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Fünf junge Leute aus den Vereinigten Staaten
machen Urlaub in einem asiatischen Land, müssen allerdings schnell
feststellen, dass die Uhr dort ganz anders als zu Hause tickt. Als das
partygeile Fünferpack nämlich sieht, wie auf offener Straße ein kleiner
Hund zwecks anschließender Zubereitung und Verzehrung abgeschlachtet wird,
finden sie das gar nicht so toll und brechen beinahe einen Streit mit dem
Verantwortlichen vom Zaun. Um sich etwas abzulenken, wird anschließend ein
Striplokal aufgesucht. Trotz heißer Bühnenshow findet man jedoch auch hier
nicht die gewünschte Entspannung, denn blöderweise geraten die Amerikaner
mit einigen äußerst gefährlichen Yakuzas in Konflikt, die kurz zuvor erst
noch einen Polizisten mit einem Bunsenbrenner bearbeitet haben.
Nach diesem Ereignis haben die Freunde nichts besseres zu tun, als sich in
einem schmuddeligen, verdreckten und überaus versifften Pornokino
niederzulassen. Dort mieten sie sich ein Zimmer, um nach dem Stress mal
ordentlich die Sau rauszulassen. Was sie jedoch nicht ahnen, ist die
Tatsache, dass der Pornoschuppen von einem gewissenlosen Irren geleitet
wird, der der Mafia die Möglichkeit bietet, ihre Opfer brutal zu foltern,
und dies auf die großen Leinwände übertragen zu lassen. Ehe sie es sich
versehen werden die Fünf von den Perversen gefangen genommen und
anschließend aufs Brutalste gefoltert... |
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Während die härtere Gewalt langsam und
behutsam wieder ihren Weg zurück in die großen Lichtspielhäuser findet,
ist sie im Independentbereich schon seit jeher vertreten. Als zuletzt
"Hostel" Aufsehen erregte, konnte der Streifen wohl nur die
gängigen Mainstreamkonsumenten wirklich schocken, während aber ein
Horror-vertrautes Publikum nichts wirklich neues zu sehen bekam. Mit
Sicherheit war auch Ryan Nicholson einer von denen, die sich von dem großen
Hype mehr erhofften, und kam so letztendlich zu dem Entschluss, die Regie
bei dem auffallend ähnlich gestrickten Folterfilmchen "Live Feed"
zu übernehmen, um so quasi all jene zu entschädigen, die glaubten, bei
"Hostel" zu kurz gekommen zu sein. Eine gute Grundüberlegung,
wären da nicht zwei Probleme: Zum Einen dürfte sich das Budget von
Nicholson absolut nicht mit dem vergleichen lassen, das Eli Roth für
"Hostel" zur Verfügung stand, außerdem wird "Live
Feed" nie und nimmer die Aufmerksamkeit seines Vorbildes erhalten und
nur in Fankreisen die Runde machen.
Ryan Nichsolson kann sicherlich ein glückliches Händchen mit dem Zeitpunkt
des Releases von "Live Feed" unterstellt werden, denn bislang gibt
es noch nicht all zu viele Trittbrettfahrer, die eine Kopie von
"Hostel" ablieferten, um sich auch mal wieder ins Gespräch zu
bringen. Je mehr Nachahmer ein erfolgreicher Film erhält, desto mehr muss
jede einzelne Kopie, die darauf folgt, verändert werden, damit ihr keine
absolute Ideenlosigkeit unterstellt werden kann. Da "Live Feed"
aber das erste Machwerk ist, das die gleiche Schiene wie "Hostel"
befährt, dürfte es kaum jemanden stören, dass sich die Story im Grunde
genommen kaum verändert hat. Anstatt in der Slowakei werden die Amis hier
in Asien gefoltert, das ist jedoch auch der einzige, vermerkbare inhaltliche
Unterschied.
Während die Story im Grunde genommen eine Kopie von Roth's Folterfilm
darstellt, haben die Streifen von der Machart her aber nur noch wenig
miteinander gemein. "Hostel" war recht brutal, keine Frage, aber
es war eben an allen Ecken und Enden noch aufpolierter Mainstream, während
"Live Feed" eher dem Low Budget Sektor entsprungen ist. So wurde
auch nicht an Originalschauplätzen gedreht, sondern in Kanada in
irgendwelchen asiatischen Stadtvierteln. Um dieses Manko wieder wettzumachen
versucht Nicholson von Anfang an, sein Publikum durch nackte Tatsachen und
Gewalt bei Laune zu halten. Ob ihm das gelingt, dürfte eine sehr
individuelle Frage sein. Wer auf nackte Haut steht, dürfte jedenfalls
schnell über die billige Inszenierung des Films hinwegsehen, denn es wird
stellenweise soviel gezeigt, dass die Grenze zum Hardcore nicht mehr all zu
weit entfernt liegt.
