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Billy und Ray sind zwei üble
Zeitgenossen. Die beiden Biker aus dem Hinterland halten sich
nicht gerade an die gesetzlichen Vorschriften. In keiner Weise.
Eines Tages treffen die beiden auf Robert und Allen. Zwei Männer
aus der Großstadt, die mit ihren Frauen auf Tour sind. Die sechs
schließen sich zusammen, um den „Poker Run“ zu machen. Ein
Spiel, bei dem man fünf Bars anfahren muss um dort eine Karte
serviert zu bekommen. Doch an eine gute Hand ist nicht zu denken.
Die beiden Halunken entführen nämlich die Bräute der Touristen
und wollen ein bösartiges Spiel spielen. |
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Das Cover von „Poker Run“
verspricht einem den „Highway To Hell“. Die Beschreibung ein
Rednecks meets Roadtrip. Und wenn dann noch pokernde Rocker
vorkommen, die nichts Gutes im Sinn haben, ist das doch eine
Steilvorlage für einem guten Horror-Streifen, oder?
Leider ist das, was „Poker Run“ bietet aber alles andere als
gute Ware. Nicht mal solide Horror-Kost und schon gar kein
unterhaltsamer Film. Leider. Und dabei fängt es gar nicht mal so
schlecht an: Man wir zu Beginn mit den beiden Übeltätern
vertraut gemacht. Sie leben abgelegen, entstammen offensichtlich
nicht dem frischesten Genpool und gehen keinem ordentlichen Job
nach. Und dann kommen die Städter. Leichte Opfer...
Das Spielchen hübsche Städter gegen abgefuckte Rocker
funktioniert dann im Verlauf aber nicht so, wie man sich das wünscht.
Es ist wenig spannend, kaum atmosphärisch und nicht authentisch
in Szene gebracht. Die Locations sind nicht immer so, wie man sich
das wünscht. Da hätte man viel mehr rausholen müssen. Die karge
Wüstenlandschaft und deren verstaubte Bars bieten viel mehr
Potential, wie man aus anderen Filmen weiß. Zudem sind die bösen
Figuren arg überzeichnet. Sogar soweit, dass sie unglaubwürdig
wirken. Im Horror-Film ist das zwar nicht unbedingt besonders,
hier fällt es aber arg auf.
Man kommt nichts Besonderes vor die Linse gesetzt. Hier und da
gibt es zwar mal kleine interessante Einschübe, für eine gute
Dauerunterhaltung ist das aber zu wenig. Obwohl man in einer Szene
nicht so recht verstehen mag, warum sich ein Toter plötzlich zu
Wort meldet. Nett sind dahingegen einige Dialoge. Zumindest für
Freunde etwas merkwürdiger Unterhaltungen. Beispiel gefällig?
„Letztes mal habt ihr eine Nutte in der Dusche vergessen. Wisst
ihr wie schwer tote Nutten zu entsorgen sind, wenn die Biester
erst mal tot sind...“. Aber so sind sie nun mal. Tote Nutten,
welche die Dreistigkeit besitzen auch noch tot zu sein...
Optisch geht es nicht gerade um dahingeschiedene Prostituierte. Es
müssen zwar Leute beziehungsweise einige ihrer Körperteile
scheiden, dies bleibt dem Betrachter der deutschen Fassung
allerdings „erspart“. In der Rohfassung ist der Film schon
nicht sonderlich brutal, er wurde für den heimischen Markt aber
noch mal gestutzt. „Poker Run“ ist wahrscheinlich wieder mal
ein Beispiel für das Durchgreifen der oft kritisierten Prüfstelle.
Filme mit hohem Budget dürfen viel, dafür werden kleine
Produktionen dann dahin geschnitten, wo sie die Ordnungshüter
hinhaben wollen. Wahrscheinlich um eine gewisse Quote zu
erreichen. Aber wer weiß das schon?
Aber man muss gestehen, dass selbst Kettensäge, Pumpgun, Machete
oder auch eine Armee von Zombies diesen Film nicht hätten retten
können. Er ist von Regisseur-Neuling Julian Higgins einfach
schlecht umgesetzt worden. Die Schnitzeljagd auf Rädern ist recht
ereignislos, die „durchgeknallten“ Rednecks und ihre
Gegenspieler sind uninteressant sowie recht harmlos und zudem
nicht auf dem höchsten schauspielerischen Niveau. Es wird kein
Poker gespielt und blutig ist der Streifen auch nicht. Da bleibt
nicht viel Positives übrig. Lediglich ein interessanter Anfang.
Und für einen guten, oder mittelmäßigen, Film ist das leider
etwas zu wenig. |