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Es
ist Heiligabend und Karrierefrau Angela (Rachel Nichols) muss selbst an
diesem Festtag Überstunden schieben. Bepackt mit Geschenken für die Lieben
zu Hause, begibt sie sich spät Abends, als alle anderen Kollegen längst
bei ihren Familien sind, in die Tiefgarage zu ihrem Wagen, um auch endlich
das traute Heim anzusteuern und Weihnachten feiern zu können. Doch dann der
Schock: Ihr Wagen will nicht anspringen. Glücklicherweise trifft Angela
sogleich auf den freundlichen Wachmann Thomas (Wes Bentley), der in seinem
kleinen Büro auf Parkdeck P2 sein eigenes, kleines Weihnachtsfest zu feiern
scheint. Als dieser ihr bei ihrem Problem unglücklicherweise nicht helfen
kann, bestellt Angela ein Taxi, welches sie dann allerdings nicht erreicht,
da der Haupteingang verschlossen wurde. Als Angela wieder auf dem Weg zu
Thomas ist, um das Problem zu schildern, geht plötzlich in der kompletten
Tiefgarage die Beleuchtung aus und jemand betäubt die junge Frau
hinterrücks. Als Angela wieder zu sich kommt, findet sie sich angekettet in
Thomas' Büro wieder, der dieses Jahr um keinen Preis
alleine Weihnachten feiern möchte. Um seinen Willen durchzusetzen, ist dem
Psychopathen jedes Mittel recht... |
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Es gibt derzeit
kein anderes Land, das das Horror-Genre so sehr in Schwung bringt, wie
Frankreich. Alles begann im Jahr 2003, als Alexandre Aja mit seinem
äußerst blutrünstigen Schocker "High Tension" international
für Furore sorgte und schließlich, drei Jahre später, mit seinem
US-Remake zu "The Hills Have Eyes" noch einmal kräftig nachlegte.
Von dem Erfolg ihres Landsmannes ermutigt, stehen bereits die nächsten
Genre-Beiträge aus Frankreich in den Startlöchern, die "High
Tension", laut bisherigen Informationen, in nichts nachstehen sollen:
"Inside", "Frontier(s) und "Martyrs". Doch auch um
Aja selbst wird es bei all dem Rummel um französische Produktionen nicht
still, im Gegenteil: Während sein neues Werk "Mirror", eine
Neuverfilmung eines Südkoreanischen Horrorfilms, in Kürze seine Premiere
feiert, erschien mit "P2" erst vor kurzem ein nicht weniger
beachtenswerter Horrorthriller, bei dem Aja als Drehbuchautor und Produzent
fungierte, während ein gewisser Franck Khalfoun die Regie übernahm.
Khalfoun, der seine
schauspielerischen Talente bereits in "High Tension" unter
Beweis stellte, lieferte mit "P2", natürlich mit Unterstützung
seitens Aja und dessen Team, sein Regiedebüt ab und dieses kann sich
durchaus sehen lassen. Erzählt wird im Grunde die Story eines klassischen
Thrillers, der, trotz seiner Effizienz, nicht einfacher gestrickt sein
könnte. Eine Frau wird Nachts in einer Parkgarage verfolgt und
anschließend von einem Geisteskranken terrorisiert, dies ist der komplette
Plot dieser US-Produktion. In den Händen vieler anderer Filmemacher könnte
daraus sicherlich ein einschläferndes, sich ständig selbst wiederholendes
und belangloses Stück B-Thriller werden, doch unter dem wachsamen Auge von
Aja inszenierte Khalfoun einen spannungsgeladenen und nervenaufreibenden
Horrorthriller. Mit den Werken seines Mentors kann Khalfoun's Erstling dabei
noch nicht ganz mithalten, dennoch dürfte der Regisseur, Schauspieler und
Drehbuchautor für "P2" großteils sehr positive Resonanzen
einfahren.
Dunkle Tiefgaragen
gehören zu den unüberwindbaren Ängsten vieler Menschen. Gerade alleine
und spät Nachts ist die Angst vieler Frauen in derartigen Anlagen nur all
zu gut nachvollziehbar und somit baut "P2" auf einer großen
Phobie zahlreicher Personen auf. Dennoch schlägt der Streifen nicht
unbedingt den Weg ein, den viele sicherlich erwartet hätten. Statt
unablässigem Terror und einer großen Menge brutalster Gore-Effekte, die
nur all zu deutlich die Handschrift Aja's tragen, kommt "P2" eher
gemächlich in die Gänge und legt ein Großteil seines Vertrauens in seine
Figuren. Da hätten wir auf der einen Seite Angela. Eine junge, zielstrebige
und selbstbewusste Karrierefrau, die an Heiligabend nur nach Hause zu ihrer
Familie möchte und dabei in die Fänge eines Geisteskranken gerät. Dessen
Charakterisierung wird derweil auch nicht außer Acht gelassen. Thomas
erscheint wie eine Art fanatischer Stalker, der in seinem kleinen Büro in
der Tiefgarage das perfekte Weihnachtsessen für sich und Angela vorbereitet
hat und um jeden Preis ihre Freundschaft erlangen möchte. Erst als seine
Annäherungen immer wieder harsch zurückgewiesen werden, beginnt die
Situation, drastisch zu eskalieren.