Wie dem auch sei, wer sich von einem Film mehr erhofft als plumpe Sexszenen
und selbstzweckhafte Gewalt, dem sei "Live Feed" nicht ans Herz zu
legen. Das Ganze läuft nur darauf hinaus, ein paar möglichst brutale
Szenen zu zeigen, der Rest scheint Nicholson egal gewesen zu sein. Die
Machart des Films hebt sich nur leicht über die eines Amateurstreifens ab.
Die Sets, insbesondere das Sexkino, sind zwar recht düster, aber
keinesfalls so stimmig wie das verlassene Industriegelände in
"Hostel". Überall hängen hier Pornobilder an der Wand,
schmuddelige Sexfilmchen werden in jedem Zimmer gezeigt und der Schmutz
dringt aus allen Winkeln. Leider gelingt es Nicholson nicht, sich diese
dreckige Umgebung richtig zu Nutze zu machen, da es ihm sichtlich einzig und
allein um seine Gewalteffekte ging. Bekanntlich ist der Gute schon seit
einiger Zeit als Special-Effects Artist im Filmbereich tätig, und da
drängte es ihn wohl sehr, nach seinem ersten Kurzfilm "Torched"
ein weiteres Mal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Vielleicht sollte man
dem Guten mal erklären, dass das wichtigste Element eines guten Horrorfilms
jedoch nicht das Blut, sondern die Spannung ist. Wenn mir nach bloßer
Gewalt ist, kann ich mir gleich einen trashigen Splatterfilm ansehen, doch
"Live Feed" erhebt leider selbst den Anspruch, ernstes Terrorkino
sein zu wollen. Dass ich nicht lache.
Der Film hat seine angsteinflößenden Momente, das möchte ich nicht
leugnen. Alles in allem ist aber stets erkennbar, dass nichts anderes als
die Blutszenen im Vordergrund stehen. Penisse werden abgeschnitten, gebraten
und gegessen, Brüste aufgestochen, und einer besonders bemitleidenswerten
Frau wird sogar oral eine Schlange eingetrichtert, die ihr anschließend
wieder aus dem Bauch herausgeschnitten wird. Gore-Fans, die nichts anderes
als selbiges sehen wollen, kommen bei "Live Feed" auf ihre Kosten,
da das Blut wirklich gut spritzt und vom Regisseur nicht eingespart wurde.
Ansonsten will sich aber nichts so recht zu einem stimmigen Gesamtbild
zusammenfügen. Alles wirkt wie ein billiger Versuch, das Vorbild
"Hostel" möglichst kontrovers zu kopieren, doch mit Effekten
allein ist dies nicht getan. Es dauert nicht lange, bis einen der Streifen
aufgrund seiner billigen, dilettantischen Machart zu langweilen beginnt und
man sich nur noch von Splatterszene zu Splatterszene spult. Was anfangs noch
recht hart ist, verliert sich irgendwann in sinnbefreiten Blutspritzorgien,
die dem Begriff "Terrorfilm" nicht gerecht werden. In vollkommener
Lächerlichkeit verliert sich "Live Feed" spätestens dann, wenn
sich die gequälten mit Schusswaffen und Ninja-Schwerten an ihren Peinigern
rächen dürfen.
Vielleicht hätte man schon etwas dazu gewonnen, wenn man auf professionelle
Schauspieler gesetzt hätte, doch dieses unbeholfene Gezappel vor der Kamera
lässt keinerlei Gefühl von Mitleid oder Identifikation aufkommen. Die
Akteure, ganz egal ob sie nun auf der "guten" oder der
"bösen" Seite stehen, sind durch die Bank weg unsympathisch,
spielen überdreht und meist einfach nervend. Dass sich so auch kein nur
halbwegs bekannter Name im Cast finden lässt, sollte nicht wundern.
Ryan Nicholson wollte mit "Live Feed" eine wesentlich härtere und
rohere Version von "Hostel" an den Mann bringen, doch in der
schlussendlichen Umsetzung kann man den Streifen in keiner Weise mit dem
Folterfilm von Eli Roth vergleichen. Während einem dieser durch seine
professionelle Machart noch das Adrenalin durch die Nervenbahnen trieb,
langweilt "Live Feed" durch seine hilflose und dilettantische
Aufmachung. Wer mal wieder Lust auf einen blutigen Low-Budget Film hat, bei
dem nichts anderes als die Effekte zählen, der ist hier richtig aufgehoben,
aber allen anderen sei dieser Streifen abzuraten. Sex und Gewalt alleine
machen eben noch lange keinen guten Film, sofern beim Rest so rein gar
nichts stimmen will. |