|
Amerika im 2. Weltkrieg: Der
junge Danny wünscht sich nichts sehnlicher, als beim Militär in
Europa den Kampf gegen die Nazis zu unterstützen. Doch seine
Beinbehinderung lässt nicht zu, es seinem Bruder als Kriegshelden
gleich zu tun. Stattdessen ist er Schreiner in einem Hotel und
muss zusehen, wie seinem Schwarm Beth der Hof gemacht wird –
ausgerechnet von einem Nazi-Spion!
Da erinnert er sich an den faszinierenden Hotelgast, den
Puppenspieler Andre Toulon. In einem Versteck findet er das Vermächtnis
des Puppenspielers: Einen Koffer mit Puppen und ein mysteriöses
Serum, das den Puppen Leben einhaucht. Jetzt schlägt Danny’s
Stunde: Mit Hilfe seiner kleinen, tödlichen Freunde macht er sich
auf, den Nazis den Kampf anzusagen… |
|
So kann man auch mit kleinen
Sachen, andren eine Freude machen. Das dachte sich wohl auch
Produzent Charles Band, der seine Killerpuppen des „Puppetmaster“
zum jetzt schon zehnten Mal ins blutige Rennen schickt.
Zwanzig Jahre nach dem Debüt hat die „Puppet-Master“-Reihe um
die kleinen kreativen Killer nichts von ihrem Charme verloren. –
Vorausgesetzt, man kann mit anspruchsloser aber umso
unterhaltsamerer B-Movie-Kost etwas anfangen und erwartet keinen
Blockbuster mit modernsten Effekten, Oscar reifen
schauspielerischen Leistungen oder gar Logik…
Back to the Roots ist hier angesagt (mit einer Träne im
Knopfloch, dass die gute alte VHS-Kassette ausgedient hat, die dem
Film sehr gut zu Gesicht gestanden hätte…).
Dabei baut Regisseur David DeCoteau, der hier bereits zum vierten
Mal das Regiezepter für den “Puppetmaster” schwingt, in
erster Linie auf die altbekannten Stärken der beliebten
Hauptdarsteller der Serie, die Puppen und ihre individuellen „Fähigkeiten“.
Fans der Serie können sich also auf ein Wiedersehen mit Pinhead,
Tunneler und Blade freuen, wie zu erwarten, allerdings weniger auf
eine tiefgründige Story.
Der Plot selbst ist nämlich eher simpel gestrickt. Nazi-Spione,
eine japanische Gier-Geisha und Teenie-Horror der Marke „Außenseiter
wird zum Superhelden“. Das MUSS nicht zwangsläufig schlecht
sein, IST es auch nicht. Allein der Anspruch bleibt auf der
Stecke. Beste Voraussetzungen also für einen unterhaltsamen
Retro-Abend!
David DeCoteau, seines Zeichens auch Regisseur der eher dämlichen,
irgendwie aber doch unterhaltsamen „Brotherhood“-Reihe,
schafft es auch hier, eine mäßige Story kurzweilig zu präsentieren,
wobei er geschickt direkt an die Geschehnisse aus Teil 1 anknüpft.
Hilfreich sind ihm bei seiner Umsetzung natürlich wieder die
beliebten und bekannten Helden der Serie, die sich hier einmal
mehr nach Herzenslust austoben dürfen und als Nazi-Jäger die
Achse des Bösen vernichten. Als Highlight gesellt sich zum
Stammpersonal der kleinen Racker sogar noch ein Puppen-Ninja, der
allein einen Blick wert ist! Ganz witzig anzuhören sind übrigens
auch die deutschen und japanischen Akzente in der
englischsprachigen Version.
Alles in allem bietet „Puppetmaster – Axis of Evil“ genau
das, was man von ihm erwartet: leichtes unterhaltsames Horrorkino,
ein paar blutige Effekte und ein Wiedersehen mit alten Bekannten,
die man irgendwie ins Herz geschlossen hat…
Fazit: Auch der zehnte Aufguss der „Puppetmaster“-Serie kann
unterhalten. Man darf gespannt sein, womit Charles Band sein
Puppen-Ensemble demnächst erweitern wird. Und das wird er –
hoffentlich… |