|
Ein Liebespaar und deren Freundin wollen
zusammen einen Trip mit der Bahn machen, um sich an einem anderen Ort etwas
zu entspannen. Auf der Zugfahrt kommt es allerdings zu einem kleinen Streit,
woraufhin die alleinstehende Frau den fahrenden Zug verlässt. Sie ist
mitten in der Einöde gelandet, hat aber ein Schloss entdeckt, auf dem sie
die Nacht verbringen will. Das alte Gemäuer ist ihr anfangs sehr
sympathisch, doch als die Nacht herein bricht soll sich das schnell ändern.
Denn das Schloss war vor einigen hundert Jahren von Templern bewohnt, einem
satantreuen Orden, der seinerzeit Menschenopfer brachte, damit seine
Mitglieder das ewige Leben erlangen. Offensichtlich hat dies auch geklappt,
da die Skelette der alten Templer um Mitternacht aus ihren Gräbern steigen
und Jagd auf die junge Frau machen. Sie kann zwar erst fliehen, wird aber im
Morgengrauen von reitenden Templern eingeholt und getötet.
Das befreundete Ehepaar ahnt erst nichts von dem schrecklichen Ereignis, als
sie allerdings erfahren, dass das Schloss, in dem sich ihre Freundin
aufgehalten hat, verhext zu sein scheint und das sich alle Bewohner der
Region davor fürchten, bekommen sie ein mulmiges Gefühl. Allerdings ist
ihnen ihre Freundschaft wichtiger und so machen sie sich auf den Weg, dass
Mädchen zu suchen... |
|
Die reitenden (in einem Teil auch
schwimmenden) Leichen haben in den 70er Jahren für viel Furore gesorgt und
waren lange Zeit das Aushängeschild des spanischen Horrorfilms. Es wurden
von 1971 bis 1975 insgesamt vier Teile dieser Reihe gedreht, die alle einen
großen Erfolg einspielten. Eigentlich gibt es auch noch einen fünften
Teil, den Trashmeister Jes(u)s Franco 1985 nachlieferte, aber der wurde
nicht mal annähernd so berühmt wie seine Vorgänger.
Alles begann mit „Die Nacht der reitenden Leichen“, einem
außergewöhnlichen Horrorfilm, der allerdings nicht zu den besten seiner
Art zu zählen ist. Er verfügt zwar über eine nette, recht ungewöhnliche
Story, die Art und Weise wie sie erzählt wird, ist aber etwas fade und
trocken. Besonders der Anfang hat die negative Eigenschaft, sich elendig
lange hinzuziehen, bis es dann endlich mal zu etwas Action kommt und man
erfährt, was es mit den reitenden Leichen eigentlich auf sich hat. Was man
dann aber erfährt ist äußerst unterhaltend und zwingt einen nahezu dazu,
die zweite Hälfte des Films intensiver zu betrachten. Glücklicherweise
sind die letzten 40 Minuten mit einer sehr guten Spannung versehen, die
Atmosphäre stimmt und auch die Kulissen können sich sehen lassen. Zu einen
gibt es schöne Landschaftsbilder, aber vor allem sticht das gespenstische
Schloss ins Auge, dass eine wirkliche Gänsehautstimmung aufkommen lässt.
Eine Gänsehaut bekommt man leider auch beim Betrachten der Protagonisten
und auch beim Hören der Dialoge. Es ist halt alles, analog zum Plot, sehr
schlicht, was auf das arg niedrige Budget zurückzuführen ist. Die
Schlichtheit trifft hier leider auch auf die Spezialeffekte zu, die weder
zahlreich noch grausam sind, was die Splatterfraktion schon etwas
enttäuschen dürfte. Hier und da gibt es zwar mal etwas Blut zu sehen und
ein Gummiarm kommt auch ins Spiel, insgesamt gesehen ist das aber nicht
ausreichend, um die Ungeprüftheit der ungeschnittenen Fassung zu
rechtfertigen.
Und damit sind wir auch schon beim Thema. Nach der Ausgrabung des
Mastertapes ist Astro auf die geniale Idee gekommen, den Film wieder zu
vermarkten und das leider nicht nur einmal. Es gibt die vier Teile zum einen
einzeln auf VHS, dann jeweils zwei auf einer Kassette und schließlich auch
noch eine, auf 500 Stück, limitierte Sammelbox. Da diese Videos allerdings
nicht den ganzen Markt abdecken, hat Astro unter dem Metzgerlabel Pest...
ähhh Best Entertainment eine stark geschnittene 16er Version auf DVD raus
gebracht, die einzeln als auch in einer Box unter der Aufschrift „neu
bearbeitete Fassung“ gekauft werden können. Von den DVDs ist allerdings
abzuraten, da nicht nur die wenigen Splatterszenen fehlen, sondern auch
Handlungsteile aus der Originalfassung entfernt wurden, welche die ganze
Geschichte zu einem lustigen Verwirrspiel werden lassen, dass kaum
durchschaut werden kann.
Für Freunde des Horrorgenres sind die reitenden und schwimmenden Leichen
sicherlich Filme, die man gesehen haben sollte, man sollte sich von dem
ersten Teil allerdings nicht zuviel versprechen und auf gar keinen Fall zur
16er Version greifen! |