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Während seiner Mittagpause kommt Polizist
Frank in eine ungewöhnliche Situation. Er sieht, wie ein Mann eine junge
Frau hinrichten will. Der verzweifelte Fremde scheint ebenso hilflos wie
besessen zu sein und will die Frau auf gar keinen Fall freilassen. Frank
bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu erschießen. Dann kümmert er sich
um das Mädchen. Sie hört auf den Namen Jenifer und ist von einer
unverkennbaren Entstellung im Gesicht gezeichnet.
Dadurch zieht sie die Blicke natürlich auf sich, und viele ihrer
Mitmenschen wenden sich vor Ekel ab. Doch ihr Retter scheint ihr Aussehen
nicht zu schocken, er behandelt sie wie jeden anderen Menschen. Nach einiger
Zeit wird die Beziehung sogar intensiver. Die beiden scheinen von einer
unheimlichen Obsession gefesselt und setzten die Ehe des Polizisten aufs
Spiel. Die Liaison soll aber bald einen schrägen Verlauf nehmen, da Jenifer
einen ungewöhnlichen Appetit auf Fleisch hat... |
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Die für das Fernsehen geschaffenen Serie
"Masters Of Horror" erfreut sich, wie der Name sicherlich vermuten
lässt, der Beteiligung namhafter Regisseure des Horror-Genres, die jeweils
einen Beitrag in Stundenlänge abgeben. Unter ihnen befindet sich auch der
italienische Meisterregisseur Dario Argento, der zuvor mit seinem "The
Card Player - Tödliche Pokerspiele" dem einen oder anderen Fan
"echten Horror", in Form von unsäglicher Langeweile,
präsentierte. Ein Jahr später sollte es dann mit dem 56miütigen Kurzfilm
wieder aufwärts gehen. Doch gänzlich hat Argento nicht zu alter Stärke
zurückgefunden.
Mit dem Beitrag "Jenifer" hat Argento die Geschichte eines
merkwürdigen Mädchens aufgegriffen, die fernab der Gesellschaft lebt. Im
Gesicht entstellt, stumm und mit einem abnormen Appetit versehen treibt sie
die Menschen in den Wahnsinn. Das ist Stoff für einen richtigen Kurzfilm
von wenigen Minuten, und gäbe es in der "Masters Of Horror" Serie
nicht eine Stunde Spielzeit auszufüllen, hätte der Film sicherlich viel
besser werden können. So wird der Betrachter mit langatmigen Szenen
bombardiert, die er eigentlich nicht sehen will.
Der Argento-Fan ist nun mal an schrägen Kameraeinstellungen und ordentlich
Splatter interessiert, was in diesem Werk aber eindeutig zu kurz kommt. Wenn
man allerdings bedenkt, dass "Jenifer" für das Fernsehen gedreht
wurde, kann man die Spezialeffekte durchaus als sehr hart betrachten. Auch
die Handschrift des Argento ist nicht deutlich zu erkennen. Die Story ist
viel zu gradlinig und von Anfang an vorhersehbar. Wenn man nicht ab und zu
einige ungewöhnliche Szenen vorkommen würden, auf die an dieser Stelle
allerdings nicht weiter eingegangen werden soll, könnte man meinen, dass
Hinz und/oder Kunz und nicht Argento den Regiestab in der Hand hatte.
Aber vielleicht hat er den Auftritt in der Serie ja genutzt um mal
irgendwelche Ideen auszuprobieren, oder einfach mal ein maues Drehbuch
runterzurasseln? Er muss sich jedenfalls der Konsequenz bewusst gewesen
sein, dass er nach seinem Kartenspieler weiter an seinem guten Ruf sägt.
Gelungen ist allerdings das Experiment mit der Optik der
"Jenifer". Einige Szenen, gerade wenn es in die Nahaufnahme geht,
sind wirklich ekelerregend. Den Maskenbildnern gebührt hierfür ein dickes
Lob.
Höhepunkte besitzt "Jenifer" nur dann, wenn es etwas härter zur
Sache geht. Das abnorme Mädchen verfügt sicherlich über genügend
Potential, zartbesaitete Zuschauer zum Abschalten zu verleiten, Fans des
früheren Meisterregisseurs sollten solch eine Kost allerdings gewöhnt
sein. Besonders verstörend wirken die ungewöhnlichen Szenen leider nicht,
da die gesamte Atmosphäre nicht sonderlich gut aufgebaut ist. Mag es an dem
TV-Look liegen oder an der etwas lieblosen Herangehensweise? Der
atmosphärische Gesamteindruck ist auf jeden Fall nicht sonderlich gut.
Gleiches gilt für den Spannungsbogen, der so gut wie nicht vorhanden ist.
Wie bereits erwähnt, lässt sich bereits nach wenigen Minuten erahnen, wo
der Hase lang läuft. Zudem gibt es nur sehr wenige Szenen, in denen etwas
wirklich Spannendes passiert.
Es wäre aber unfair, "Jenifer" vollends in den Dreck zu ziehen,
da es ja sicherlich auch Leute gibt, die nicht jeden der guten Agentos
gesehen haben und auch keine Vergleiche ziehen wollen. Im Vergleich zu
anderen "Masters Of Horror" schneidet "Jenifer"
sicherlich nicht schlecht ab, da es, neutral betrachtet, eine gute
handwerkliche Arbeit ist. Die Filmmusik wurde von dem durchaus bekannten
Claudio Simonetti hergestellt und passt ganz gut zu dem Gezeigten. Alles in
allem ist das aber viel zu wenig, um einen richtig guten Horror-Film zu
präsentieren. Wer typische Elemente des Argentos sucht wird nur mäßig
bedient und wer Filme mit Tiefgang mag, ist bei "Jenifer" falsch.
Als kurze Unterhaltung ist der Film aber durchaus empfehlenswert. Man darf
halt nur nicht zuviel erwarten... |