Poker Run - Highway To Hell

OT: Poker Run
ca. 88 Minuten
USA 2008
 
Regie
Julian Higgins
Darsteller
Kevin Anthony Brooks
Ryan Caldwell
Cathy Deobler
D.C. Douglas
u.a. 
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Billy und Ray sind zwei üble Zeitgenossen. Die beiden Biker aus dem Hinterland halten sich nicht gerade an die gesetzlichen Vorschriften. In keiner Weise. Eines Tages treffen die beiden auf Robert und Allen. Zwei Männer aus der Großstadt, die mit ihren Frauen auf Tour sind. Die sechs schließen sich zusammen, um den „Poker Run“ zu machen. Ein Spiel, bei dem man fünf Bars anfahren muss um dort eine Karte serviert zu bekommen. Doch an eine gute Hand ist nicht zu denken. Die beiden Halunken entführen nämlich die Bräute der Touristen und wollen ein bösartiges Spiel spielen.



 

Das Cover von „Poker Run“ verspricht einem den „Highway To Hell“. Die Beschreibung ein Rednecks meets Roadtrip. Und wenn dann noch pokernde Rocker vorkommen, die nichts Gutes im Sinn haben, ist das doch eine Steilvorlage für einem guten Horror-Streifen, oder?

Leider ist das, was „Poker Run“ bietet aber alles andere als gute Ware. Nicht mal solide Horror-Kost und schon gar kein unterhaltsamer Film. Leider. Und dabei fängt es gar nicht mal so schlecht an: Man wir zu Beginn mit den beiden Übeltätern vertraut gemacht. Sie leben abgelegen, entstammen offensichtlich nicht dem frischesten Genpool und gehen keinem ordentlichen Job nach. Und dann kommen die Städter. Leichte Opfer...

Das Spielchen hübsche Städter gegen abgefuckte Rocker funktioniert dann im Verlauf aber nicht so, wie man sich das wünscht. Es ist wenig spannend, kaum atmosphärisch und nicht authentisch in Szene gebracht. Die Locations sind nicht immer so, wie man sich das wünscht. Da hätte man viel mehr rausholen müssen. Die karge Wüstenlandschaft und deren verstaubte Bars bieten viel mehr Potential, wie man aus anderen Filmen weiß. Zudem sind die bösen Figuren arg überzeichnet. Sogar soweit, dass sie unglaubwürdig wirken. Im Horror-Film ist das zwar nicht unbedingt besonders, hier fällt es aber arg auf.

Man kommt nichts Besonderes vor die Linse gesetzt. Hier und da gibt es zwar mal kleine interessante Einschübe, für eine gute Dauerunterhaltung ist das aber zu wenig. Obwohl man in einer Szene nicht so recht verstehen mag, warum sich ein Toter plötzlich zu Wort meldet. Nett sind dahingegen einige Dialoge. Zumindest für Freunde etwas merkwürdiger Unterhaltungen. Beispiel gefällig? „Letztes mal habt ihr eine Nutte in der Dusche vergessen. Wisst ihr wie schwer tote Nutten zu entsorgen sind, wenn die Biester erst mal tot sind...“. Aber so sind sie nun mal. Tote Nutten, welche die Dreistigkeit besitzen auch noch tot zu sein...

Optisch geht es nicht gerade um dahingeschiedene Prostituierte. Es müssen zwar Leute beziehungsweise einige ihrer Körperteile scheiden, dies bleibt dem Betrachter der deutschen Fassung allerdings „erspart“. In der Rohfassung ist der Film schon nicht sonderlich brutal, er wurde für den heimischen Markt aber noch mal gestutzt. „Poker Run“ ist wahrscheinlich wieder mal ein Beispiel für das Durchgreifen der oft kritisierten Prüfstelle. Filme mit hohem Budget dürfen viel, dafür werden kleine Produktionen dann dahin geschnitten, wo sie die Ordnungshüter hinhaben wollen. Wahrscheinlich um eine gewisse Quote zu erreichen. Aber wer weiß das schon?

Aber man muss gestehen, dass selbst Kettensäge, Pumpgun, Machete oder auch eine Armee von Zombies diesen Film nicht hätten retten können. Er ist von Regisseur-Neuling Julian Higgins einfach schlecht umgesetzt worden. Die Schnitzeljagd auf Rädern ist recht ereignislos, die „durchgeknallten“ Rednecks und ihre Gegenspieler sind uninteressant sowie recht harmlos und zudem nicht auf dem höchsten schauspielerischen Niveau. Es wird kein Poker gespielt und blutig ist der Streifen auch nicht. Da bleibt nicht viel Positives übrig. Lediglich ein interessanter Anfang. Und für einen guten, oder mittelmäßigen, Film ist das leider etwas zu wenig.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
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