|
Die
scheußlichen Bluttaten des Killers mit dem Fischermantel und dem Stahlhaken
haben sich zwar lange nicht mehr wiederholt, sind dadurch aber keineswegs in
Vergessenheit geraten. Noch immer spricht man nur hinter vorgehaltener Hand
von dem, was sich damals ereignete. Grund genug für die fünf Freunde Amber
(Brooke Nevin), Colby (David Paetkau), Zoe (Torrey DeVitto), P.J. (Clayton
Taylor) und Roger (Seth Packard), die Legende aufzugreifen und daraus einen
gemeinen Streich zu entwerfen. Am Unabhängigkeitstag inszeniert die Clique
auf einem Jahrmarkt einen Auftritt des vermeintlichen Killers, was
natürlich schnell für die geplante Panik unter den anderen
Jahrmarktsbesuchern sorgt. Blöderweise läuft bei dem Streich etwas schief,
was P.J. das Leben kostet und die Freundschaft der vier anderen zerbrechen
lässt.
Ein Jahr später haben Amber, Colby, Zoe und Roger nicht mehr all zu viel
Kontakt zueinander, jeder geht seinen eigenen Dingen nach. Kurz vor dem
Unglückstag, dem 4. Juli, erhalten die Vier plötzlich allesamt die
beunruhigende Nachricht "Ich weiß, was du letzten Sommer getan
hast". Für alle steht schnell fest, dass irgendjemand von ihnen das
abgemachte Schweigeabkommen gebrochen hat und so trifft man sich kurz
darauf, um den Nachrichten auf den Grund zu gehen. Schnell werden voreilige
Schlüsse gezogen, bis es plötzlich den ersten Toten gibt. Ist es wirklich
der Fischer, der erneut seinem blutigen Handwerk nachgeht? |
|
Immer,
wenn die werten Herren Produzenten in Hollywood keinerlei neue Ideen mehr
aufbringen können, wird den alles fressenden Filmkonsumenten eine weitere
Fortsetzung aufgetischt. So geschehen ist dies schon bei zahlreichen
Produktionen aus dem Horrorgenre, doch wieso zu "Ich weiß, was Du
letzten Sommer getan hast" noch ein Kapitel hinzugefügt werden musste,
ist selbst mir als Horrorfilmfan ein einziges, großes Rätsel. Zum Einen,
weil "Ich weiß noch immer, was Du letzten Sommer getan hast",
also das erste Sequel, bereits 8 Jahre zurückliegt und außerdem, weil der
Absatzmarkt für Teenieslasher heute längst nicht mehr so groß ist, wie er
es zur Zeit nach "Scream" war. Das jedoch dürfte auch den
Verantwortlichen von "Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer
getan hast" klar gewesen sein, denn mittlerweile hat die Reihe
endgültig den Sprung zum nichtssagenden Direct-to-Video Horror vollzogen.
Hatte Teil 1mit Jennifer Love Hewitt, Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe
und Freddie Prinze Jr. fast noch so etwas wie ein Staraufgebot zu bieten,
tummeln sich im Cast von Teil 3 nurnoch unbekannte Jungschauspieler, die
hierfür großteils zum ersten Mal vor der Kamera standen.
Aber nun gut, räumen wir mal all die Klischees beiseite, die besagen, dass
Fortsetzungen in der Horrorfilmwelt niemals an ihre Vorgänger heranreichen
können. Auch dieser Aufguss hat es zumindest verdient, dass man ihn sich
einigermaßen unbefangen zu Gemüte führt. Wer weiß, vielleicht ist es dem
recht unerfahrenen Regisseur Sylvain White tatsächlich gelungen, ein
überraschend gutes Highlight in den Kasten zu bringen, das seine Vorgänger
noch in den Schatten stellt? Tja, tut mir leid, aber wer das vermutet, der
glaubt wohl auch daran, dass die Teletubbies irgendwann ihren großen
Siegeszug in den Kinos feiern werden. "Ich werde immer wissen, was Du
letzten Sommer getan hast" bestätigt wie zu erwarten war bestens die
altbekannte Regel von der Fortsetzung und das hat sogleich viele Gründe.
