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Trashfilm-Gott und Vielfilmer Jes(u)s
Franco („Eugenie de Sade“, „Großangriff der Zombies“ und
viele weitere) hat 1976 mit „Im Schatten des Mörders“ einen
für ihn typischen Schnellschuss für das Horror-Genre abgelegt. Die
Geschichte ist nicht von Monstern und Mysterien geprägt, vielmehr
handelt es sich um einen typischen Kriminalfilm, mit unübersehbaren
Slasher-Einflüssen, der angeblich nach einer Erzählung von Edgar
Allan Poe („The Cat And The Canary") verfilmt wurde. Der
Horror-Krimi erinnert an viele Filme, die es so in der Art schon
zigfach gegeben hat: Ein Mörder geht um und ein Polizist jagt ihn.
Anfänglich könnte man noch Mysteriöses hinter der Maske des
Mörders vermuten, doch aufgrund der Durchschaubarkeit des Streifens
beginnt man bald zu rätseln, welches Familienmitglied für das
kleine Gemetzel verantwortlich sein könnte. Und in der Tat, man
rätselt lange, gerade weil sich einige der Rollen als Täter
aufdrängen.
Etwas problematisch ist allerdings,
dass alles rund um das Haupträtsel eher langweilig inszeniert ist.
Große Spannungsmomente sucht man vergebens und auch atmosphärisch
bleibt einiges im argen. Franco hat zwar viel in Dunkelheit gefilmt,
um eine gruselige Stimmung zu erzeugen, die eingefangenen Bilder
wissen aber nicht ganz zu überzeugen. Zudem kommt das schlechte
Filmmaterial zum tragen, dass zwar schon einige Jahre auf dem Buckel
hat, aber dennoch viele Verschmutzungen und Farbschwächen aufweist,
die das Gucken nicht unbedingt qualitativ aufwerten. Klar, ein Film
aus dieser Zeit, mit einer gewissen Nähe zu Edgar Wallace Filmen,
darf nicht scharfgestochen aus dem DVD-Player kommen, aber die ein
oder andere Verunreinigung hätte man sicherlich digital
retuschieren können.
Interessant sind die Morde. Sie sind
nicht brutal in Szene gesetzt, was die FSK 16 Einstufung erahnen
lässt, aber sie werden durchaus intelligent rübergebracht. Die
Blutlosigkeit der Ermordungen liegt wohl nicht zuletzt an dem
knappen Budget des Films, aber immerhin hat man sich Gedanken
gemacht, wie man trotzdem etwas fesselndes in den Kasten bringt und
das muss hoch angerechnet werden. Unter dem geringen Budget hat wohl
auch das Casting der Schauspieler gelitten. Die Akteure geben alles
andere als eine Weltklasseleistung ab. Vielleicht kommt auch etwas
zum tragen, dass alle Rollen der Verdächtigen einen negativen
Eindruck hinterlassen und auch sonst niemand da ist, dem man im Film
etwas positives abgewinnen könnte. Die Schauspieler zählen nicht
unbedingt zu den unbekannten ihrer Berufssparte. Alberto
Dalbés („Die Nacht der offenen Särge“), William Berger („Djangos
Rückkehr“) oder auch Lina Romay („Killer Barbys vs. Dracula“)
schaffen es aber nicht eine überzeugende Leistung abzurufen.
Nach Betrachtung des Films muss man
nüchtern betrachten, dass „Im Schatten des Mörders“ nicht viel
mehr als Fließbandarbeit von Franco ist. Fast in gewohnter Manier,
nur etwas langweilig. Die Tatsache, dass das Label Epix den Film
ungeschnitten auf den Markt bringt, macht ihn nicht besser. Für
Liebhaber des guten alten Euro-Trashs ist er sicherlich sehenswert,
auch wenn der Trash-Faktor nicht sonderlich hoch ist.
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