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Der aus Colorado stammende Volkszähler Steve
Kady (Jeremy Sisto) bekommt die Aufgabe, die Einwohnerzahlen der umliegenden
Gemeinden zu erneuern und landet so irgendwann auch in dem abgeschiedenen
Örtchen Rockwell Falls. Schon bei der Hinfahrt allerdings ereignet sich
Merkwürdiges. Als Steve einige Leute nach dem Weg befragt, ignorieren sie
ihn und suchen schnell das Weite. Steve denkt sich nichts weiter dabei und
findet den Weg alleine. Gerade als er an dem Ortschild vorbeifährt, platzen
ihm die Reifen. Glücklicherweise trifft er kurz darauf auf Deputy Caine
(Fred Durst), der ihn in die Stadt mitnimmt und das Auto abschleppen lässt.
Die Einwohner von Rockwell Falls sind allesamt freundlich und erscheinen wie
eine harmonische, große Familie, doch irgendwie scheinen sie sich über
Steve's Anwesenheit ganz und gar nicht zu freuen, was ihm einige auch direkt
zeigen. Dennoch geht Steve pflichtbewusst seiner Arbeit nach und stellt
dabei fest, dass die Einwohnerzahl schon seit mehr als 100 Jahren genau 436
beträgt. Als ob das nicht sonderbar genug wäre, praktiziert in Rockwell
Falls auch ein Arzt ohne Zulassung, der die Leute von einem seltsamen Fieber
heilt. Allerdings verhalten sich die Betroffenen danach geistesabwesend und
wie nach einer Gehirnwäsche. Steve stellt heimlich Nachforschungen an und
stößt dabei auf ein grausames Geheimnis. Ehe er es sich versieht ist er
selbst ein Teil des wahnsinnigen Planes der Dörfler... |
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Bei all den B-Movies aus dem Horrorbereich,
die Monat für Monat in die Videotheken gespült werden, und von denen die
Wenigsten etwas taugen, ist man über jede positive Ausnahme erfreut. Da
überrascht es, dass sich gerade so ein unauffälliger Streifen wie
"Population 436" im überdurchschnittlichen Abteil platzieren
kann. Ganz klar, wer einen blutrünstigen, schockierenden und albtraumhaft
spannenden Schocker à la "High Tension" sucht, der ist hier
falsch. Michelle Maxwell MacLaren, der hier sein Regiedebüt ablieferte und
zuvor nur einige Episoden für Serien wie "Akte X" oder "Law
& Order: New York" inszenierte, bedient mit "Population
436" die Mysteryfraktion, welche sich auch mal mit einem ruhigen,
bedrohlichen Film ohne viele Höhepunkte zufrieden gibt.
Gut möglich, dass die Story das Genre nicht neu erfindet, doch ich war mit
dem Gezeigten durchaus zufrieden. Die Geschichte vom Großstädter, der sich
in die Kleinstadt begibt und dort mit religiösem Wahn konfrontiert wird,
klingt nicht unbedingt haarsträubend, wurde hier aber ansehnlich umgesetzt.
Man merkt dem Regiestil MacLaren's deutlich an, dass er für gewöhnlich
Serienfolgen inszeniert, denn "Population 436" kommt gemächlich
in die Gänge und hält sich mit Effektfressenden Momenten zurück. Das
halte ich in diesem Fall jedoch für nicht weiter tragisch, da dennoch keine
Langeweile aufkommt und "Population 436" gar kein derber
Horrorsicko sein will.
Der Spannungsfluss ist kontinuierlich und nimmt stetig größere Ausmaße
an. Anfangs wird Steve noch mit Ignoranz konfrontiert, im weiteren Verlauf
der Handlung wird aber immer klarer, dass mehr hinter dem Verhalten der
Dörfler steckt als eine schlechte Erziehung. Auch die Sache mit den exakt
436 Bewohnern ist äußerst seltsam, denn schließlich liegt es in der Natur
der Sache, dass eine Gemeinde nach und nach wächst oder an Einwohnern
verliert. Schnell muss Steve allerdings feststellen, dass die Leute aus
Rockwell Falls eine sichere Methode haben, die Zahl 436 permanent bestehen
zu halten.
"Population 436" hat eine schöne Atmosphäre, die durch die
Abgeschiedenheit des Örtchens und der Hilflosigkeit der Opfer entsteht.
Einen wesentlichen Teil dazu tragen mit dem Helikopter eingefangene
Gesamtaufnahmen von Rockwell Falls bei, die zeigen, dass ringsherum nur Wald
ist und ein Fluchtversuch sich so äußerst schwierig gestalten kann. Sobald
Steve ungefähr ab der Hälfte des Films hinter das Geheimnis der Stadt
kommt, machen die Anwohner Jagd auf ihn und ab diesem Zeitpunkt schafft der
Film es, einen nicht mehr loszulassen. Auch, wenn ich schon spannendere
Filme gesehen habe, wollte ich unbedingt wissen, wie es ausgeht, und ob
Steve und einigen anderen, die noch nicht dem Wahnsinn verfallen sind, der
Fluchtversuch gelingt.
In der Schauspielerliste finden sich durchaus bekannte Namen.
Hauptdarsteller Jeremy Sisto entwickelt sich immer mehr zu einem Must Have
für jeden B-Regisseur. Ganz egal ob nun in "May", "Wrong
Turn", "Dead & Breakfast" oder "One Point Zero"
- Sisto erledigte seinen Job bislang immer makellos und selbiges gilt auch
hier. Den Volkszähler, der hinter das schmutzige Geheimnis einer ganzen
Gemeinde kommt spielt er großartig.
Sehr gespannt war ich persönlich auf Limp Bizkit Frontmann Fred Durst, der
bislang noch nicht viel Erfahrung als Akteur sammeln konnte und hier nach
"Sorry, Haters" und einem Kurzauftritt in "Zoolander"
ein drittes Mal vor der Kamera agiert. Und, ob es die LB Hasser nun glauben
oder nicht, Fred Durst spielt die Rolle des Deputy Caine so, als würde er
schon sein ganzes Leben lang den Beruf des Schauspielers ausüben. Was daran
so überrascht, ist die Tatsache, dass Cain kein Bad Guy ist, sondern ein
herzensguter Typ, der, obwohl er in Rockwell Falls lebt, Steve helfen
möchte. Dabei spielt Durst oftmals ruhig und zurückhaltend, ganz anders
als man ihn von seinen lautstarken Bühnenauftritten kennt.
Wer im Voraus weiß, dass "Population 436" kein nervenzerfetzender
Horrorschocker, sondern ein gemächlicher Mysterythriller ist, der wird
nicht enttäuscht werden. Atmosphäre und ein wohliges Gruseln entstehen
dabei schnell und werden bis zum Ende aufrecht erhalten. Was mir allerdings
nachhaltig Kopfzerbrechen bereitete ist die Freigabe ab 16, denn es gibt
keine Szenen im Film, die eine Freigabe ab 12 Jahren verhindern könnten.
Wie dem auch sei, natürlich ist "Population 436" kein ganz
großer Wurf, doch für einen spannenden Abend ohne all zu viele Höhen,
dafür aber auch ohne Tiefen, ist er gut geeignet. |