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Vietnam, 1972: Die Funkzentrale einer
koreanischen Einheit empfängt einen Hilferuf einer seit sechs Monaten
verschollenen Einsatztruppe. Mysteriös: Laut Aussage eines überlebenden
Mitglieds dieser Abteilung sind damals sämtliche Soldaten dieser Einheit im
Kampf getötet worden!!
Lieutenant Choi wird beauftragt, mit einem
Suchtrupp, bestehend aus neun Soldaten, der Sache auf den Grund zu gehen.
Vor dem Einsatz wird noch kurz ein Erinnerungsfoto geschossen. Dann geht es
los in das Einsatzgebiet, den R-Point, eine bereits in vergangenen Tagen
heftig umkämpfte Region. Nach
ersten Feindberührungen mit dem Vietcong gelangt die Mannschaft endlich in
den Geländeabschnitt, von dem aus offensichtlich der Funkspruch abgegeben
wurde: Ein nebliger, unheimlicher Sumpf, einst ein Massengrab ermordeter
Soldaten.
Eine in Stein gemeißelte Warnung wird als
abergläubischer Humbug abgetan. In einem verlassenen einsamen Landhaus
schlägt die Gruppe ihr Quartier auf. Bald erreichen die Soldaten weitere
Funksprüche. Von einer verfallenen
unheimlichen Tempelanlage erklingen merkwürdige Geräusche, unheimliche
Dinge geschehen. Der Sumpf scheint seine Toten wieder freizugeben... |
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Es wird derjenige, an dessen Hand Blut klebt,
niemals zurückkehren...
Wie schön sind doch solche stimmungsvollen Sätze in einem
Horrorfilm. Noch schöner jedoch, wenn sie, wie in diesem Fall in Form
einer Warnung danieder stehen und von den Personen der Handlung ignoriert
werden. Freunde gepflegten Gruselns wissen nämlich nur zu gut, was
daraufhin nun folgen wird...
Die Idee, Horrorelemente mit denen des
Kriegsfilm zu vermengen, ist so neu nicht. Schon einige andere Filme
bedienten sich dieser Verquickung. Die Umsetzung war dabei mal mehr (z.B.
„Die unheimliche Macht“ („The Keep“, Michael Mann, USA, 1983)), mal
weniger (z.B. „Die Nacht der Zombies“ („Night of the Zombies“, Joel
M. Reed, USA, 1981)) gut gelungen.
Nun schickt Korea mit „R-Point“ seinen Vertreter dieser Zunft ins
Rennen. Und der Film fügt sich nahtlos ein in die Reihe der
Horror-Beiträge, mit denen das fernöstliche Land in letzter Zeit die
Fangemeinde positiv überrascht. „R-Point“ schafft es, insbesondere
durch seine unheimliche Kulissen, die gruselige Atmosphäre kontinuierlich
aufrecht zu halten. Ob bei Tag- oder Nachtszenen: Ähnlich wie bei
manchen Backwood-Filmen spürt der Zuschauer ständig eine Bedrohung. In
meterhohen Sumpfgräsern tauchen tagsüber plötzlich Soldaten auf, die
ebenso unvermittelt wieder verschwinden. Des Nachts wiederum erfüllt
dichter Nebel das Gelände. Sehr stimmungsvoll kommt auch die mit Bäumen
überwucherte Tempelruine, sowie das verlassene Landhaus rüber, das einem
klassischen Louisiana-Südstaaten-Grusler entsprungen sein könnte.
Trotz Vietnam-Thematik hält sich der Film in Punkto „Baller“- Action
dezent zurück. Bis auf einige Gefechtsszenen zu Beginn und gegen Ende des
Films verzichtet „R-Point“ auf übermäßigen pyrotechnischen Einsatz
und legt stattdessen das Hauptaugenmerk auf die Erzählung seiner gruseligen
Story.
Diese geht auch direkt in die Vollen: Der
mysteriöse Funkspruch, die Rekrutierung (inklusive Filzlaus-Untersuchung,
Zitat des untersuchenden Arztes: „Schämen Sie sich wenigstens?“),
Abreise zum R-Point, schon nimmt die Geisterbahnfahrt Schwung auf. Der
Schwung ebbt im Mittelteil zwar zwischendurch etwas ab, jedoch wird die
Story immer wieder aufgepeppt durch kleine aber feine Andeutungen und
Hinweise rund um die Vergangenheit des R-Points. Der Zuschauer erfährt
z.B., dass der R-Point schon in der Vergangenheit zum tödlichen Schicksals
für französische Soldaten war, kurz darauf berichtet ein Soldat davon,
französische Funkmitteilungen empfangen zu haben.
Regisseur Su-chang Kong greift tief in die moderne Gruselkiste: Eine
Kameraperspektive aus Sicht einer dritten Partei, schön untermalt mit
dramatischen Klängen, macht deutlich, dass hier noch „irgendetwas anderes“,
unheimliches umhergeht, und die Leute beobachtet. Ein reparierter
Kassettenrekorder bereitet den Soldaten nur kurzweilige Freude. Während sie
gerade zu munterer Surf-Musik feiern und dem Kriegsalltag entfliehen
können, wird ihre Glückseligkeit jäh unterbrochen: Urplötzlich bricht
die Musik ab, wandelt sich in einen Mitschnitt eines Massakers. Verzweifelte
Todesschreie, Schüsse, Sterben. Aus einem Funkgerät quillt Blut hervor,
Wasserleichen, u.s.w. ... Schön anzusehen das ganze!!
Die inzwischen für fernöstliche Gruselfilme wohl schon obligatorische
blasse Mädchengestalt in weißem Kleid fehlt auch nicht!! In einer sehr
schönen Szene taucht diese eines nachts wieder auf und wird von Lieutenant
Choi verfolgt. Dieser verliert jedoch ihre Spur und sieht sich plötzlich
inmitten eines riesigen Soldatenfriedhofs stehen! Auf einem der Kreuze
entdeckt er dann sogar die Namen der beiden Franzosen, mit denen sein
Kamerad kurz zuvor noch Funkkontakt hatte. Am nächsten morgen findet sich
an selbiger Stelle nichts weiter als Sumpfgelände. Für die Soldaten gibt
es keinen Weg aus dem R-Point. Sie scheinen ständig im Kreis zu gehen.
Sehr geschickt, und somit unterhaltsam, bettet
„R-Point“ gruselige Elemente, wie man sie durch die Welle der neueren
fernöstlichen Horrorfilme kennen und schätzen gelernt hat, in eine
Handlung rund um das Thema Vietnamkrieg ein. Der Film dürfte somit Freunden
wohligen Horrors, wie auch Söldnerfilmfans gleichermaßen begeistern.
R-Point: Eine schaurig-schöne Verquickung von Vietnam-Kriegsfilm und
Geister-Grusel!! |