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Der Londoner Kunsthändler
George (Ray Lovelock) möchte das Wochenende in seinem neu erworbenen
Sommerhaus in Windemere verbringen, allerdings kommt ihm dabei ein unglücklicher
Zwischenfall in die Quere. An einer Tankstelle demoliert eine junge Frau
namens Edna (Cristina Galbó) versehentlich sein Motorrad, das nun
voraussichtlich nicht vor Montag repariert werden kann. Als Entschädigung
nimmt Edna, die auf dem Weg zu ihrer Schwester Katie (Jeannine Meastre) ist,
George in ihrem Wagen mit, allerdings dauert es nicht lange, bis sie sich in
der ihr unbekannten Gegend verfährt. Als die Beiden einen Zwischenstopp
einlegen, bei dem sich George nach dem weiteren Weg erkundigt, wird Edna plötzlich
von einem unheimlichen Mann angegriffen, der jedoch ebenso schnell wieder
verschwindet, wie er aufgetaucht ist. Beunruhigt finden die Beiden kurz
darauf zu Katie, deren Mann kurz nach ihrer Ankunft brutal ermordet wird.
Edna
lassen die mysteriösen Geschehnisse keine Ruhe, weshalb sie sich bei der
Bevölkerung des nahegelegenen Dorfes nach dem unheimlichen Angreifer
erkundigt. Ihre Beschreibung passt haargenau auf einen bekannten
Landstreicher, allerdings gibt es nur ein kleines Problem: Dieser wurde vor
etwa einer Woche ertrunken aufgefunden. George und Edna gehen dem Rätsel
auf den Grund und finden dabei heraus, dass eine nicht unweit eingesetzte,
radioaktive Maschine zur Ungeziefervernichtung Strahlen aussendet, die die
Toten wieder aus ihren Gräbern steigen lassen... |
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Wer glaubt, dass
Horror-Altmeister George A. Romero damals der einzige war, der das
Zombie-Genre salonfähig machte und es für die kommenden Jahrzehnte im
Alleingang prägte, der irrt gewaltig. Zwar gehören seine Werke "Night
of the Living Dead" und insbesondere "Dawn of the Dead"
unangefochten zu den wichtigsten und besten Filmen des Sub-Genres, doch in
den zehn Jahren, die zwischen "Night" und "Dawn" lagen,
erschien noch ein anderer Zombie-Beitrag aus Spanien, der heute beinahe
wieder in Vergessenheit geraten ist, der aber trotz seines frühen
Erscheinungsjahres von 1974 bereits all die Qualitäten aufwies, zu denen
die italienischen Filmemacher in den kommenden Jahren erst mühsam fanden.
Die Rede ist von Jorge Grau's "Das Leichenhaus der lebenden
Toten", der über die Jahre unter gut ein duzend Titeln bekannt wurde,
wobei "Let Sleeping Corpses Lie" zu den bekanntesten zählen dürfte.
Unter
Genre-Kennern wird dieses Werk gerne mal als Geheimtipp des frühen
Zombiefilms bezeichnet. In der Tat liegt ihm fast so etwas wie eine
historische Besonderheit zugrunde, handelt es sich dabei doch um den ersten
Zombiefilm, der detailliert und in Farbe all die blutigen Grausamkeiten
zeigte, die in "Night of the Living Dead" noch eher angedeutet
wurden und die "Dawn of the Dead" später zu seinem skandalösen
Ruf brachten. "Das Leichenhaus der lebenden Toten" ist jedoch
alles andere als ein geistloser Splatterfilm, vielmehr kann man mit Fug und
Recht behaupten, dass den Verantwortlichen hiermit ein Werk gelang, das sich
trotz der Untoten-Thematik sehr bewusst vom Trash entfernt hält. Es handelt
sich hierbei also vielmehr um einen ernstzunehmenden und atmosphärischen
Horrorfilm, als um hanebüchenen Blödsinn, mit dem das Zombie-Genre gerne
mal in Verbindung gebracht wird.
Dass "Das
Leichenhaus der lebenden Toten" nach seinem Erscheinen für einigen
Wirbel sorgte und in Deutschland - natürlich - eine Indizierung folgte, das
ist aus heutiger Sicht nur noch bedingt nachvollziehbar. Mit der extremen
Brutalität heutiger Folter-Machwerke kann dieser Klassiker längst nicht
mithalten, allerdings bietet er für sein Alter doch so manch überraschend
harten Effekt. So wird das Publikum nicht nur Zeuge einer der bis dato
brutalsten Entweidungen der Filmgeschichte, sondern bekommt auch einen überzeugenden
Effekt zu sehen, bei dem einer Frau eine Brust weggerissen wird. Für all zu
zarte Gemüter mag das Werk deshalb nicht geeignet sein, allerdings hält es
sich im Gesamtkontext eher mit Gewaltdarstellungen zurück, die erste
Gore-Szene ist sogar erst nach einer ganzen Stunde zu sehen. Vorher beschäftigt
sich das Werk mit einem dezenten Spannungsaufbau, der hier noch wie zu
Zeiten der klassischen Gruselfilme betrieben wird. Edna wird zuerst von
einem Mann angegriffen, der sich später als Untoter herausstellt, dies
wirkt beim Großteil des Publikums sicherlich um einiges besser als die
Holzhammer-Methode so manch anderer Zombie-Machwerke.
Zugegeben:
Die Inszenierung ist gelegentlich etwas träge, da hätte der eine oder
andere Spannungsmoment mehr nicht geschadet. Aus technischer Sicht weiß das
Gesamtbild aber zu gefallen und bewegt sich weit über dem Niveau eines
lieblosen B-Movies. Beim Soundtrack wurde ebenso sorgfältige Arbeit
geleistet wie beim dezenten, aber effektiven Make-Up der Zombies. Auch die
Schauspieler wurden passend gecastet, vor allem Cristina Galbó ist eine
enorme Bereicherung für das Werk. Die rothaarige Schönheit ist eine hübsche
und darstellerisch talentierte Abwechslung zu den typischen Aktressen der
damaligen Zeit, weshalb es beinahe schon zu bedauern ist, dass sie nie zu
dem Ruhm kam, den sie sicherlich verdient hätte. Ihr zur Seite steht ein
gut aufgelegter Ray Lovelock, dessen Filmographie um einiges umfangreicher
ausfällt und der die Rolle des aufständigen und rebellischen "70's
Guy" glaubwürdig rüberbringt.
Angenehm sympathischer Zombie-Horror aus vergangenen Tagen, der sich der
Thematik mit der angemessenen Ernsthaftigkeit annähert und daraus einen
soliden, nicht zu anspruchslosen Genre-Beitrag auf die Beine stellt.
Permanente Spannung will aufgrund einer bislang etwas unausgewogenen
Dramaturgie nicht aufkommen, dafür wird das Publikum am Ende aber noch mit
einigen unerwartet derben Effektspitzen belohnt. "Das Leichenhaus der
lebenden Toten" mag vielen aus heutiger Sicht beinahe schon zu
antiquiert wirken, doch gerade die Fans des klassischen Horrors sollten hier
einen Blick riskieren. |