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Die Familie
Callaway wird von dem tragischen und erschütternden Selbstmord der Mutter
Alison (Amy Irving) aus der Bahn geworfen, die sich eines Tages in der
Badewanne das Leben nimmt. Die kleine Emily (Dakota Fanning) trägt ein
ernstzunehmendes Trauma davon und ist fortan absolut in sich gekehrt und in
ihre eigene Welt zurückgezogen. Ihr Vater David (Robert De Niro) glaubt,
dass ein Umgebungswechsel das Beste wäre und zieht mit Emily in ein großes
Haus aufs Land. Dieser Schritt trägt allerdings nicht zu einer Besserung
bei, im Gegenteil. Schon bald berichtet Emily von ihrem Fantasiefreund
Charlie, was David allerdings alles anderes als glücklich stimmt. Zudem
scheint Emily ihrem Vater die Schuld am Tod ihrer Mutter zu geben.
Was
David jedoch noch weitaus mehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass Emily's
imaginärer Freund alles anderes als friedlich ist und sich schon bald durch
abscheuliche Taten zu Worte meldet. Nicht nur, dass "Charlie"
immer und immer wieder die Ereignisse aus der Nacht des Selbstmordes
nachstellt und Nachrichten an die Wand schreibt, er ertränkt zudem eine
Katze in der Badewanne. Obwohl für David natürlich feststeht, dass Emily
für die Taten verantwortlich ist, beteuert diese immer wieder ihre Unschuld
und behauptet, dass es das Werk Charlie's wäre. Der wahre Albtraum beginnt
allerdings erst, als dieser mysteriöse Charlie sein wahres Gesicht
offenbart und David Licht ins Dunkel der Geschehnisse bringt... |
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Das Problem an
Filmen wie "Hide and Seek", so viel kann ich jetzt schon verraten,
ist, dass sie einige Jahre zu spät dran sind. Heutzutage ist das
Horrorgenre so ausgeschöpft wie kaum ein anderes, da kann einen eine derart
simple Geschichte nicht einmal mehr zum Gähnen animieren, so ausgelutscht
ist sie schon. Dennoch, und das ist in diesem Fall die große Überraschung,
finden sich im Cast Namen wie Robert De Niro, Famke Janssen und Dakota
Fanning, und besonders bei erstgenanntem darf man ja immer mit etwas
Qualität rechnen. Allerdings steht auf der anderen Seite, dass De Niro in
den letzten Jahren beinahe ausschließlich in kommerziell
erfolgsversprechenden Filmen mitspielte und somit mehr aufs Geld aus zu sein
schien. Selbiges kann man auch zu "Hide And Seek" sagen. Es ist
lauwarmer Horror fürs Kino, der ein bisschen Geld in die Kassen fluten soll
und schnell wieder vergessen ist.
Erfreulich ist
jedoch, dass "Hide And Seek" das gewisse Etwas hat. Horror ist
für mich, wenn man in eine Geschichte eintauchen kann und sich einem die
Charaktere öffnen, was hier gegeben ist. Zudem vermittelt der dritte Film
des Schauspielers und Regisseurs John Polson ein gewisses Realitätsgefühl.
In "Hide And Seek" bewegen sich keine Einrichtungsgegenstände wie
von Geisterhand getragen durch die Luft, Fenster öffnen sich nicht von
alleine und es passiert auch nur sonst weniges, das nicht nachvollziehbar
wäre. "Hide And Seek" bietet einem Unterhaltung, die zuerst
übernatürlich angehaucht scheint, die sich dann aber letztendlich als sehr
bodenständig erweist.
Schon der
Ausgangspunkt der Handlung ist keinesfalls realitätsfern, sondern gerade
durch ihre Nachvollziehbarkeit irgendwie schmerzlich nachfühlbar. Ein
Ehemann und eine Tochter, die vom Selbstmord der Frau/Mutter hart getroffen
werden und anschließend zur Verdrängung umziehen, ist eine für einen
Horrorfilm plausible Einleitung. Auch die Tatsache, dass ein kleines
Mädchen vom Suicid der Mutter ein schweres Trauma davonträgt, kann man
verstehen und so ist auch die Sache mit dem imaginären Freund, der immer
bedrohlichere Formen annimmt, noch psychologisch erklärbar. Das Problem:
Das alles ist furchtbar dünn und es scheint so, als hätten sich die
Drehbuchautoren mit dem Nötigsten zufrieden gegeben.
Was aber wieder
eine Menge ins Positive führt, sind die überragenden Schauspieler.
"Hide And Seek" schafft es, sich mit Robert De Niro und Dakota
Fanning über Wasser zu halten und verlässt sich weitgehend auf das
gekonnte Spiel der Beiden. Es ist nie uninteressant, die Versuche des
Vaters, zu seiner Tochter durchzudringen, mitzuverfolgen. Obwohl Robert De
Niro fast schon etwas zu alt ist, um den Vater eines derart jungen Mädchens
zu geben, fällt einem dies beim Schauen nicht weiter störend auf, David
und Emily wirken wie eine sich nahstehende Familie. Um so unheimlicher ist
dann das Verhalten von Emily's scheinbarer zweiten Persönlichkeit, die als
Charlie immer beängstigender ihren Hass auf David zeigt. "Hide And
Seek" bewegt sich langsam vorwärts, da eben die Beziehung zwischen
David und Emily im Vordergrund steht, wahrer Horror wird erst im letzten
Drittel entfesselt. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch der
letztendlich Plot-Twist ist nicht gänzlich unvorhersehbar, doch er ist gut
und konsequent umgesetzt. Horrorfreaks dürften sich von der Auflösung des
mysteriösen Charlie-Rätsels nicht begeistert zeigen, doch wer noch nicht
so sehr im Genre bewandert ist, dürfte hiermit zumindest ein
Gänsehaut-Gefühl erleben. Auch für schwache Nerven ist die letzte Phase
des Streifens nicht wirklich geeignet, auch wenn an Blut und Eingeweiden
logischerweise gespart wird. Trotz einiger Gewaltszenen ist "Hide And
Seek" nicht sonderlich brutal.
"Hide And Seek" ist zum Einen für ein Publikum geeignet, welches
sich nicht jeden Tag die ultimative Horror-Dröhnung gibt, außerdem für
Filmkonsumenten, die sich mehr für die Charaktere, als für handfesten
Schauer interessieren. Die Geschichte ist für Genrekenner durchaus
vorhersehbar, was aber nichts am gelungenen Plot-Twist ändert. "Hide
And Seek" ist eine tragische Vater-Tochter Geschichte und stetig
ansteigender Horror in einem und kann so schon überzeugen. Kein Film, den
man gesehen haben muss, aber gerade wegen Robert De Niro und Dakota Fanning
einen Blick wert. |