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Kurz nach dem Ende des spanischen
Bürgerkriegs: Das elfjährige Mädchen Ofelia zieht mit ihrer
hochschwangeren Mutter nach Nordspanien - dem Stiefvater hinterher. Dieser
kämpft energisch als Offizier gegen die republikanischen Rebellen. Er hat
sich mit seinem Trupp in einem kleinen Dorf niedergelassen wo es alles
andere als sicher ist.
Ofelia hat ein sehr schwieriges Verhältnis zu Vidal, der grob und roh im
Umgang ist und das kleine Mädchen nicht besonders achtet. Er freut sich nur
auf sein Neugeborenes, dass ein Sohn zu sein hat, und sonst auf
offensichtlich auf nichts im Leben.
Aufgrund der misslichen Situation flieht das kleine Mädchen in eine
unwirkliche Fantasiewelt, voller obskurer Kreaturen. Schon bald bekommt sie
von einem gewissen Pan Aufgaben, die sie lösen muss. Nur wenn sie
erfolgreich ist, kann sie ein glückliches Leben führen… |
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Nach Betrachtung von „Pans Labyrinth“ muss
man sich erst mal sammeln und das Gesehene verarbeiten. Der mexikanische
Star-Regisseur Guillermo del Toro nimmt den Betrachter mit auf einen ganz
besonderen Trip. Einen Trip in eine fremde Welt, in der es von Seltsamkeiten
nur so wimmelt. Dazu kommen dann Szenen aus der Realität des Spaniens, der
40er Jahre. Grausam, brutal und definitiv nichts für einen
Wohlfühl-Filmabend. Wer Toro kennt, der weiß ja was auf ihn zukommen
könnte. Wer ihn nicht kennt, der wird ihn in diesem Film kennen lernen.
Auch wenn „Pans Labyrinth“ wohl nicht das Beste ist, was Toro bis jetzt
filmisch in den Kasten brachte. Denn „Pans Labyrinth“ ist sicherlich
nichts für die breite Masse.
Um den Film kurz, knapp und treffend zu beschreiben müsste man wohl sagen,
dass es sich hierbei um ein phantastisches Halbmärchen für Erwachsene
handelt. Denn die Geschichte der kleinen Ofelia wird zum einen in der
Realität und zum anderen in ihrer ganz eigenen, vorgestellten Welt gezeigt.
Und die ist nicht immer gut zu ihr. Aber immerhin besser als die Welt da
draußen. Wo ihr gehasster Stiefvater äußerst brutal gegen seine Gegner
vorgeht. Und das äußerst brutale Handeln wird in ein paar Szenen auch
äußerst brutal, vielleicht schon übertrieben, auf die Leinwand gebracht.
Szenen die an die Schrank-Szene in „High Tension“ erinnern, der in der
Bundesrepublik ja nicht ungeschnitten erscheinen durfte, sind schon harte
Kost. Auch für erprobte Horror-Seher.
Die Optik in der Welt der Ofelia ist extrem gelungen. Schön gezeichnet, in
kräftigen Farben. Ähnlich wie es schon im japanischen Filmbeitrag „Re-Cycle“
gezeigt wurde. Störend sind nur einige CGI-Effekte, die alles andere als
gelungen sind (z.B. die Kröte). Hier gibt es dann auch ein paar Ekelszenen,
die herrlich abscheulich sind. Schauspieltechnisch bewegt sich alles im
Rahmen. Die Darsteller treten sehr professionell auf.
Was Toro mit dem Film sagen will scheint leicht zu erraten: Vor Problemen
musst du wegrennen. Oder: Augen zu und weg. Na ja… vielleicht soll die
Flucht des Mädchens aus der Realität auch etwas anderes, tiefsinnigeres
bedeuten, damit können sich dann aber andere Autoren befassen. Der „intellektuelle“
Zirkel dürfte sich auf jeden Fall sehr über diesen Film freuen, da er doch
genug Spiel für Deutungen, Interpretationen und Spekulationen lässt. Der
einfach gestrickte Horror-Fan, der ja in der Vergangenheit auch schon mal
von Toro bedient wurde („Cronos“ (1993), „Mimic“ (1997) und „Blade
2“ (2002)) und vielleicht gerade deswegen zu diesem Streifen greift.
Aber viel Spaß wird er damit voraussichtlich nicht haben. Die Geschichte
beinhaltet kaum Spannung und ist nicht gerade durchgehend logisch. Klar, als
Horror-Fan ist man das gewohnt, dennoch erhofft man sich bei einem solchen
Film, der mit soviel Lob im Vorfeld überschüttet wurde, etwas anderes.
Auch die Charakterisierung der einzelnen Rollen ist nicht gut. Durch die
mangelhafte Vorstellung der Protagonisten erfährt man nur recht wenig von
ihnen, diese Informationen werden dann aber des Öfteren wiedergegeben. Das
weckt natürlich ebenso wenig Interesse wie die fehlende Tiefenwirkung im
Film. Alles ist blass und oberflächlich wiedergegeben.
Wer Bock auf ein „phantastisches Halbmärchen für Erwachsene“ hat und
mal etwas anderes sehen will, der dürfte mit Toros „Pans Labyrinth“
einen guten Griff landen. Es gibt eine nette Atmosphäre, nette Sets,
komische Sachen und auch genügend Brutalität. Allerdings sollte man, wenn
man sich zur Zunft der Normalos zählt, einkalkulieren, dass der Film eher
die Augen als den Geist inspiriert. Und hier noch ein Tipp am Rande: Gar
nicht erst versuchen zu verstehen, warum die kleine Ofelia drei Aufgaben
lösen muss... denn dies ergibt ebenso wenig einen Sinn, wie vieles anderes. |