|
Julia arbeitet hart. Sie hat einen Job in
einem Hotel und dreimal die Woche hilft sie als Kellnerin in einer Kneipe
aus. Und trotzdem loht sich das Ganze nicht. Sie kann die Miete für ihre
Wohnung nicht zahlen und ständig will ihr Freund Istvan Geld von ihr. Er
ist Rocker und träumt von einer Karriere, die allerdings noch in weiter
Ferne scheint. Um sich den Weg bis zur Spitze schön zu träumen, nimmt er
Unmengen Koks ein, die natürlich viel Geld kosten.
Als Istvan mal wieder schwere Geld und Probleme mit der Mafia hat, muss sich
Julia etwas einfallen lassen. Als ihr eines Morgens ein Hotelgast ein
unmoralisches Angebot macht, willigt sie ein und kommt daher in große
Probleme. Sie wird vom Hotelgast und dessen Frau des Diebstahls bezichtigt,
woraufhin sie vom Chef rausgeschmissen werden soll. Doch die clevere Julia
hat einen Plan, um ihren hübschen Kopf noch mal aus der Schlinge zu ziehen.
Dieser Plan beinhaltet eine gespielte Affäre mit ihrem sexlüsternen Chef… |
|
„Lovesick“ ist der zweite Liebe, Sex und
Abhängigkeit-Streich, des ehemaligen Punk-Doku und Pop-Filmers Wolfgang
Büld, der sich mit der Industrie angelegt hatte und daraufhin keine Lust
mehr auf „normales“ Kino hatte. Nach seinem „Debüt“ 2003, mit dem
Film Penetration Angst“ bleibt er seiner neuen Masche treu, scheint sich
aber den Frust von der Seele gedreht zu haben. War „Penetration Angst“
noch ein wilder Genre-Mix, der überall anecken wollte, ist „Lovesick“
da eher zu einem trivialen Thriller geworden. Aber nur eher. Denn die, die
mit seinem Vorgängerfilm schon etwas anfangen konnten, werden sicherlich
auch mit entsprechender Begeisterung „Lovesick“ verfolgen.
Dieser Streifen ist zwar klar gradliniger, bringt aber auch den Nachteil mit
sich, dass die Abwechslung fehlt. Die Story ist zwar ausgewogen und gut
erzählt, trotzdem kommt es aber zu einigen Längen. Ob Büld die Ideen
ausgegangen sind ist schwer zu sagen, einige Szenen lassen aber darauf
hinweisen, da sie doch recht langwierig sind. Der Trash-Faktor ist ebenfalls
etwas zurückgegangen und witzige Szenen gibt es eigentlich gar nicht. Die
Atmosphäre ist gut gelungen und wird von einem passablen Soundtrack
untermalt. Szenen zum Wohlfühlen gibt es nicht.
Die Rachestory dreht sich in der Hauptsache um die attraktive Protagonistin
und deren Chef.
Diese versuchen sich gegenseitig, so gut es geht, zu verarschen, was ihnen
immer wieder aufs Neue gelingt und für Kehrtwendungen im Handlungsverlauf
sorgt. Das Mittel hierzu lautet natürlich Sex. Hauptdarstellerin Fiona
Horsey zeigt mal wieder in hoher Konzentration, was die Natur ihr geschenkt
hat. Darstellerisch bewegt sie sich auf dem bekannt mittelprächtigen
Niveau. Paul Conway ist auch wieder, wie schon im „Vorgängerfilm“ mit
von der Partie. Seine Leistung ist allerdings nicht berauschend. Ihm kommt
aber zu gute, dass seine filmische Mutter, ein Hoteldrachen, so schlecht
spielt, dass es fast schon witzig anzusehen ist. Sie bekleidet aber
glücklicherweise eine eher kleine Rolle.
Gewaltszenen gibt es eigentlich keine wirklich brutalen, was die Freigabe
etwas in Frage stellt. Ein FSK 16 hätte hier allemal gereicht. Büld hat
also auch in dieser Hinsicht einen Gang zurückgeschaltet, was nicht
unbedingt nachvollziehbar ist.
Alles in allem bleibt „Lovesick“ aber ein eher ungewöhnlicher Streifen,
für Freunde des unabhängigen Film. Nicht so gut wie Bülds Werk auf dem
Jahre 2003, aber immer noch sehenswert. |