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Die Schwestern Vanessa und Hannah
werden vom Tod ihres Vaters überrascht. Der Kontakt zu ihm hielt
sich zwar in bescheidenen Grenzen, sie beschließen aber dennoch
die Beerdigung zu besuchen. Diese findet fernab der Heimatstadt,
auf einer Insel im südlichen Teil Europas statt.
Dort ist gleichzeitig etwas Seltsames im Gange. Eine
Voodoo-Priesterin führt ein Ritual durch, welches offensichtlich
außer Kontrolle gerät. Leichen steigen aus ihren Gräber und
lechzen nach Menschenfleisch. Das Böse nimmt Kontrolle über das
Eiland, auf das Vanessa und Hannah gerade ansteuern, um ihre
Familienangelegenheiten zu klären… |
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„La Isla“ ist eine deutsche
Produktion aus dem Hause Matador Film (www.matador-film.de),
einer kleinen Filmschmiede für Independent-Produktionen.
Streifen wie „Infekt“, Klischee“, „Road Rip“ oder auch „Kadaver“
sind bis jetzt dort erschienen. Durchaus mit positiver Resonanz
aus der überschaubaren Zielgruppe. Daher kann man, als
Liebhaber, auch mit Freude an den Streifen „La Isla“ von Michael
Effenberger („Infekt “ und „Tortura“) dran gehen.
Und man wird zu Beginn keineswegs enttäuscht. Die Optik ist
prima. Dies kann man bei preiswerten Produktionen natürlich
nicht voraussetzen. Aber man sieht schnell, dass man hier
geeignetes Material und Liebe zum Detail mitbringt. Gedreht
wurde in Frankfurt und Spanien, wo jeweils tolle Bilder
eingefangen wurden. Storytechnisch passiert zwar anfangs nicht
viel, die Optik macht das Defizit aber wett.
Als es dann zum ersten Hauptdialog kommt, merkt man erst, dass
man es mit einer Low-Budget-Produktion zu tun hat. Die
Tonqualität beim Gespräch ist nicht gut. Alles ist viel zu leise
aufgenommen worden. Man muss schon ziemlich am Lautstärke-Regler
drehen, um das Gesprochene mitzubekommen. Dies rächt sich dann
einige Male, wenn Musik-Effekte in normaler Lautstärke
abgespielt werden und die Wände scheinbar zu wackeln beginnen.
Die Audio-Mischung ist also nicht sonderlich ausgeglichen.
Als Liebhaber kleiner Produktionen, die Film-Freunde für
Film-Freunde machen, kann man dies aber problemlos verkraften.
Man will schließlich sehen, was die Filmcrew in den Kasten
gebracht hat. Auch weil ein gewisser Herr Ittenbach („Black Past
(1989)“, „Burning Moon (1992)“ u.a.) beteiligt ist. Und
Splatter- sowie Gore-Anteile nehmen ja meiste eine große
Gewichtung ein. Hier ist das zwar nicht ganz so, aber es wird
auch mit Kunstblut und künstlichen Gedärmen rumgesult. Olaf
Ittenbach hat sich, zusammen mit Ana-Maria Santany, um die
Erstellung der Effekten und Masken gekümmert. Die Effekte sind
gut, die Masken der Zombies sogar noch um einiges besser.
Ittenbach hat aber nicht nur hinter den Kulissen gearbeitet,
sondern tritt auch für eine kurze Szene vor die Linse. Die
schauspielerischen Fähigkeiten des deutschen Splatter-Papstes
halten sich zwar in bescheidenen Grenzen, der Auftritt ist aber
dennoch gut und sehenswert. Und genau so, wie man es erwartet…
Der Rest der Schauspielcrew hinterlässt auch nicht durchweg
einen professionellen Eindruck. Die beiden Schwestern Hannah und
Vanessa werden von Nadin Lucia Brehm und Annina Braunmiller
gespielt. Grundsolide. Annina Braunmiller könnte den Fans von „Twilight“
bekannt sein, da sie dort die Bella synchronisiert hat. Die in
den weiteren Rollen mitwirkenden Inés Zahmoul und Gabriele Grawe
spielen sehr professional und gut. Enttäuschend ist der
männliche Part im Film. Darsteller Benjamin Poost hat des
Öfteren Probleme mit seinem Text, was störend ist.
Was dann letztendlich in den Kasten gebracht wurde ist ein
Zombie-Film, der in Ordnung geht. Gemessen an den
hochbudgetierten Beiträgen. Die Story bietet nichts wirklich
Besonderes, auch wenn das Drehbuch von Marcel Walz (Regisseur
bei „Road Rip“, „Kadaver“, „Camp Corpses“ u.a.) durchdacht ist
und ohne Logik-Fehler auskommt. Aber es fehlt das Innovative,
das Apokalyptische, was richtig gute Zombie-Streifen ausmacht.
Die Spannung ist okay, wie auch die Atmosphäre. Beim Tempo fehlt
ab und an etwas Zug.
Für einen heimischen Streifen ist das aber immer noch ziemlich
gut. Da hat man schon andere Sachen gesehen. Man muss sich nur
an einige komische Zombie-Werke aus unseren Landen erinnern, die
hier nicht näher genannt werden sollen.
Summa summarum ist „La Isla“ als guter Beitrag zu werten. Zwar
kein Überflieger, aber für Freunde des deutschen Zombie-Film ein
Must-See. Auf weitere Werke von Michael Effenberger kann man
sich auf jeden Fall freuen, weil bei ihm Potential vorhanden
ist. |