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Unter Vortäuschung falscher Tatsachen hat die
US-Regierung ihre Truppen in den Krieg geschickt. Junge Soldaten kommen ums
Leben - unnötig. Der Unmut in der Bevölkerung wächst. Mütter trauern,
machen die Politiker für den Tod ihrer Söhne verantwortlich.
Regierungssprecher David Murch versucht, in einer Fernsehshow die
aufgebrachten Bürger zu beschwichtigen. Er wünschte, die toten Soldaten
würden zurückkommen. Dann würden sie sagen, dass sie gerne für ihr Land
gestorben seien.
Kurz darauf kehren die ersten getöteten G.I.'s tatsächlich als Zombies
zurück. Sie wollen ihren Tod rächen... |
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When there's no more room in hell, the dead
will VOTE on Earth...
Tote Soldaten, die zum Leben erwachen, um sich für ihren unnötigen Tod zu
rächen. Zombies, die aus ihren Gräbern steigen und durch die Straßen
wandeln. Ein klarer Fall für die Splatter-Fraktion in der Horror-Gemeinde.
Oder etwa doch nicht?
Cover und Story der 6. Episode der erfolgreichen TV-Serie "Masters of
Horror" lassen einen weiteren x-beliebigen Beitrag zum Thema
08/15-Zombie-Splatter erwarten, bei dem das Hirn eher verspritzt oder
gegessen wird, statt zum Denken benutzt zu werden.
Dass dies jedoch nicht der Fall ist, ist dem Regisseur Joe Dante zu
verdanken. Der Mann mit dem Hang zu komödiantischem und klassischem Horror
liefert mit "Homecoming" eine brillante schwarze Komödie ab.
Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte "Death and
Suffrage" von Dale Bailey, nutzt Joe Dante die Gunst der Stunde, um
seinen persönlichen Beitrag zur Abrechnung mit der kolonialherrschaftlichen
Politik von George Bush und dem Irakkrieg zu leisten.
"Homecoming" ist somit kein reiner Horrorfilm. Eher eine
Polit-Satire mit Horrorelementen. Die Handlung kreist im wesentlichen um
eine handvoll Personen, Berater des amerikanischen Präsidenten.
Medienexperten, die den Bürgern jede noch so schlechte Story als
Erfolgsmeldung präsentieren, um ein Ziel zu erreichen: Die Wiederwahl des
Präsidenten zu sichern. Diese ist in akuter Gefahr, denn die plötzlich
auftauchenden Zombie-Soldaten passen irgendwie nicht so ganz zum
"American Way of Life".
Die Bevölkerung ist besorgt, verunsichert. Dabei tun die Zombies eigentlich
gar nichts. Sie sind lediglich präsent, und: Sie wollen wählen! Eine
andere Regierung, die den Krieg beendet. Eine Katastrophe für die
PR-Berater. Doch die Damen und Herren im Weißen Haus verstehen es, auch mit
noch so schlimmen Krisen umzugehen. Das weiß der Zuschauer spätestens
seitdem Robert de Niro und Dustin Hoffman 1993 in "Wag the Dog"
mit einem inszenierten Krieg von den sexuellen Eskapaden des Präsidenten
ablenken konnten. In diesem Fall ist nicht die drohende Wahlschlappe das
Problem. Da wird die Wahl eben manipuliert, wäre ja nicht das erste Mal.
Problematischer für sie: Wie sollen sie mit den Zombies umgehen? Wenn sie
doch wenigstens die Bürger fressen würden, dann hätte man wenigstens eine
Rechtfertigung, sie zu beseitigen. Andererseits sind sie ja im gewissen
Sinne Veteranen. Warum sie also nicht wie Veteranen behandeln, sprich:
einfach ignorieren?
Es sind diese Gedankengänge und Diskussionen innerhalb des Krisenteams, die
den Film so unterhaltsam machen. Das Team könnte passender nicht
zusammengesetzt sein: Eine hysterische Karrierefrau mit Sado-Maso-Tick, ein
erfolgreicher Präsidenten-Ghostwriter, dessen Kindheitstrauma das ganze
Schlamassel überhaupt erst auslöst, ein Chef, der im Labor gerne Zombies
quält und anschließend Raumerfrischer versprüht.
Zynismus und schwarzer Humor sind bei den Wahlkampfhelfern ebenfalls an der
Tagesordnung und sorgen für manches Schmunzeln zwischendurch... Neben dem
Humor, der Politik- und Medienschelte lässt Joe Dante aber natürlich auch
den Horror nicht zu kurz kommen. Masken und Effekte können sich wie immer
sehen lassen. Blut, Gewalt und Ekel halten sich bei "Homecoming"
jedoch dezent in Grenzen, so dass der Film auch Nicht-Horrorfans als
Politsatire gefallen dürfte.
Joe Dante wäre nicht Joe Dante, wenn er für die Horror-Fans nicht wieder
ein paar nette Details eingebaut hätte, die es am Rande zu entdecken gibt:
So erinnert eine Szene auf dem Friedhof sehr stark an den Klassiker
"Night of the Living Dead" (1968). Dessen Regisseur George A.
Romero findet sich dann passender Weise auch auf einem Grabstein verewigt,
neben weiteren illustren Größen des Horror- Films, wie John Gilling
("Nächte des Grauens", 1966) oder Jacques Tourneur ("Ich
folgte einem Zombie", 1943). Bestimmt finden sich bei mehrmaligem
Anschauen noch einige mehr...
Mit "Homecoming" hat Joe Dante der "Masters of Horror" -
Serie ein weiteres Highlight hinzugefügt.
Fazit: Joe Dante's Abrechnung mit George Bush: Schwungvolle
Horror-Polit-Satire |