Über einen gewissen
Zeitraum scheint es, als gehen von Thomas keine direkten Gefahren aus, als
sei er einfach nur ein einsamer, armer Spinner. Doch als er Angela mit einem
außerordentlich brutalen Mord an einem Unbeteiligten seine Machtposition
demonstriert, entwickelt sich "P2" langsam zum schonungslosen
Katz- und Mausspiel. Über insgesamt vier Etagen der Tiefgarage verfolgen
Thomas und sein aggressiver Rottweiler die flüchtende Angela, wobei sich
die Situation in eine immer ausweglosere Lage zu entwickeln scheint. Der
Verfolger scheint in einer übermächtigen Position, da er die Schritte
seines Opfers über die Überwachungsanlage jederzeit verfolgen kann. Ab
diesem Zeitpunkt inszeniert Khalfoun dann einen durchaus harten
Psycho-Horror-Thriller, der seinem Publikum mit gezielten Schockeffekten und
wenigen, dafür aber um so drastischeren Gewaltszenen ein ums andere Mal den
Atem stocken lässt.
"P2"
fehlt die konsequente, schweißtreibende Spannung eines "High
Tension", auch dessen bedrückende und kompromisslose Atmosphäre wird
in dieser Produktion nicht ganz erreicht. Nichtsdestotrotz fesselt Franck
Khalfoun's Debüt seine Zuschauer unnachgiebig und wartet zwar mit einer
wenig überraschenden, dafür aber sehr unterhaltsamen Dramaturgie auf. Nur
wenig des Gezeigten war dabei nicht vorauszusehen, was dem
Unterhaltungsfaktor allerdings keinen Abbruch tut. Horrorfans werden, so
lange sie sich mit der Tatsache anfreunden, dass dies kein vollwertiges
Aja-Projekt war, sondern dieser eben nur produzierte und das Drehbuch
schrieb, bestens unterhalten. Splattertechnisch sollte dabei quantitativ
nicht zu viel erwartet werden, doch wenn "P2" dann mal das
Kunstblut auspackt, dann in einer unverkennbar französischen Härte und
Brutalität, was in diesem Fall in einer drastischen Sequenz gipfelt, in dem
ein menschlicher Körper von einem Wagen äußerst drastisch und ebenso
graphisch zerschmettert wird.
"P2" wird
beinahe komplett von zwei Schauspielern getragen, alle anderen Akteure
dürfen lediglich kleine Nebenrollen einnehmen. Rachel Nichols und Wes
Bentley überzeugen in ihren Rollen gleichermaßen, wobei als Nichols'
Besetzungsgrund vordergründig sicherlich ihr pralles und jederzeit zur
Schau gestelltes Dekollete herhalten durfte. Doch von dem abgesehen mimt sie
auch das verängstige und panische Opfer sehr glaubhaft. Mit Wes Bentley auf
der anderen Seite, gelang den Verantwortlichen sicherlich eine für viele
Filmkenner überraschende Besetzung, hatte sich Bentley doch seit seinem
grandiosen Auftritt in "American Beauty" im Filmbusiness eher rar
gemacht und war seitdem nur noch vereinzelt vor Kameras getreten. In
P2" darf er nun unter Beweis stellen, dass er die Rolle des stillen
Psychopathen noch immer wie kein Zweiter beherrscht und daher war seine
Besetzung mit Sicherheit die richtige Wahl.
"P2" ist
zwar nicht der ganz große Streich, den manch einer sicherlich erwartet
hätte, dafür liefert der Streifen aber kurzweilige und zeitweise überaus
spannende Thriller-Kost der gehobenen Klasse. Als einziges Manko, sofern
überhaupt als solches auszumachen, ist die vorhersehbare Story zu benennen,
die zwar jederzeit sehr gut funktioniert, dabei aber nur selten mit
Überraschungen aufwarten kann. Innerhalb der beschränkten Handlung hat
Franck Khalfoun allerdings alles richtig gemacht und liefert einen
nervenaufreibenden Psycho-Thriller mit überzeugenden Charakteren, wenigen,
aber sehr effektiven Gore-Szenen und einem steten Unterhaltungswert. Kein
potentieller Klassiker, aber ein Must Have beim nächsten Gang in die
Videothek des Vertrauens.
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