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Merkwürdige Geschehnisse werfen Jamie's bis
dahin ziemlich gewöhnliches Leben schlagartig aus der Bahn. Der geschiedene
Laborangestellte hat plötzlich Visionen, schmeckt, riecht und fühlt fremde
Dinge. Er ist nicht mehr Herr über seinen eigenen Körper. Eine ihm völlig
unbekannte aber wunderschöne Frau scheint mehr und mehr Besitz von ihm
ergreift. Er lebt ihr Leben, er erlebt ihren Sex, er tötet mit ihren
Händen. Jamie bleibt nur eine Möglichkeit: Er muss die Unbekannte finden,
sich ihrem tödlichen Bann widersetzen... |
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Seelenwandel, unbekannte Mächte, die von
anderen Menschen Besitz ergreifen. Sehr häufig dient dieses Thema als
Grundlage für Grusel- und Horrorfilme. Mal sind es irgendwelche
dämonischen Kräfte, die meinen, sich im Körper von Erbsensuppe kotzenden
Kindern breit machen zu müssen ("Der Exorzist").
Mal sind es irgendwelche toten Serienkiller die durchs Fernsehen zappen und
die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes in ihren Bann ziehen
("Shocker"). Die Liste der Filme mit derartiger Thematik ließe
sich an dieser Stelle wohl endlos fortführen. Fast immer gehen bei diesen
Filmen Mord- und Totschlag einher mit der ungewöhnlichen Art des
"Gedankenaustausches". Die filmische Bandbreite reicht dabei vom
dezent schockierenden Psychothriller (z.B. mit einem schizophrenen Killer
namens Norman Bates in Alfred Hitchcock's "Psycho") bis hin zum
gorebeladenen Slasher-Movie (man denke beispielsweise an den etwas arg
übertriebenen Mutterinstinkt einer Mrs. Vorhees an einem "Freitag, den
13").
"Chocolate" ist ein eher ruhigerer Vertreter dieser Variation des
Horrorfilms. Die Story um einen gewöhnlichen Menschen, dessen Körper
zunehmend von einer fremden Macht in Besitz genommen wird, bietet, mal
abgesehen davon, dass sich ein Mann plötzlich als Frau fühlt, nicht viel
Neues und ist zudem auch nicht wirklich sehr originell. Es ist daher ein
besonderer Verdienst von Regisseur Mick Garris ("Critters 2"),
dass er aus diesen eher dürftigen Voraussetzungen das Bestmögliche
rausholt, um den Film wenigstens ins Mittelmaß zu retten. Denn
"Chocolate" hält sich in Sachen Action und Spannung sehr zurück.
Dem Film kommt die kurze Laufzeit von 58 Minuten zugute, denn bevor er
wirklich unerträglich langweilig wird, ist er zum Glück vorbei.
"Chocolate" ist also passable Durchschnitts-Unterhaltung. Nicht
mehr nicht weniger.
Einige Charaktere sind ganz nett und interessant gezeichnet. So zum Beispiel
Jamie's Laborkollege. Ein mittvierziger Rockmusiker, der sich bei seinem
Bühnenauftritt auch mal einen künstlichen Mohawk aufsetzt und sich
überhaupt sehr jugendlich gibt. Genau so stellt man sich einen
Wissenschaftler vor, der gerade an so existenziellen Dingen wie künstlichem
Honigmelonen-Aroma arbeitet. Die meisten anderen Personen der Handlung sind
aber eher belanglos, interessieren kaum. Auch in schauspielerischer Hinsicht
hat man sicherlich schon bessere Leistungen gesehen. Die Hauptdarsteller
kommen allerdings ganz sympathisch rüber.
Kurzweile kommt hingegen durch die vielen Ortswechsel auf. Jamie im Labor,
Jamie beim Rockkonzert, Jamie in Kanada, bei der Suche nach der unbekannten
Frau.
Um einen guten Horror-Film abzugeben, muss ein Horror-Film nun wahrlich
nicht unbedingt zur dauerhaften Tour-de-Force werden, kontinuierlich die
Spannung auf höchstem Niveau halten oder gar literweise im Blut versinken.
Allerdings sollte er doch zumindest ein wenig für Grusel oder Unbehagen
sorgen. Dies ist bei "Chocolate" jedoch so gut wie gar nicht
gegeben. Der Spannungsbogen, sofern man denn überhaupt davon sprechen kann,
dehnt sich kaum, die Handlung ist zu einfach vorhersehbar und bietet kaum
Überraschungen. Lediglich gegen Ende des Films kommt es im Showdown zu
einigen spannenden Momenten. Das war's dann aber auch mit der ganzen
Herrlichkeit.
Mit zwei, drei blutigen Effekten wird dann versucht, das unspektakuläre
Geschehen ein bisschen aufzupeppen. Diese Szenen sind zwar handwerklich
ordentlich umgesetzt, werden den Hardcore-Splatter-Fan aber auch kaum mehr
als ein Gähnen hervorlocken.
Wie bei allen Episoden-Horror-Filmen, von "Geschichten aus der
Schattenwelt" über "Unheimliche Schattenlichter" bis hin zur
"Tales from the Crypt"-Serie (in Deutschland ebenfalls unter dem
Titel "Masters of Horror" vermarktet) gibt es stärkere und
schwächere Episoden. "Chocolate" gehört leider zu
Letztgenannten. Er ist wahrlich kein "Master of Horror",
allerdings auch nicht absolut schlecht. Durchschnitt eben. Eher für
Komplettisten... |