|
Gerade als ein Ärztepaar auf dem Weg zurück
in ihre Klinik ist, springt ihnen ein junges Mädchen vor den Wagen. Wie
sich herausstellt ist das Mädchen schwanger. Die Ärzte nehmen die
heranwachsende Frau mit um sie sicherheitshalber zu untersuchen und erfahren
Schreckliches: Sie ist erst 15 Jahre alt und behauptet, im Verlauf der
Untersuchung, vom Teufel geschwängert worden zu sein. Und in der Tat: Es
werden seltsame Auffälligkeiten festgestellt.
Derweil wartet vor den Toren der eingezäunten Klinik der Vater des
Mädchens, der auf keinen Fall möchte, dass dem Wunsch seiner Tochter
nachgegangen wird. Er ist nämlich im „Auftrag des Herrn“ unterwegs und
zudem militanter Abtreibungsgegner. Die Sicherheitsleute versuchen sich dem
verwirrten Vater und seinen, zur Hilfe gekommenen, Söhnen in den Weg zu
stellen, doch diese haben keine Skrupel ihre Schusswaffen einzusetzen. Ihnen
scheint jedes Mittel recht um in das Gebäude einzudringen und schon bald
gehen sie über Leichen… |
|
Kultregisseur John
Carpenter, der im Horror-Genre eine bekannte Größe ist, hat es sich nicht
nehmen lassen, auch für die zweite Staffel der „Masters Of Horror“
einen Beitrag abzuleisten. Aufgrund der Tatsache, dass die Serie durch viele
gute Beiträge, unter anderem seinen „Cigarette Burns“ recht populäre
geworden ist, sollte man meinen, dass Carpenter sich wieder etwas Besonderes
ausdenkt um damit ein Ausrufezeichen zu setzten. Dem ist aber leider nicht
so. Er kann die meisten seiner mitschaffenden Kollegen nicht übertrumpfen
und landet mit seinem Beitrag „Pro-Life“ sogar in den unteren Regionen.
Das dies allerdings einen ganz besonderen Grund hat, wird im Verlauf dieses
Reviews ersichtlich.
Die Geschichte ist viel zu trivial, um Fans des Horrors, die ja schließlich
die Zielgruppe sein dürften, dazu zu bringen, sich anständig zu gruseln.
Die Story ist nicht nur schnell erzählt, sondern auch schon des Öfteren
verfilmt worden. Filme wie „Blessed - Kinder des Teufels„ oder der etwas
bekanntere Beitrag „Rosemaries Baby“ sind hierfür nur zwei Beispiele.
Die erzählerischen Möglichkeiten um die kommende Geburt des Teufelskindes
bietet also kaum Potential, sich von der Horror-Masse abzusetzen. Also
dachte sich Carpenter wohl, etwas über das Visuelle rauszuholen. Und das
soll auch gelungen sein. Zumindest behaupten das diejenigen, die sich nicht
die deutsche Version des Films angeguckt haben. Diese wurde nämlich in
nahezu allen blutigen Spezialeffekt-Szenen geschnitten. Was man selbst als
Laie schnell merkt. Dass es selbst im Jahre 2008 noch vorkommt, dass Label
ihre Filme aufgrund von voreingenommenen Meinungsmachern schneiden müssen
ist ebenso traurig wie die Tatsache, dass dies ausgerechneten bei einem Film
eines Mannes passiert, der viel für den Film gemacht hat. Aber er hat sich
da ja auch ein Thema ausgesucht, mit dem Freunde des Katholizismus
ernsthafte Probleme haben müssen. Abtreibung ist ja bekanntlich ein
Tabu-Thema, dass man nicht mal mit der Kneifzange anfassen darf. Aber sei es
wie es ist. Filmfreunden und auch den Fans von Spezialeffekten wird wohl ihr
ganzes Leben aufoktroyiert, was gut und was böse ist und welche Tabus
gebrochen werden dürfen.
Somit muss man den Film also so betrachten, wie er in seiner verkürzten
Version über die Leinwand flimmert. Und man muss leider feststellen, dass
es massenweise Filme des Horror-Genres gibt, die mit wesentlich mehr
Spannung und einer viel dichteren Atmosphäre daherkommen. Einen Aha- oder
Ihhh-Effekt gibt es nicht. Vielmehr belangloses, wenig innovatives Material
und nur wenige Elemente, die einen bei Laune halten. Zumindest dann, wenn es
mal etwas trashiger wird, kommt Freude auf. Als Satan himself (der war es
doch wohl...) aus dem mit Plastik-Fliesen belegten Boden stößt weiß man
um die Ernsthaftigkeit des Gezeigten und darf sich lächelnder weise
zurücklehnen. Recht positiv fällt auch die Musik auf, die Carpenters Sohn
Cody beigesteuert hat. Cody ist akustisch eindeutig in die Fußstapfen
seines Vaters getreten und hat ja bereits die Musik für "John
Carpenter's Vampire", "Ghosts Of Mars" und auch den MOH-Teil
„Cigarette Burns“ beigesteuert. Für weitere Genüsse der optische Art
sorgt Schauspieler Ron Perlman, in seiner altbekannten, überaus wütenden
Art. Die Kollegen an seiner Seite spielen anständig, aber nicht sonderlich
auffällig.
Unterm Strich bleibt somit nicht allzu viel Positives. Da der Film
allerdings, wie auch die anderen Beiträge zur Serie, weniger als eine
Stunde Spielzeit hat und mit einem recht flotten Tempo versehen ist, wird er
nie wirklich langweilig und ist durchaus für eine kurzweilige Unterhaltung
zu empfehlen. Wer Probleme mit Zensur und dem daraus resultierenden Fehlen
von Spezialeffekten hat, wird mit „Pro-Life“ aber sicherlich nicht
glücklich werden. |