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Klein
aber oho..
Keine
Frage, wohl kaum ein Jahrzehnt war in Sachen Horrorfilmen
produktiver und kreativer als die 1980er Jahre. Fast regelmäßig
versorgten Filmstudios die Videotheken mit Nachschub.
Als
besonders fleißiger Lieferant erwies sich dabei der Produzent,
Drehbuchautor und Regisseur Charles Band. Knapp 250 Einträge
weist die Filmografie des Vielfilmers auf. Über die Qualität
seiner B-Movies lässt sich dabei sicherlich streiten, nicht aber
über den Erfolg des wohl bekanntesten Outputs seiner
Produktionsfirma „Fullmoon Productions“: „Puppet Master“
Kurzweilig, unterhaltsam und zudem mit einem schönen und eingängigen
Score von Richard Band, dem Bruder des Produzenten, versehen,
bietet der Film alles, was man von einem 80er-Jahre Horrorfilm der
B-Klasse verlangen kann. – Leichte dramaturgische Mängel,
Logikfehler und schauspielerische Defizite inklusive…
Der
Film startet spannend. Während Andre Toulon auf seine Verfolger
wartet und seine Puppen versteckt, zeigt die Kamera durch
spektakuläre Fahrten das Geschehen aus Sicht einer seiner Puppen.
Dann folgt der Selbstmord.
Danach nimmt Regisseur David Schmöller, der 1979 mit “Tourist
Trap” einen Film schuf, den Kultautor Stephen King zu seinen
Favoriten zählt, das Tempo aus dem Spiel. Fast ausschließlich
geht es nun um die Vorstellung der Charaktere, die sich in
Toulon’s Haus treffen.
Die schauspielerischen Leistungen sind ganz passabel. Im
Wesentlichen ragen dabei Stuart
(„Re-Animator“) Gordon’s Favorite-Actrice Barbara Crompton
(„Re-Animator“, „From Beyond”, “Castle Freak”), die in
einer kleinen Nebenrolle zu sehen ist, und Irene Miracle heraus.
Letztere dürfte bekannt sein aus Dario Argento’s „Horror
Infernal“ (1980). Sie spielt hier die Wahrsagerin Dana, die mit
zynischen Kommentaren die Gesellschaft in dem Haunted House unterhält,
wenn sie nicht gerade der weißen Magie frönt oder ihren
ausgestopften Mopshund knuddelt. Die GoldenGlobe Gewinnerin
(Auszeichnung für ihre Rolle 1978 in Alan Parker’s „Midnight
Express“) bleibt allerdings – ebenso wie ihre Kolleginnen und
Kollegen – etwas blass im Vergleich zu den eigentlichen
Hauptdarstellern des Films, den Puppen.
Diese sind in
bester Ray-Harryhausen-Manier mit Stop-Motion-Technik animiert und
rocken dann im Finale des Films das Haus.
Teilweise blutig,
teilweise unfreiwillig niedlich metzeln sich die Puppen durch die
Schar ihrer ungebetenen Gäste. Da ihr Schöpfer Andre Toulon jede
einzelne von ihnen netter Weise mit speziellen Fähigkeiten
ausgestattet hat, bekommt der Zuschauer eine kreative Palette
kurioser Puppenmorde geboten. Hakenhand und Messer, Bohrkopf oder
Blutegel kommen zum Einsatz. Kein Wunder, dass die „Killerbarbies“
an eine Miniversion von Clive Barker’s Cenobiten-Truppe aus „Hellraiser“
erinnert. Da passt es auch, dass der grimmige Troll mit den
Riesenhänden und Stecknadelkopf dann auch „Pinhead“ heißt…
Dass
die Puppen dann seinerzeit den Nerv des Publikums getroffen haben,
belegte der große kommerzielle Erfolg der
Direct-to-Video-Produktion. Ehrensache also für Charles Band, die
Videotheken mit Nachschub – bis dato neun Nachfolgern - zu
beliefern…
Fazit:
Netter B-Movie-Puppenhorror mit kreativen Ideen. Eine
unterhaltsame Reise in die 80er Jahre. |