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Postbote Sawaki ist gerade bei der Erledigung
seines Jobs. Völlig unmotiviert streicht er durch die Landen, bis er auf
einen alten Schulfreund trifft. Sein Leben soll sich von nun an drastisch
ändern. Der ehemalige Schulkollege Noguchi ist frischgebackener Yakuza und
hat sich zum Beweis seiner Treue zur Organisation gerade seines kleinen
Fingers entledigt.
Dummerweise landet der abgetrennte Finger, durch eine Unaufmerksamkeit nach
der Unterredung, im Postsack und nicht beim Vorgesetzten Noguchis. Dies ist
für beide Männer nicht gerade gut. Denn Noguchi kann seinen Treueeid nicht
abschließen und Sawaki befördert ein brisantes Gefahrengut. Eigentlich
sogar zwei, da er von Noguchi ein Päckchen übernommen hat, in dem sich
Drogen befinden. Dummerweise hat auch die hiesige Polizei mitbekommen, dass
Sawaki in der Wohnung des Yakuza war. Der steht nun unter dem Verdacht,
selbst Mitglied der Mafia zu sein.
Sawaki bekommt von der Überwachung durch die Polizei nichts mit und zieht
sich erst mal in sein bescheidenes Heim zurück, wo er sich aktuelle die
Post zur Brust nimmt, die er zuteilen soll. Dort findet er den
Abschiedsbrief einer todkranken Frau, in die er sich schnurrstracks
verliebt. Er macht sich auf ins Krankenhaus, wo er später den ebenfalls
krebskranken Profikiller Joe kennen lernt. Joe erzählt aus seiner
ruhmreichen Vergangenheit und einem Highlight seines Lebens. Dem Contest „Asia’s
Best Killer“.
Währenddessen ist die Polizei weiter hinter Sawaki her. Sie ist sich
sicher, dass Sawaki kein einfacher Drogenkurier oder Strohmann der Mafia
ist, sondern offensichtlich ein geisteskranker Serienmörder, den es
auszuschalten gilt… |
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Das ist mal wirklich harte Kost, was uns der
asiatische Kult- und Ausnahmeregisseur Hiroyuki Tanaka aka Sabu („Monday“,
„Unlucky Monkey“) mit seinem Werk „Postman Blues“ serviert. Ein
Potpourri verschiedenster Charaktere, verschiedenster Situationen und
verschiedenster Schicksale. Und präsentiert wird es in einer sehr
eigenwilligen Art, von der man nicht richtig weiß, was wie man sie
einschätzen soll. Deprimierend, erfreulich, tragisch oder lustig.
„Postman Blues“ zeigt den Wandel im Leben des Postboten Sawaki, der
schräger und unverhoffter kaum sein könnte. Eben war er noch ein
Mauerblümchen und wenige später wird er zum Gejagten. Jede neue Situation
scheint sein Leben zu verändern, ihn in einen Sog zu reißen, von dessen
Anziehungskraft er sich nicht entziehen kann. Es geht geradewegs ins
Verderben. Ohne Umweg und Ausweg. Und alles nur wegen einem kleinen Finger.
Regisseur Sabu nutz zur Darstellung der Thematik interessante Charaktere,
die alle etwas sehr Skurriles haben. Das hat den großen Vorteil, dass bei
der Charaktervorstellung kaum Zeit für Langeweile bleibt, auch wenn die
verschiedenen Persönlichkeiten nicht bis ins Detail entblößt werden. Da
das Grundtempo des Films eher langsam ist, bietet sich nämlich genug Raum
für Langatmigkeit, die sich dann auch in einigen Szenen breit macht. Diese
Einschübe sind glücklicherweise begrenzt, da es immer wieder etwas Neues
zu entdecken gibt. Dennoch kann man nicht sagen, dass „Postman Blues“
ein überdurchschnittlich unterhaltsamer Film ist. Zumindest über die
gesamte Spielzeit. Spannung gibt es gelegentlich, eine dichte Atmosphäre
eher selten. Auch der Humor springt einem nicht direkt ins Gesicht, er kommt
versteckt und in manchen Szenen kaum spürbar daher. Aber das ist sicherlich
nicht verkehrt, da Klamauk die beklemmende, melancholische Stimmung des
Films zerstören würde.
Brutal ist „Postman Blues“ nicht. Muss er auch nicht sein. Hier und da
gibt es zwar mal eine Schießerei oder andere Actionszenen, aber
grundsätzlich bestimmt das ruhige Tempo den Film – Bis es zum schnelleren
Ende kommt. Von daher kann die Fraktion, die lieber auf Action und Gewalt
steht entweder die DVD im Verkaufsregal lassen, oder einige Kapitel
auslassen. Allerdings begreift man den Schluss nicht, wenn man das Geschehen
davor nicht gesehen hat.
Ob „Postman Blues“ nun ein guter, ein sehr guter oder kein guter Film
ist, ist nicht eindeutig zu beantworten. Es gibt sicherlich eine Zielgruppe,
welche diese Thematik, das ruhige Tempo und die lakonische Art des Films
mag, genauso sicher gibt es aber auch eine Menge Menschen in Mitteleuropa,
denen Filme dieser Art nicht zusagen. Fest steht aber, dass „Postman Blues“
kein 0815 Streifen ist und eine ganz besondere Geschichte erzählt. Von
daher sollte sich am besten jeder selbst ein Bild machen, ob ihm dieser Film
zusagt oder nicht. So richtig schlecht ist „Postman Blues“ aber auf
keinen Fall. |