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Nazi-Deutschland befindet sich im Zweiten
Weltkrieg. Während es an der Front dem bitteren Ende entgegen geht, sitzt
Soldat Willi Keun aufgrund einer schweren Verletzung in seiner Heimat fest.
Es kränkt ihn, dass er seine Kameraden an der Front nicht unterstützen
kann.
Aber er versucht seinen Dienst treu anzutreten und ehrt zum Beispiel
weibliche Erntehelfer für deren Verdienste am Vaterland. Als eines abends
mal wieder Fliegeralarm ausgerufen wird, flüchtet Willi in den
Luftschutzbunker, so wie viele Male zuvor. Allerdings soll dieses Mal die
Flucht sein Leben nachhaltig verändern. Er findet seine Freundin Lucy tot
auf. Sie wurde erwürgt und er wird zum Hauptverdächtigen, da niemand
anderes in der Nähe ist. Für alle ist bald klar, dass nur Willi Keun als
Mörder in Frage kommt. Nur Kriminalkommissar Kersten glaubt nicht an seine
Schuld. Denn Kersten weiß von mehreren Vorfällen dieser Art, die in der
Vergangenheit begangen und nicht aufgeklärt wurden. Er denkt, dass ein
Serienmörder umhergeht, doch das ach so perfekte Nazi-Deutschland will ihm
keinen Glauben schenken... |
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„Nachts, wenn der Teufel kam“ erzählt die
wahre Geschichte des Serienmörders Bruno Lüdke. Es konnte zwar nie
einwandfrei geklärt werden, ob Lüdke die ihm vorgeworfenen Taten wirklich
begangen hat, es spricht allerdings einiges dafür. Lüdke wurden seitens
der Polizei 53 Morde zu Lasten gelegt, die als aufgeklärt galten. Lüdke
selbst hat während seiner Haft 84 Tötungen gestanden. Dem Mörder selbst
war die Anzahl der Tötungen und deren Aufklärung egal. Er war geistig
zurückgeblieben und nicht zurechnungsfähig. Aufgrund seiner Taten wurde
der Serienmörder am 26. April 1944 in Wien hingerichtet – Zumindest wurde
der Totenschein an diesem Tag unterschrieben.
Soweit zu den nackten Fakten. Der Film selbst beschäftigt sich zwar
oberflächlich mit Lüdke und hat sogar mit Mario Adorf einen jungen,
talentierten Darsteller (seine sechste Rolle im zarten Alter von 27) für
die Rolle des Serienkillers, doch Regisseur Robert Siodmak (u.a. „Draculas
Sohn“ 1943) stellt den Übermut des deutschen Militärs mit seinen
verlogenen Strukturen in den Vordergrund der Geschichte. Ob Adorf in der
Rolle des Bruno Lüdke überzeugen kann, ist nur schwer zu beurteilen, da
die Rolle des Serienmörders nicht viel mehr zeigt als eine dümmliche
Person, die sich ohne nachzudenken durch die Kulissen bewegt. Auf eine
detailgetreue Charakterzeichnung wurde verzichtet, was natürlich sehr
schade ist. Gerade schwer irritierte Persönlichkeiten bieten doch viel
Potential zur filmischen Unterhaltung. Man möchte Abgründe sehen, die ja
offensichtlich vorhanden sind, aber man bekommt nichts gezeigt.
Die nach einem Zeitungsartikel erstandene Gesichte weiß ganz gut zu
unterhalten. Die Spannung hält sich zwar in Grenzen, dafür gibt es aber
eine dichte, realistische Atmosphäre und genug interessanten Stoff für den
Zuschauer um durchzuhalten. Richtige Längen gibt es während der 100
Minuten Spielzeit auf jeden Fall nicht. Robert Siodmak hat das
Kriminal-Drama technisch gut in den Kasten gebracht, auch wenn es keine
besonderen Einlagen wie Schnitte oder Kamerafahrten gibt. Das verwundert
aber auch nicht, da sich Siodmak, wie bereits erwähnt, intensiv mit dem
Nationalsozialismus in Deutschland und dessen Rechtsprechung
auseinandersetzt.
Betrachtet man „Nachts, wenn der Teufel kam“ als Kriminal-Drama oder
Studie über den deutschen Faschismus, muss man schon zum Schluss kommen,
dass es sich hierbei um einen richtig guten, interessanten und lehrreichen
Film handelt. Wer sich allerdings viele interessante Informationen über den
Menschen Bruno Lüdke erhofft, wird bei „Nachts, wenn der Teufel kam“
nicht das finden, was er sucht. In diesem Fall sollte dann doch besser auf
Literatur zurückgegriffen werden. |