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Auf dem Weg zu einem Ninjitsu-Wettkampf macht
Chris Rast in einem kleinen Südstaaten-Städtchen. Hier regiert der
rassistische Ku-Klux-Klan. Kaum angekommen, beobachtet Chris, wie ein
Schwarzer von den Rassisten ermordet wird. Als er den Mord beim Sheriff
meldet, wird er selbst eingesperrt, da der Gesetzeshüter ebenfalls
Klan-Mitglied ist. Doch die Freundin des Ermordeten befreit Chris, um sich
gemeinsam mit ihm auf die Suche nach den Mördern zu machen. Bald eskaliert
die Gewalt. Chris bleibt nur eine Chance: Er muss sich dem Kampf stellen… |
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Was sich heutzutage alles „Ninja“ nennen
darf. Unglaublich…
Ein blonder Milchbubi der Marke John-Boy-Walton-meets-Luke-Skywalker cruist
auf seinem Moped durch den sonnigen Süden Amerikas, trinkt sich in einer
Snack-Bar gepflegt seinen (wahrscheinlich entkoffeinierten) Kaffee und wird
dabei Zeuge, wie ein paar dümmliche Rednecks, samt Sheriff, einen
intellektuellen Schwarzen schikanieren. Selbstverständlich greift Blondie
NICHT ein, hilft lieber der Sheriffs-Freundin bei der Autopflege. Er geht
nämlich jedem Streit aus dem Weg. Nicht, weil er Pazifist, Pfadfinder oder
Messdiener ist. Nein: Er weiß, dass er den anderen überlegen ist. Ein
Schlag genügt, und jeder weitere Treffer wird zur Leichenschändung. Denn
Blondie ist ein NINJA!!!
Zumindest will das Drehbuch dies dem Zuschauer nicht nur weiß machen,
sondern geradezu eintrichtern: Da fliegt beim Einchecken im Motel direkt als
erstes das Taschenbuch-für-kleine-Ninjas auf das Bett. Kamerazoom: NINJA!!
Wir wissen Bescheid. Doch damit nicht genug. Blondie liefert einen
regelrechten Ninja-Striptease: Ying-und-Yang-Kette aus dem
Kaugummiautomaten, Wurfsterne aus goldener Ess-Pappe, alles fliegt auf’s
Bett. „Seht her! Ich bin’s, der Ninja von nebenan!“ Im Vergleich zu
derart aufgesetztem Ninjakult erscheinen die schmucken „Ninja“-Stirnbänder
in den Godfrey Ho-Krachern wie dezenter traditioneller Trachtenlook..
Allerdings hat es sich bei „Ninja Revenge“ dann schon mit der ganzen
Ninja-Herrlichkeit. Schwerter? Wurfsterne? Krallenhände? – Fehlanzeige!
Vielleicht ein bisschen Handkantenakrobatik? – Zuviel verlangt!
Stattdessen bloß ein paar Rückblenden: Training mit dem Meister. Ein
bisschen Rumgehüpfe im Sand. Karate-Kid lässt grüßen. Oder doch eher die
Teenage-Mutant-Ninja-Turtles??
Warum also der Titel „Ninja Revenge“?? Eine Frage, die vielleicht nicht
einmal die Verantwortlichen des Films beantworten können, sofern sich denn
überhaupt jemand im nüchternen Zustand zu diesem Film bekennen sollte.
Der Hauptdarsteller ist wirklich nicht zu beneiden. Wahrscheinlich hat er
sich beim Casting verlaufen, wollte eigentlich im Remake von „Saturday
Night Fever“ tanzen. Dumm gelaufen. Nun muss er hier den harten Hund
mimen. Dass er allein schon optisch nicht wirklich zum heldenhaften Hecht
oder gar Publikumsmagnet taugt, hat dann der deutsche Video-Verleih auch
bemerkt. Ein bisschen Mogeln und schon ziert der eigentliche Fiesling des
Films das Video-Cover. Dieser hat zwar ein paar Muckis mehr am Balg,
talentierter wirkt er dadurch aber auch nicht. Seine Rolle macht es ihm aber
auch nicht wirklich einfach. Ein Nachwuchs-Sheriff, der gerade der Pubertät
entsprungen zu sein scheint, dazu noch Chef vom Ku-Klux-Klan! Au weia.
Diesen Part hätte besser der Polizeichef übernommen. Einem alten Sack mit
Zwei-Meter-Zigarre auf dem Zahn und grauem Pornobalken im Gesicht würde man
diese Rolle eher abnehmen, als einem Baywatch-Boy mit FoKuHiLa.
Man sieht: Wenn hier schon die Ninjas zu kurz kommen, werden wenigstens
Klischees bedient werden. Die Mutter des ermordeten Schwarzen ist dann auch
so eine typische Film-Südstaaten-Madka: Klein, dick, mit verwaschenem
Kittel, rauchiger Stimme und großem Herz. Ein Blick in die Augen des
tatverdächtigen Helden und die Dame weiß: „Nein, Du bist nicht der
Mörder meines Sohnes!“
Schwarz-Weiß-Denken (im wahrsten Sinne des Wortes) prägt die Handlung. Die
Bösen sind doof, dreckig und als Ku-Klux-Klan-Mitglieder mit ihren
bescheuerten Kapuzen auch eindeutig als Finsterlinge zu erkennen. Die Guten
sind die unterdrückten Schwarzen. Um sie zu retten, bedarf freilich erst
der Hilfe eines milchgesichtigen weißen Möchtegern- Ninjas. Sehr
fragwürdig das Ganze. Und leider wohl typisch für den (white) american
dream…
Während viele ähnlich stumpfe Schnellschüsse wenigstens mit einigen
(trashigen) Kampfszenen oder anderem Klamauk aufwarten können und dadurch
einen gewissen Unterhaltungswert besitzen, ist „Ninja Revenge“
schlichtweg nur dämlich.
Von Ninjas ist in diesem Film zudem keine Spur. Gleiches gilt für
schauspielerisches Talent. Daher verwundert es auch wenig, dass dieses
Machwerk für die Haupt-„Darsteller“ Craig Boyett und David Lord
offensichtlich der gescheiterte Versuch blieb, in der Filmwelt Fuß zu
fassen. Es scheint eben doch noch so etwas wie Gerechtigkeit zu geben…
Fazit: Etikettenschwindel par excellence, dazu talentfreie Darsteller und
ein dummdreistes Drehbuch. Ein Tiefschlag. |