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Jerry Sweetman ist am Ende. Sowohl was sein
Privatleben betrifft, als auch seine finanzielle Situation. Seine
drogensüchtige Frau hat sich umgebracht, und das kleine Kino, das die
beiden gemeinsam mühselig restauriert hatten, wirft nicht gerade den
erhofften Gewinn ab. Sweetman's Schwiegervater sieht in Jerry nur den
Versager, der es weder geschafft hat, auf seine Tochter aufzupassen, noch
geschäftlich etwas auf die Reihe zu bekommen. Aus diesem Grund fordert er
auch umgehend die 200.000 Dollar zurück, die er Jerry und seiner Tochter
als Hochzeitsgeschenk für das Kino geliehen hatte.
Jerry, der als Cineast voll und ganz für seine Filme lebt, kommt es daher
gerade Recht, als er einen ebenso lukrativen wie ungewöhnlichen Auftrag
erhält. Ein mysteriöser Filmsammler bittet ihn, einen seltenen Film
aufzuspüren. Keinen gewöhnlichen Film: Um "Le Fin absolue du
Monde" ranken sich Gerüchte und Sagen. Angeblich soll es bei seiner
bisher einzigen Aufführung zu einem Blutbad unter den Zuschauern gekommen
sein. Seitdem gilt der Film als verschollen.
Trotz der Warnungen verschiedener Experten macht sich Jerry auf die Suche
nach dem Film. Diese führt ihn in eine alptraumhafte Welt. Realität und
Wahnsinn verschmelzen miteinander. Bald muss er erkennen, dass alle
Warnungen begründet sind: "Le Fin absolue du Monde" ist weit mehr
als nur ein Film. Er ist ein wahrhaft tödliches Erlebnis!! |
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"Ein Film, in den richtigen Händen, ist
eine Waffe!" - Diese Worte bekommt Jimmy Sweetman auf der Suche nach
"Le Fin absolue du monde" von verschiedenen Seiten als Warnung
gesagt.
Im Gegensatz zu dem fiktiven Film im Film ist John Carpenter's Werk
"Cigarette Burns" nun zwar keine Waffe, kein Film für dessen
Suche Sammler extra Detektive beauftragen würden, kein Film der bei seiner
Aufführung für Tumulte oder Totschlag sorgen dürfte. Dafür aber ein
Film, der über weite Strecken überzeugen kann und die Horrorgemeinde
begeistern dürfte. Dass John Carpenter das richtige Händchen für Horror-
und Actionfilme hat, dürfte inzwischen wohl hinlänglich bekannt sein.
Filme wie "Halloween", "Die Klapperschlange", "Das
Ende" zählen bereits jetzt zu den großen Genreklassikern. Auch dem
etwas dezenteren Grusel war Carpenter nie abgeneigt.
Ein Beispiel dafür ist sein "Die Mächte des Wahnsinns", in dem
er 1994 Sam Neill bei der Suche nach einem mysteriösen Schriftsteller auf
einen Horror-Trip in die Abgründe der menschlichen Seele schickte.
Mit "Cigarette Burns" greift er nun diesen Ansatz wieder auf. Mit
dem Unterschied, dass er seinen Helden diesmal nach einem sagenhaften
verschollenen Film suchen lässt. Gerade filmbegeisterte Zuschauer oder
Filmsammler können sich nun noch eher mit dem Geschehen identifizieren. Wer
hat sie schließlich nicht irgendwann einmal gehört, die Mythen und
Gerüchte um den verschollenen Director's Cut eines Klassikers oder eine
angeblich existierende extended Version eines ohnehin schon derben
Splatter-Krachers? Mit fast hundertprozentiger Sicherheit erweisen sich
derartige Gerüchte dann letztendlich zwar als falsch, allein der Gedanke,
es KÖNNTE ja möglich sein, bereitet vielen Filmfreunden dennoch so manche
schlaflose Nacht. Die Suche nach dem ultimativen Film wird zur Suche nach
dem heiligen Gral.
Bei "Cigarette Burns" haben die Personen der Handlung
unterschiedliche Vorstellungen vom ultimativen Film. Da ist der
Snuff-Filmer, für den die Tötung vor der Kamera der perfekte Film ist,
schließlich kommt er mit nur einem Schnitt aus - dem Schnitt durch die
Kehle des Opfers. Auf der anderen Seite ist da der Filmsammler, der den Film
als lebendiges Gesamtkunstwerk betrachtet und dabei soweit geht, dass er
sich einen gefallenen Racheengel mit gestutzten Flügeln als lebendes
Merchandising-Objekt aus dem Film im Keller hält.
Gespielt wird dieser Sammler von niemand geringerem als Udo Kier, Spezialist
in Sachen "fanatischer-Wahnsinniger-mit-irrem-Blick". Er erfüllt
seinen Part einmal mehr mit Bravour. Auch der eigentliche Hauptdarsteller
Norman Reedus, der ein wenig wie ein jüngerer Bruder von Sean Bean
aussieht, macht sich sehr gut in seiner Rolle. Wie Kier und Reedus im
Interview auf der DVD berichten, muss die Arbeit mit John Carpenter an
diesem Film sehr viel Spaß gemacht haben. Das ist allen Beteiligten
anzumerken. Sie haben sich offensichtlich sehr ordentlich in ihre Arbeit
reingekniet.
"Cigarette Burns" kommt ohne übertriebene Härte aus. Da der Film
für das amerikanische Fernsehen produziert wurde, musste sich Carpenter
hinsichtlich der Gewaltdarstellung ohnehin etwas zurückhalten. Dennoch
bietet der Film einige blutige Momente, sodass auch diejenigen, die die
Qualität eines Films lediglich anhand seines Blutgehaltes messen, voll auf
ihre Kosten kommen. Carpenter selbst war sogar überrascht, dass die Effekte
in der endgültigen Fassung die amerikanische Zensur passieren konnten.
Schockeffekte kommen eher sparsam, verfehlen aber ihre Wirkung nicht. Die
berühmten "Cigarette Burns", kleine Löcher, die sich beim
Wechsel der Filmrolle in den Film einbrennen, kündigen dabei das Unheil an.
Die Musik stammt von Carpenter's Sohn Cody. Nach seinen musikalischen
Beiträgen zu "John Carpenter's Vampire" und "Ghosts of
Mars" tritt er erneut in die Fußstapfen seines Vaters. Sein Score
erinnert ein wenig an das Thema von "Halloween" kommt aber an den
unverkennbaren Originalsound nicht ganz heran. Trotzdem gefallen die ruhigen
Klavierklänge, wenngleich sie auf Dauer ein wenig nerven. Etwas mehr
Abwechslung wäre hier schön gewesen. John Carpenter beweist mit seinem
Beitrag zur "Masters of Horror"-Serie, dass er immer noch zu den
ganz großen Regisseuren des Genres gehört. Leider ist der Film nach nur 58
Minuten schon vorbei. Es hätte durchaus noch etwas mehr sein können...
Ein gutes Drehbuch in den richtigen Händen ist wie eine Waffe: Eine
spannende Geschichte, ausgefeilte interessante Charaktere, von fähigen
Schauspielern gut dargestellt. Das Ganze dann von John Carpenter
atmosphärisch dicht verpackt und handwerklich wie immer perfekt inszeniert.
Ein Film, der den Zuschauer zwar nicht erschlägt aber umhauen dürfte! |