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Eine
Familie ist voller Vorfreude, da sie ein neues Haus bezieht. Vater
Jaime, Mutter Marta und Tochter Isa sind erstmals in dem luxuriösen
Gemäuer im ruhigen Vorort. Als der Abend den ersten Tag gerade
beenden will, passiert das Undenkbare:
Drei Verbrecher steigen in das Anwesen ein und nehmen die
geschockten Insassen als Geisel. Der Gangster-Boss verschleppt das
Familienoberhaupt, um Geld vom Automaten abzuheben. Tochter und
Mutter werden mit den zwei restlichen Verbrechern zurückgelassen.
Mit fatalen Folgen… |
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Das
Geschriebene zur Story liest sich sicherlich wie ein x-beliebiger
Film dieser Machart. Und in der Tat. Dramen mit
Belagerungsthematik gibt es zuhauf. Sie sind recht günstig
herzustellen und verlangen nicht zwingend schauspielerische Höchstleistungen.
Höhepunkte des Subgenre sind zumeist alte Schinken. „Es begann
um Mitternacht„ oder „Funny Games“ beispielsweise.
Doch nun macht sich ein junger Spanier daran, es den alten
Klassiker zu beweisen. In seinem Langfilmdebüt bringt Miguel
Angel Vivas die Zuschauer zum Staunen. Auch wenn das ein wenig auf
sich warten lässt. Der Beginn des Streifens ist erst spannend,
dann alles andere als außergewöhnlich. Wie in einem
Fernsehkrimi, allerdings einem soliden, wird man in das Geschehen
eingeführt, welches dann nicht sonderlich spannend oder fesselnd
ist. Der Spannungsbogen nimmt sogar im Verlauf ab, da die
Geschichte etwas zu trivial rüber kommt. Aber dann kommt das, auf
was Vivas uns unbemerkt vorbereitet. Ein Ende, das sich gewaschen
hat.
An dieser Stelle soll natürlich nichts vorweggenommen werden. Es
gibt nur den Hinweis, dass sich „Kidnapped“ zu einem astreinen
Terror-Film entwickelt. Die Intensität ist enorm und die Figuren
glaubhaft. Auch wenn massiv mit Gangster-Klischees gearbeitet
wird. Es gibt den eiskalten, berechnenden Boss, einen Psychopathen
und einen Verbrecher mit schlechtem Gewissen.
Die Inszenierung geht in Ordnung. Handwerklich wurde gut
gearbeitet. Die Kamera kommt sinnvoll zum Einsatz und ab und an
gibt es passende Splitscreens. Das Tempo geht auch in Ordnung und
verfügt über, wie bereits angedeutet, Steigerungspotential.
Trotz unausgereifter Charakterbeschreibung können die Darsteller
durch die Reihe überzeugen. Man merkt, dass man es hier mit
Profis zu tun hat.
Zur Darstellung von Gewalt kommt es, wie man auf der KJ-Einstufen
der DVD schließen kann. Die Szenen sind teilweise sehr heftig.
Der Film entlädt sich quasi in purer Gewalt. Freunde des
Splatters und des Gore werden auf ihre Kosten kommen.
„Kidnapped“ bringt zwar nichts wirklich Neues mit sich,
funktioniert als Film aber ganz gut. Die Ideenlosigkeit wird mit
der dargestellten Kompromisslosigkeit kompensiert. Somit kann man
bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen. |