Die Story ist nicht viel mehr als ein schlechter Witz und stellt die Frage
in den Raum, ob der Film überhaupt als Fortsetzung und nicht als Remake
gedacht war. Es wird genau die selbe Handlung wie im Original erzählt, auch
wenn hier die Tötung des Fischers und dessen Rache natürlich nicht mehr
vorkommt. Stattdessen ist der Killer mit dem Haken mittlerweile zu einer
urban legend verkommen, zumindest in den ersten 10 Minuten. Was im Anschluss
gezeigt wird, hat man so schon alles in Teil 1 gesehen, nur leider hat es
einen damals sogar noch halbwegs interessiert. Minimale Unterschiede sind
natürlich vorhanden, doch diese sind derart unbedeutend, dass man sich
schon wieder an die gute alte "Freitag der 13." Reihe erinnert,
bei der auch jeder Streifen dem anderen fast haargenau glich.
Eines, das muss man "I'll Always Know What You Did Last Summer",
so der Titel im Original, lassen: Man sieht ihm an, dass er im Jahr 2006
gedreht wurde. Alles wirkt modern und auf ein heutiges Publikum
zugeschnitten, vom Style her fühlte ich mich ein bisschen an das Remake von
"Texas Chainsaw Massacre" erinnert. Auch bei der Wahl der
Locations ließ man sich nicht lumpen, auch wenn der Film nun nicht mehr an
einem Städtchen am Meer, sondern in den Bergen spielt. Alles sieht schick
und kinotauglich aus, doch dass das nötige Budget eben doch nicht vorhanden
war, das sieht man Sylvain White's Regiearbeit anhand anderer Aspekte an.
Das größte Problem des Films ist sicherlich seine Ideenlosigkeit, die dem
Genrekenner schon nach 30 Minuten den besten Schlaf seit langem bescheren
dürfte. "Ich werde immer wissen..." klaut fröhlich von anderen
Slashern zusammen, setzt dies zu einem halbwegs passenden Ganzen zusammen
und fertig ist die Direct-to-Video Produktion. Ziemlich traurig, so etwas.
Die Geschichte ist so vorhersehbar wie das Ende von "Titanic", was
im Klartext bedeutet, dass White zuerst die typische "Wer ist der
Mörder" Frage stellt, und dabei fröhlich jeder Charakter im Film
beschuldigt wird, bis es anschließend zum "Wer stirbt zuerst"
Contest kommt. Hat man alles schon gesehen, will man nicht mehr sehen. Die
blutigen Szenen reißen dabei auch nichts mehr heraus, sind bestenfalls
Slasher-Standard. Auch hier: Keine Innovation, meist werden die Opfer
einfach erstochen.
Den absoluten Gipfel an Peinlichkeit erreicht der Streifen mit der
Auflösung, als sich herausstellt, dass es sich bei dem Mörder um einen
Zombie handelt. Dies ergibt keinerlei Sinn und macht das Ganze noch
dilettantischer als es ohnehin schon ist. Zu den Schauspielern muss ich
vermutlich nicht viele Worte verlieren. Es sind austauschbare
Jungschauspieler, bei denen es natürlich nur aufs Äußerliche ankam,
Schauspielerisches Talent ist jedoch nicht bei allen vorhanden.
"Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast" reiht
sich nahtlos in die Liste überflüssiger Horrorfilmfortsetzungen ein und
belegt dabei sogar einen der führenden Plätze. Zugegeben: Dank der netten
Optik und der altbekannten Machart kann man sich den Streifen noch ansehen,
bevor man stattdessen dank mangelnder Alternative 90 Minuten lang auf einen
schwarzen Fernseher starrt, doch wirklich überzeugen kann dieses Werk
wirklich nicht mehr. Das erste Sequel war ja noch ganz solide, doch hier ist
man beim austauschbaren Videothekenhorror angekommen, den man so schon
unzählige Male gesehen hat. Für Genre-Neulinge zu empfehlen, alle anderen
sollten sich nach etwas Besserem umsehen. |