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Carol Flynn (June Kenney) ist in höchstem
Maße beunruhigt. Eigentlich wollte ihr Dad nur mal eben in die Nachbarstadt
fahren, um dort ein Geschenk für ihren bald anstehenden Geburtstag zu
besorgen, doch nun ist der gute Mann schon besorgniserregend lange nicht
mehr aufgetaucht. Carol schnappt sich ihren Freund Mike Simpson (Eugene
Persson) und macht sich mit ihm zusammen auf die Suche nach ihrem Vater.
Schon bald werden sie fündig. Irgendwo auf einer abgelegenen Straße
außerhalb der Stadt finden die Beiden den Wagen von Carol's Vater, von ihm
selbst fehlt aber jede Spur. Da entdecken die beiden Teenager eine
unheimlich anmutende Höhle, die sich tief unter einen Berg erstreckt. Da
Carol ihren Dad in diesen Höhlen vermutet, wagen sich die Beiden hinab,
ohne zu ahnen, wer da schon auf sie wartet.
In der dunklen Höhle hat es sich eine gigantische Spinne gemütlich
gemacht, die gar nicht so gut auf diesen neuen Besuch zu sprechen ist. Nur
mit sehr viel Glück entkommen Carol und Mike der Bestie und verständigen
daraufhin Sheriff Cagle (Gene Roth), der der Sache natürlich eher skeptisch
gegenübersteht. Nichtsdestotrotz begibt er sich mit einigen anderen
Interessierten zur besagten Höhle. Als er beinahe von der riesigen Spinne
gefressen wird, ändert er schlagartig seine Ansichten und hält es für das
Beste, das Viech zu betäuben und die Höhle zu sprengen. Besagtes wird in
einer riskanten Aktion auch durchgeführt, doch anstatt die anscheinend tote
Spinne mitsamt der Höhle in die Luft zu jagen, möchte der Physiker Mr.
Kingman (Ed Kemmer) sie lieber zwecks Untersuchungen nach River Falls
bringen lassen. Dies wird trotz anfänglichen Widerworten des Sheriffs auch
getan und kurz darauf befindet sich die tote Spinne in der Sporthalle der
örtlichen Schule. Es dürfte wohl unschwer zu erraten sein, dass das
achtbeinige Monster nicht so tot war, wie es den Anschein hatte und schon
kurze Zeit später mit einem Mordshunger durch River Falls trampelt... |
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Bert I. Gordon, bekannt geworden durch
zahlreiche Trashklopper aus den frühen 50ern, bis hinein in die späten
80er, (unter anderem "Der Koloss", "Beginning of the
End", "Attack of the Puppet People" oder "Village of the
Giants") wählte sich für seinen Spinnenreißer "Earth vs. the
Spider" vermutlich einen etwas ungünstigen Zeitpunkt aus, denn erst
drei Jahre zuvor machte der auch heute noch sehr bekannte
"Tarantula" von Jack Arnold und W. Donn Hayes die Kinosäle
unsicher, und so sollte es nicht wundern, dass Gordon's Streifen schnell als
Kopie abgestempelt wurde und nicht einmal ansatzweise den Ruhm erfahren
durfte, der "Tarantula" zuteil wurde. Schade eigentlich, denn
Gordon lieferte hiermit einen seiner besten frühen Monsterfilme ab, den man
als Fan dieses Genres auf jeden Fall gesehen haben sollte.
"Earth vs. the Spider" entstand damals im Auftrag der American
International Pictures Filmstudios, deren Leiter Samuel Z. Arkoff sich hier
auch als Produzent verpflichtete. Somit war ein Großteil der Crew schon mit
derartigen Produktionen vertraut, was man dem Film nur all zu gut anmerkt.
Was wir hier haben ist ein bis ins kleinste Detail typischer, klassischer
Monsterfilm, der den damaligen Fans all das bot, was diese zu sehen hofften.
So ist "Die Rache der schwarzen Spinne" objektiv betrachtet
eigentlich nichts besonderes, da man alles aus dem Film schon kennt.
Auf eine erstaunliche Art und Weise funktioniert der Trashklopper aber
dennoch mehr als gut. Vielleicht liegt das daran, dass in der relativ kurzen
Spielzeit von 72 Minuten keinerlei Pausen eingelegt werden und die
Geschichte zügig voranschreitet. So entstehen glücklicherweise keine
Längen, was dem Film sehr gut tut, denn mit einer längeren Laufzeit wäre
er vermutlich weitaus weniger unterhaltsam.
Die Story ist natürlich ein einziges Logikloch voller Klischees und offener
Fragen, doch daran dürfte sich vermutlich niemand ernsthaft stören. Was da
schon vielmehr Anlass zum Schmunzeln gibt, ist die Tatsache, dass die
Schauspieler, die im Film als Teenager bezeichnet werden, damals allesamt
mit Sicherheit schon die 30 überschritten haben und sich auch so ganz und
gar nicht wie die typischen Jugendlichen verhalten. Zudem warte ich zum
jetzigen Zeitpunkt noch auf eine Erklärung, wieso denn die Spinne nun so
groß geworden ist und wieso sie gerade durch den Einfluss von Rockmusik
wieder zum Leben erwacht ist? Wie dem auch sei, dass sind wohl Fragen, auf
die nur Bert I. Gordon persönlich eine Antwort weiß.
So lachhaft die Story, so überzeugend sind dann wieder die Effekte.
Insbesondere die Spinne wurde, mit Hinsicht auf das Alter des Films, super
ausgearbeitet und wirkt beinahe schon glaubwürdig, wenn sie in ihrer
gewaltigen Größe durch das Städtchen River Falls stampft. Hierfür hat
sich Gordon sichtlich Mühe gegeben, auch wenn es mich sehr erstaunt hat,
dass die Spinne anscheinend unter spontanen Wachstumsschüben litt. Während
sie zuerst noch locker in die Turnhalle einer Schule passt, ist sie in der
nächsten Szene schon so groß wie zwei Häuser.
Die Schauspieler dürfen zwar allesamt altbekannte Stereotypen spielen,
erledigen dies aber mit einer überraschenden Professionalität. Wie ich
bereits erwähnt habe, sehen June Kenney und Eugene Persson zwar wesentlich
älter als die Teenager aus, die ich aus meinem persönlichen Umfeld kenne,
aber wer weiß, vielleicht war das vor 50 Jahren noch anders. Sieht man
darüber mal hinweg, gibt es am Cast nichts auszusetzen, von Gene Roth als
in die Jahre gekommenem Sheriff bis hin zu Ed Kemmer als Physiker Mr.
Kingman, der auf alles eine Antwort zu haben scheint, machen alle ihre Sache
durchaus überzeugend.
Der "normale" Zuschauer findet hier natürlich reichlich Anlass,
um "Die Rache der schwarzen Spinne" berechtigterweise auch als
Komödie bezeichnen zu können, doch für den Monsterfilmfan bietet dieses
B-Movie all das, was einen guten Film aus dieser Sparte ausmacht. Ein schick
aussehendes Monster, das ganz nebenbei wie ein armer Kerl bei einer
unfreiwilligen Kastration herumschreit, sehr viel trashige Ansätze im
Drehbuch und durchaus passable Schauspieler. Da stört es mich auch nicht,
dass "Die Rache der schwarzen Spinne" oftmals als billiges
"Tarantula"-Plagiat bezeichnet wird - ich hatte meinen Spaß mit
dem Streifen und nur darauf kommt es bei einem Monsterfilm an. |