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Es gab schon mordende Telefone und sonstige
Gerätschaften, warum also nicht auch auf Spiegel zurückgreifen? Wer nun
denkt, das hatten wir doch schon bei Boogeyman, der irrt sich jedoch, denn
die Story von „Mirrors“ ist eine völlig andere. Sieht alles zu Beginn
noch nach einer vorhersehbaren Geschichte aus, wird dieser Trugschluss
spätestens gegen Ende des Filmes hin zerstört! Dennoch handelt es sich bei
„Mirrors“ um eine Art Remake des asiatischen Filmes „Into the Mirror“,
allerdings blieb nicht sonderlich viel des Originalskripts mehr übrig. Da
ich das Original jedoch nicht kenne, kann ich nicht viel dazu sagen, was
überhaupt vom Original übrig blieb.
Regisseur Alexandre Aja gelang es bereits mit
seinem Debut High Tension in grausige Sphären der menschlichen Psycho
vorzudringen und sein darauffolgendes Remake zu Wes Cravens Klassiker „The
Hills have eyes“ sorgte ebenfalls für viel Gesprächsstoff, als 3. Film
hat sich Aja nun „Mirrors“ erkoren und auch dieser Film ist ihm sehr
gelungen! Wieder sind es die nicht vorhersehbaren Geschehnisse, die den
Zuschauer in seinen Bann ziehen. Es
sind weniger die Schreckensszenen als viel mehr die Spielereien - einfach
gestrickte Szenen, in denen es Aja gelingt, dem Zuschauer eine Gänsehaut
oder einen flüchtigen Schauer über den Rücken zu jagen.
Meine liebste Szene: Die
Mutter betritt das Kinderzimmer ihres kleinen Sohnes. Der Junge sitzt
friedlich vor dem Spiegel und unterhält sich mit seinem Spiegelbild.
Sie ruft ihn hinaus, er steht auf und läuft zu ihr, doch sein Spiegelbild
bleibt sitzen und starrt die Mutter an.
Der Film baut stetig eine Spannung auf, die
sich am Ende in ein grandioses Finale entlädt. Sehr gelungen ist besonders
die düster schauerliche Atmosphäre im Innern des alten Einkaufscenters.
Die Aufnahmen des Einkaufscenters wurden in einer alten Ruine in Bukarest
gedreht. Produktionsdesigner Joseph NemecIII („Terminator 2“) versah das
Einkaufscenter lediglich mit einer Vielzahl an Spiegeln, der Rest wurde im
Urzustand belassen.
Die Darsteller verkörpern ihre Rollen
allesamt sehr gut und es wurde diesmal auch zu namenhaften Hollywoodgrößen
gegriffen. So spielt kein geringerer als Kiefer Sutherland die Rolle des Ben
Carson. Zwar ist Sutherland in meiner Gunst seit „24“ drastisch
gesunken, jedoch in „Flatliners“ und „Lost Boys“ gefiel er mir
früher recht gut. Ich hätte ihn diesmal auch fast nicht erkannt! Genau wie
auch in „24“ darf er sich hier wieder als Cop bzw. Ex-Cop bewehren.
Die Effekte sind sehr gelungen und auch
Horrorfreaks kommen hier voll auf ihre Kosten. An blutigen Aufnahmen wurde
nicht gespart und zu zart besaitete Menschen sollten vielleicht ein Kissen
zum verstecken bereit legen oder hin und wieder den Raum verlassen. |