Kidnapped

OT: Secuestrados
ca. 81 Minuten
Spanien 2010
 
Regie
Miguel Ángel Vivas
Darsteller
Guillermo Barrientos
Dritan Biba
Fernando Cayo
Martijn Kuiper
u.a. 
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Eine Familie ist voller Vorfreude, da sie ein neues Haus bezieht. Vater Jaime, Mutter Marta und Tochter Isa sind erstmals in dem luxuriösen Gemäuer im ruhigen Vorort. Als der Abend den ersten Tag gerade beenden will, passiert das Undenkbare:

Drei Verbrecher steigen in das Anwesen ein und nehmen die geschockten Insassen als Geisel. Der Gangster-Boss verschleppt das Familienoberhaupt, um Geld vom Automaten abzuheben. Tochter und Mutter werden mit den zwei restlichen Verbrechern zurückgelassen. Mit fatalen Folgen…



 

Das Geschriebene zur Story liest sich sicherlich wie ein x-beliebiger Film dieser Machart. Und in der Tat. Dramen mit Belagerungsthematik gibt es zuhauf. Sie sind recht günstig herzustellen und verlangen nicht zwingend schauspielerische Höchstleistungen. Höhepunkte des Subgenre sind zumeist alte Schinken. „Es begann um Mitternacht„ oder „Funny Games“ beispielsweise.

Doch nun macht sich ein junger Spanier daran, es den alten Klassiker zu beweisen. In seinem Langfilmdebüt bringt Miguel Angel Vivas die Zuschauer zum Staunen. Auch wenn das ein wenig auf sich warten lässt. Der Beginn des Streifens ist erst spannend, dann alles andere als außergewöhnlich. Wie in einem Fernsehkrimi, allerdings einem soliden, wird man in das Geschehen eingeführt, welches dann nicht sonderlich spannend oder fesselnd ist. Der Spannungsbogen nimmt sogar im Verlauf ab, da die Geschichte etwas zu trivial rüber kommt. Aber dann kommt das, auf was Vivas uns unbemerkt vorbereitet. Ein Ende, das sich gewaschen hat.

An dieser Stelle soll natürlich nichts vorweggenommen werden. Es gibt nur den Hinweis, dass sich „Kidnapped“ zu einem astreinen Terror-Film entwickelt. Die Intensität ist enorm und die Figuren glaubhaft. Auch wenn massiv mit Gangster-Klischees gearbeitet wird. Es gibt den eiskalten, berechnenden Boss, einen Psychopathen und einen Verbrecher mit schlechtem Gewissen.

Die Inszenierung geht in Ordnung. Handwerklich wurde gut gearbeitet. Die Kamera kommt sinnvoll zum Einsatz und ab und an gibt es passende Splitscreens. Das Tempo geht auch in Ordnung und verfügt über, wie bereits angedeutet, Steigerungspotential. Trotz unausgereifter Charakterbeschreibung können die Darsteller durch die Reihe überzeugen. Man merkt, dass man es hier mit Profis zu tun hat.

Zur Darstellung von Gewalt kommt es, wie man auf der KJ-Einstufen der DVD schließen kann. Die Szenen sind teilweise sehr heftig. Der Film entlädt sich quasi in purer Gewalt. Freunde des Splatters und des Gore werden auf ihre Kosten kommen.

„Kidnapped“ bringt zwar nichts wirklich Neues mit sich, funktioniert als Film aber ganz gut. Die Ideenlosigkeit wird mit der dargestellten Kompromisslosigkeit kompensiert. Somit kann man bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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Es begann um Mitternacht

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Bildmaterial
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