|
Der Beginn des Films ist gleichzeitig das
Ende. Das Ende der Menschheit, um genauer zu sein. Ein nuklearer Krieg
löscht sämtliches Leben auf der Erde aus, lediglich Jim Maddison (Paul
Birch) und seine Tochter Louise (Lori Nelson) überleben das entsetzliche
Inferno. Die Beiden leben in einem kleinen Tal zwischen riesigen Gebirgen,
die die radioaktive Strahlung weitgehend zurückhalten konnten. Jim ahnte
schon lange, dass dieser Tag irgendwann kommen würde und hat deshalb
vorsorglich Notrationen für sich, seine Tochter und seine Frau angelegt,
die jedoch kürzlich verstarb.
Völlig unerwartet tauchen kurz darauf vier weitere Menschen auf, die sich
während der atomaren Verseuchung alle in den umliegenden Gebirgen
aufgehalten haben und so überleben konnten: Rick (Richard Denning), ein
Geologe, Tony Lamont (Mike Connors), ein schießwütiger Schönling, der
sich in der Gruppe schnell unbeliebt macht, dessen Freundin Ruby (Adele
Jergens), sowie der von der Strahlung entsetzlich zugerichtete Radek (Paul
Rudov). Die Situation verkompliziert sich schon bald, denn von Tony geht
eine permanente Gefahr aus, während sich Jim und Rick zusammenschließen,
um die kleine Gruppe anzuführen. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass
sowohl Rick, als auch Tony ein Auge auf die hübsche Louise geworfen haben,
so dass es sehr schnell zu Konkurrenzkämpfen kommt. Sehr verwunderlich bei
alledem ist weiterhin, dass Radek nach und nach wieder zu Kräften kommt,
obwohl ihn seine Verletzungen eigentlich hätten umbringen müssen. Als er
Nacht für Nacht in den nahegelegenen Wald geht, um dort zu jagen, wird
klar, dass die Strahlung eine Veränderung in ihm hervorgerufen hat. Als ob
das alles noch nicht gefährlich genug wäre, schleicht irgendwo auch noch
ein entsetzlich mutiertes Monster durch die Gegend.. |
|
"The Day The World Ended" zählt
meines Wissens nach zu den ersten Endzeit-Science-Fiction Filmen und hat das
Genre somit auch auf gewisse Weise geprägt. Während die meisten
Filmemacher jedoch heutzutage auf kostspielige Effekte setzen, um das Thema
glaubhaft zu machen, entschied sich Roger Corman vor genau 50 Jahren anders
und stellte eine ausgeprägte Charakterzeichnung, sowie die Konflikte seiner
Hauptakteure in den Mittelpunkt, um eine klaustrophobische und
angsterfüllte Stimmung zu erzeugen. Das Budget des Streifens, der in
Deutschland unter dem dämlichen Titel "Die Letzten Sieben"
erschienen ist, hielt sich dabei stark in Grenzen, das B-Movie wurde in nur
neun Tagen komplett abgedreht. Dies spricht jedoch keinesfalls gegen
"The Day The World Ended", da mit Roger Corman ein Meister seines
Fachs am Werk war. Corman gehört wohl zu den einflussreichsten und
bekanntesten B-Regisseuren aller Zeiten, führte bei 55 Werken Regie und war
bei über 370 Streifen als Produzent tätig.
Der Film beginnt mit einem in dieser Form und für die damalige Zeit
genialem Anfang, in dem wir davon unterrichtet werden, dass die Welt, wie
wir sie kennen, von einer nuklearen Gewalt zerstört wurde. Dies wird uns
sehr bedrohlich veranschaulicht. Zerstörte Gebäude zeugen von dem
Unglück, das nur wenige Menschen überlebt haben. Genau die lernen wir dann
auch kennen. Sie alle befanden sich zu ihrem Glück in ein und derselben
Region, und zwar in einer großen Gebirgskette, die die Strahlung wie ein
Bleimantel weitgehend zurückhalten konnte. Allerdings zeigt die
Radioaktivität auch hier ihre schreckliche Wirkung. Tiere verenden oder
mutieren gar, genau wie der Sonderling Radek. Dies ist jedoch nicht der
Kernpunkt des Films, dieser besteht vielmehr aus dem Überlebenswillen der
einzelnen Menschen, die sich im Haus von Jim Maddison zusammenfinden. Dieser
will sie zuerst sogar gar nicht aufnehmen, da er voraussieht, dass eine
Drei-Mann-Ration nicht sehr lange für sechs Menschen ausreichen wird.
Hierdurch sieht man schon ganz klar, dass Corman viel Wert auf ein
nachvollziehbares Verhalten der Charaktere legte.
In dieser Extremsituationen zeigt jeder sein wahres Gesicht, besonders
auffallend ist dies bei Waffennarr Tony Lamont. Er würde jederzeit töten,
um sein eigenes Überleben zu sichern und versucht bei allen Entscheidungen
stur seinen Willen durchzusetzen, auch wenn das bedeutet, dass er damit dem
Wohl der Gruppe schadet. Corman bietet viele verschiedene Ansätze für
Komplikationen und lässt seine Akteure oft aneinander geraten, so dass
eigentlich nie Langeweile beim Sehen aufkommt. Eine Laufzeit von gut 80
Minuten mag durchaus etwas lang für einen derart alten Film erscheinen,
stört hier aber nicht wirklich.
Und das ist das Erfreuliche: Aus Minimalismus holten Corman und sein Team so
viel raus wie möglich und erwähnten alles, was es zu diesem Thema zu sagen
gibt. "The Day The World Ended" ist deshalb ein hervorragender
Endzeitfilm, weil er auch trotz seines Alters und ohne viel Aufwand bestes
funktioniert. Einziger Überflüssiger Aspekt hierbei ist das Monster gegen
Ende des Films, das an Lachhaftigkeit kaum noch zu überbieten ist. Das
Kostüm sieht hier dermaßen billig aus, dass man seinen Blick am liebsten
abwenden würde. Aber so war das eben damals, als in jedem zweiten
Science-Fiction Film noch ein Monster herumstampfen musste, um mehr
Zuschauer ins Kino zu locken, ganz egal ob dies logisch in die Handlung
passte oder nicht.
Die Schauspieler geben ihr bestes und so habe ich an ihren Leistungen auch
überhaupt nichts auszusetzen. Einzig und allein der Part von Ruby,
dargestellt von Adele Jergens, mag etwas überflüssig sein, dem kann man
aber leicht verzeihen. Sehr erfreut war ich auch durch die Tatsache, dass
die Hauptrollen hier nicht ausschließlich von blendend aussehenden
Teenagern besetzt wurden, wie sonst bei AIP üblich, sondern auch von harten
Kerlen wie Richard Denning und Mike Connors, die weitaus glaubwürdiger als
die sonst üblichen Teens erscheinen.
Roger Corman führt uns hier ein Endzeitszenario vor, das ohne Effekte
auskommt und ganz und gar von den Konflikten innerhalb der kleinen Gruppe
Überlebender lebt. So baut sich einiges an Atmosphäre auf, der Film ist in
sich stimmig und macht Spaß zu schauen, jeder Science-Fiction Film Fan
kommt hier auf seine Kosten. Als etwas überflüssig habe ich zwar das
Monster empfunden, doch das tut dem gelungenen Restwerk keinen Schaden an.
Wer gute, alte Sci-Fi Kost aus den 50ern mag, kommt an "The Day The
World Ended" also nicht vorbei. |