|
Vor
einigen Jahren musste Yanka schlimme Sachen erleiden. Sie hatte
sich mit einem Parasiten infiziert, der sie zum Töten von vielen
Männern zwang. Sie konnte aber geheilt werden und hat es heute
sogar bis zur Chefpolizistin in ihrem Bezirk gebracht.
Doch nun scheint sie ihre Vergangenheit einzuholen. Es werden übel
zugerichtete Männerleichen gefunden, die wohl ein Killer auf dem
Gewissen hat, welcher der „Kannibale“ genannt wird. Doch Yanka
ahnt, dass die Mordfälle etwas mit den Geschehnissen aus ihrer
Vergangenheit zu tun haben. Auch wenn dies etwas abstrus
scheint... |
|
Aus
„Baby Blood“ ist nun „Lady Blood“ geworden. Bereits 1989
begann die Geschichte um den Parasiten, der aus seinem
Schattendasein fliehen wollte. 19 Jahre später startet er nun den
zweiten Versuch. Es gibt sicherlich nicht viele Leute, die „Baby
Blood“ gesehen haben, da der Film nicht sonderlich gelungen ist.
Und es gibt wohl noch weniger Leute, die sich auf eine Fortsetzung
freuen. Da ist es schon etwas verwunderlich, warum sich Regisseur Jean-Marc
Vincent, für sein Langfilm-Debüt, diesen Stoff ausgesucht hat.
Wer
bei „Lady Blood“ etwas besser durchblicken möchte, sollte den
Vorgänger-Film gesehen haben. Um diejenigen, die das nicht haben,
aber zu trösten: Auch das Betrachten beider Filme führt nicht
zwingend zum vollkommenen Verständnis.
Denn was einem hier geboten wird, ist alles andere als eine
gradlinige Storyline. Man wird erst ein wenig in das Leben der
Yanka eingeführt. Alles ist gut: Sie hat einen guten Job eine süße
Tochter und auch sonst scheint alles in Ordnung. Bis plötzlich
die Morde beginnen. Dann wird es vom Erzähltempo her zwar etwas zügiger,
die Verwirrung nimmt aber auch zu. Szene reiht sich an Szene. Mal
ist man im Puff um irgendwelche Sachen zu machen, dann geht es
leicht religiös in einer Kirche zu, dann befinden sich die
Protagonisten wiederum auf der Straße. Alles natürlich ohne
einen erkennbaren Zusammenhang.
Das macht einem das Gucken natürlich nicht leicht, auch wenn es
im Gegensatz zum Vorgänger schon recht professionell zur Sache
geht. „Baby Blood“ war ein Low-Budget Streifen, dem man das
jede Minute angesehen hat. „Lady Blood“ ist da technisch
einige Klassen besser. Die Kamera ist professioneller, der Cast um
die immer noch unnatürlich agierende Hauptdarstellerin Emmanuelle
Escourrou ist viel besser geworden, die Musik ist ganz okay, der
Schnitt ordentlich und bei den Spezialeffekten hat man auch eine
Schippe drauf gelegt.
Allerdings ohne das „Lady Blood“ jetzt ein bluttriefender Film
ist. Es gibt zwar einige nette Effekte, besonders zwei mit einer
Flex, so richtig brutal kommt das Geschehen aber nicht rüber.
Zudem erhofft man sich mehr, was den Parasiten betrifft. Aber
zumindest ist dessen Stimme in „Lady Blood“ angenehmer
geworden.
Trotzdem ist die Betrachtung des Films nicht gerade angenehm.
Vielleicht etwas angenehmer als beim Original, da der Film
professioneller gemacht wurde und wenigstens nicht so eintönig
ist. Aber er kommt auch mit einer Story daher, die nicht leicht
verdaubar ist. Es gibt auch eine trashige Note, da der Film aber
durch und durch ernst angelegt ist, kommt diese nicht positiv zur
Geltung. Viel bleibt unterm Strich also nicht übrig, weswegen man
diesen Film empfehlen sollte. Vielleicht weil er etwas anders ist
als andere Streifen? Zumindest sollten ihn diejenigen gucken, die
sich vor Jahren schon „Baby Blood“ zu Gemüte geführt haben.
Gerade schon um zu sehen, wie sich die zeigefreudige Emmanuelle
Escourrou so in den letzten 19 Jahren gemacht hat... |