Plan B

OT: Plan B
ca. 12 Minuten
Österreich 2006
 
Regie
Vlado Priborsky
Darsteller
Mario L'Ross
Manfred Sarközi
Ingrid Hocke
Dominic Goebel
u.a. 
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Sophie Liechtenstein will sich von Ehemann Clemens scheiden lassen, was ihn in eine noch desolatere Situation bringt. Die Scheidung könnte er zwar verkraften, weniger aber die Trennung von seinem Sohn. Zudem drücken ihn berufliche Probleme zusehends in die Knie. Sein Chef Bukowski bekommt noch eine Unsumme an Geld von ihm, was seinen Job schwer gefährdet.

Auf der Flucht aus einer solchen Situation, die Clemens noch als Tagtraum abhofft, will Clemens in seiner Wohnung in der Abgeschiedenheit abspannen und sich mit ein paar Bier voll laufen lassen. Doch als er vor seiner Wohnungstüre steht, bemerkt er, dass diese offen steht. Wie zu erwarten ist, macht Clemens einen Schritt in die falsche Richtung…



 

„Plan B“ kann durchaus als Phänomen betrachtet werden. Er ist einer dieser Filme, nach deren Betrachtung man zum Schluss kommt: „Den muss ich noch mal sehen“. Doch anders als bei Filmen wie „Memento“, „Butterfly Effekt“ oder auch ähnlichen Genrebeiträgen, die erst nach einem zweiten Betrachten mehr Klarheit bringen, bringt „Plan B“ den Vorteil mit sich, dass es sich um einen Kurzfilm handelt. Einen Kurzfilm von 12 Minuten Spielzeit, der in der österreichischen Filmschmiede Independent-Works entstanden ist. Regisseur Vlado Priborsky („Sophie“ „Valentin's Tag“) hat hier etwas Besonderes geschaffen. Und das mit geringen Mitteln und viel Aufwand. Auf vier Drehtage kamen knapp 60 für den Schnitt.

Als Filmfan merkt man aber sofort, dass sich die Mühe geloht und Priborsky seine Hausaufgaben gemacht hat. Er baut Elemente ein, die viele Amateur-Filmer einfach vergessen oder nicht für wichtig erachten. Sensationelle Schnitte, erstaunliche Kameraeinstellungen und gute Schock-Szenen lassen den Eindruck entstehen, dass hier ein Profi am Werk ist. Auch die Musik klingt sehr professionell. Priborsky ist zwar zum Zeitpunkt des Entstehens von „Plan B“ kein Profi (im finanziellen Sinn), er hat aber das beste Zeug dazu einer zu werden. Das, was man in „Plan B“ sieht, wünscht man sich eigentlich auch mal von den überbezahlten „Star-Regisseuren“ aus unseren Landen respektive deren Anrainer zu sehen. Aber es ist ja oft so, dass Leute mit frischen Ideen Eingeschlafenes wieder zum Leben erwecken. Und als Film-Fan kann man nur hoffen, dass Priborsky ein solcher Regisseur werden kann.

Weitere Details zum Film selbst und seiner Handlung sollen an dieser Stelle nicht weiter besprochen werden. Es reicht zu sagen, dass es sich bei „Plan B“ um einen besonderen, besonders guten Film der andern Art handelt, der trotz seiner Professionalität nie den Charme des Independent-Kinos verliert. Mit seiner selbstständigen Art und der prickelnden Atmosphäre das wett macht, was technisch im Argen ist (z.B. darstellerische Schwächen, Stilschwankungen) und zudem zeigt, was man sehen will.

Wer sich einen genaueren Überblick verschaffen möchte, kann dies dankenswerterweise auf der Homepage des Produktions-Teams machen. Unter dem Link http://www.independentworks.at gibt es die komplette Version von „Plan B“ gratis zum Download beziehungsweise zum online gucken.

„Plan B“ ist im Übrigen der Vorgänger des gelungenen „Sophie“ der Anfang 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt wird und wurde berechtigterweise auch schon mit Preisen ausgezeichnet: 3. Platz beim Ohne Kohle Filmfestival 2006 in der Kategorie "Best Of Austria 06".

Für Fans des Independent-Kinos ist „Plan B“ ein Muss. Und für Leute, die auch mal unabhängige Filme machen wollen beziehungsweise ihren Horizont erweitern wollen, ist „Plan B“ sicherlich der richtige Lehrfilm.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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