete
Thailänder herausstellen, kann "Hell" doch noch punkten, sobald
es ans Eingemachte geht und die Gruppe um ihr Leben kämpfen muss.
Wie erwähnt gibt es einige Szenen, bei denen auf einem riesigen Feld
unzählig viele Menschen von den brutalen Schergen des Teufels gefoltert
werden. Dabei hat man sofort das Gefühl, dass die drei Regisseure Tanit
Jitnukul, Sathit Praditsarn und Teekayu Thamnitayakul mit den Werken des
Deutschen Filmemachers Olaf Ittenbach vertraut sind, denn an diesen erinnern
die fast schon episch angelegten Höllenfolterein sofort. In allen nur
erdenklichen Arten und Weisen werden Menschen gequält und verstümmelt,
Brustkörbe mit Hämmern zertrümmert, wehrlose Opfer in Lavabäder getaucht
oder in Stücke geschnitten. Dass der Streifen mit einer Freigabe ab 16
wegkam, grenzt an einem Wunder. Sehr explizit und detailliert bekommt man
die Gewalt zwar nie zu sehen, doch meist sind die diversen Folterungen sehr
gut im Hintergrund zu erkennen, auch wenn sich das Geschehen nie ganz auf
sie fixiert, sondern mehr an den Hauptprotagonisten haftet. An und für sich
gibt es sicher blutigere Filme als "Hell", doch der Bodycount ist
hier dennoch extrem hoch, so dass schwache Gemüter ihre Finger von diesem
Werk lassen sollten.
Was außerdem an "Hell" zu gefallen weiß, ist der fantasylastige
Gehalt des Werkes. Dass der Film Übernatürliches bietet, dürfte schon
anhand der Inhaltsangabe klar werden. Zwar nicht so sehr, dass das Ganze die
Bezeichnung Fantasyfilm verdient, doch Freunde des phantastischen kommen auf
ihre Kosten. Auf spektakuläre Kulissen wurde leider weitgehend aus
Kostengründen verzichtet, ebenso sind die CGI Effekte nicht zu jedem
Zeitpunkt dem besten Maß der Dinge entsprechend, doch damit kann man leben,
schließlich ist "Hell" ein B-Movie und dafür schon
außerordentlich ansehnlich.
Die Schauspieler sind allesamt eher schlecht und als recht und zwar weil es
ihnen nicht gelingt, den Zuschauern ihre Charaktere auf eine sympathische
Art und Weise näher zu bringen. Zum Teil liegt das an den wirklich
grottenschlechten Darbietungen, manchmal aber auch einfach daran, dass die
Schauspieler vom Drehbuch keine bessere Rolle zugeschrieben bekamen. Wie dem
auch sei, im Großen und Ganzen fallen die eher ernüchternden
Schauspielerleistungen nicht all zu negativ ins Gewicht, da es darauf in
"Hell" nicht ausschließlich ankommt.
"Hell" dürfte für all diejenigen interessant sein, die sich für
härtere Horrorkost mit leichten Fantasy-Einschlägen interessieren. Die
interessante Story wurde, dem Budget bedingt, passabel umgesetzt und kann
insbesondere mit einer hohen Anzahl von Folterszenen aufwarten. Wer sich im
Allgemeinen nicht für asiatisches Kino begeistern kann, darf hier dennoch
mal einen Blick riskieren, "Hell" kann in keiner Weise mit den
ansonsten typischen Geisterfilmen aus Japan verglichen werden, die es
mittlerweile schon im Überfluss gibt. Dass der Film kein Highlight ist,
liegt schlichtweg daran, dass die Story nicht mehr bietet als 90 Minuten
Folter und obskure Samurai-Teufelsschergen, und zudem recht kompliziert
geschildert wird. Dennoch, für guten Durchschnitt reicht es allemal. |