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Jennifer führt eigentlich ein
ganz normales Leben. Doch an einem Tag soll sich das schlagartig
ändern: Erst besudelt ein Postbote ihre Toilette, dann labert sie
ein Freund zu, der offensichtlich vor kurzem eine Nahtoderfahrung
gemacht hat. Dazu hat Jennifer noch etwas Stress, da sie in Kürze
umzieht.
Als Entspannungsmaßnahme verschreibt sie sich selbst ein Bad. In
der Wanne nickt sie kurz weg und erwacht an einem völlig anderen
Ort. Einem Ort voller Schmerz und Pein, voller Leid und
Bitterlichkeit... |
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An einem neuen Ittenbach darf man im
neuen Jahrtausend durchaus mit etwas Skepsis rangehen. In früheren
Jahren hatte der deutsche Kult-Regisseur einige Amateur-Kracher
abgeliefert, wurde dann aber, mit zunehmender Bekanntheit, zu
einem Macher von nicht so prallen Filmen. 2010 wurde der Film
„No Reason“ in den Kasten gebracht, der nun folgend besprochen
wird.
Zu Beginn des Films werden nicht gerade große Hoffnungen geweckt,
dass „No Reason“ ein guter Streifen werden könnte. Die
Anfangsszene wird von einer sehr schlechten Nachsynchronisation
dominiert. „Au weia“ denkt man da. Aber dann wird alles wieder
normal. Zum Glück wurde nur ein kleiner Teil der Audiospur
nachvertont.
Dann geht es auch schon bald zum eigentlichen Geschehen und man
kann dem Hauptplot folgen. Dieser führt einen ruhig in das Leben
der Protagonistin ein. Es ist sicherlich keine Charakterstudie und
die Darsteller lassen auch nicht unbedingt den Eindruck erwecken,
dass es sich um eine durch und durch ernsthafte Produktion
handelt. Authentisch ist anders. Warum die aber zum Geschehen
passt, merkt man wenn m an in das erste Level kommt.
Denn Hautfigur Jennifer schlummert in der Badewanne ein und
erwacht in einer komplett anderen Welt. An dieser Stelle wird natürlich
nicht zuviel verraten. Aber man kann auf eine Analogie zu einem
Computerspiel hinweisen. Ein bösen, blutigen Computerspiel.
Ittenbach schafft es, dass der Zuschauer sich wieder an dessen
alten Filme erinnert. „Black Past“ ist nicht unähnlich. Man
spürt auch eine gewisse Leichtigkeit. Der Film läuft einfach
daher. Mit etwas Trash und unfreiwilliger Komik versehen, aber er
läuft und bereitet Spaß.
Was nicht ganz so spaßig ist, ist die Tatsache dass die deutsche
DVD-Version arg beschnitten ist. Über fünf Film-Minuten fielen
der Schere zum Opfer. Und diese fehlenden Filmminuten sind
ziemlich derbe Kost, wie die Sichtung des Schnittberichtes zeigt.
Dies ist zwar ein klarer Minuspunkt, aber der Film an sich
funktioniert auch ohne das fehlende Gemetzel.
Ein weiterer Minuspunkt sind natürlich die darstellerischen
Leistungen. Bis auf ein, zwei Ausnahmen ist niemand mit Potential
für höhere Aufgaben dabei. Irene Holzfurtner als
Hauptdarstellerin spielt zwar leidenschaftlich (oft nackt), die
Leistungen sind aber, seriös betrachtet, nicht filmtauglich. Auch
wenn man da andere Filme, mit viel schlechteren DarstellerINNEN
gesehen hat. Im Horror-Genre gibt es da ja keinerlei Grenze nach
unten. Ähnlich wie in deutschen Soaps... Was noch recht
interessant ist, ist der Auftritt von Timothy Balme. Einmal, weil
er als Lionel Cosgrove aus dem Peter Jackson Film „Braindead“
einen hohen Bekanntheitsgrad bei den Horror-Fans hat. Zum Andern
ist sein Auftritt interessant, da er deutsch spricht. Und man
erkennt sehr schnell, dass er dieser Sprache nicht mächtig ist.
Zum Glück merkt Timothy wohl nicht, wie seltsam er in seiner
Rolle rüberkommt.
Alles in allem ist „No Reason“ ein kleines aber feines
Filmchen, welches sicherlich nicht auf einer Must-See-Liste stehen
muss, welches für Leute, die sich die alten Ittenbachs schon auf
Tape reingezogen haben, aber durchaus sehenswert ist. Eben wegen
den Analogien zu den Erstlingswerken. Allerdings sollte man als
Splatter-Freak abschätzen, ob die Cut-Version das Richtige für
einen ist. |