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In einer postapokalyptischen Zukunft hat ein
militärisches Virus große Teile der Menschheit ausgerottet. Das Resultat
sind intelligente Untote, die unter der Führung des Zombie-Generals Crow
(Thomas Martwick) hinter einer riesigen Mauer, die die Menschen von den
Zombies trennt, vor sich hinfaulen. Als eines Tages der Wissenschaftler Dr.
Wells (Elijah Murphy), dessen Forschungen von immenser Wichtigkeit für die
Bekämpfung der Untoten sind, über das Sperrgebiet fliegt, wird seine
Maschine von den Zombies abgeschossen und er selbst als Geisel genommen. Da
sie ihre einzige Möglichkeit auf eine eventuelle Bekämpfung der Seuche
bedroht sehen, stellen die wenigen noch lebenden Menschen ein
Sonderkommando, bestehend aus den Soldaten Gena Kane (Laura Zoe Quist),
Trejo (Laurie Clemens), Flex (J.C. Austin) und Crenshaw (Gary Sirchia)
zusammen, die das Zombie-Gebiet infiltrieren und den Wissenschaftler retten
sollen. Der Trupp stößt alsbald auf heftigen Widerstand von Seiten der
Untoten, worauf es zu einem Gefecht kommt, das über das Schicksal der
gesamten Menschheit entscheiden soll... |
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"Raiders of the Damned" bringt
wieder einmal den Beweis zu Tage, dass manchen Leuten keine Idee zu
bescheuert wäre, als dass sie sie nicht verfilmen würden. Es ist nicht so,
dass das Zombie-Genre keinerlei neues Potenzial mehr besitzen würde, aber
bei all den billigen B-Movies, die sich der Thematik auf peinlich-schlechte
Art annehmen, braucht es hin und wieder einfach mal wieder derartige Knaller
wie "Dawn of the Dead" oder, wenn man diesen als Zombie-Horror
betrachten möchte, "28 Weeks Later", die einen daran erinnern,
dass die Untoten doch noch nicht gestorben sind. Doch leider gilt noch immer
die Devise, dass für jeden guten Zombie-Streifen mindestens ein Dutzend
armselige Plagiate folgen. Es braucht auch nicht all zu lange, um
feststellen zu können, von wem sich Regisseur Milko Davis inspirieren
ließ. "Raiders of the Damned" verwurstet grobe Elemente von
George A. Romero's Klassiker "Day of the Dead" mit eindeutigen
"28 Weeks Later" Anleihen und macht dabei durchaus bemerkbar, dass
hinter dem ganzen Projekt durchaus brauchbare Ideen stecken - die aufgrund
des kaum vorhandenen Budgets aber katastrophal umgesetzt wurden.
Ja, wenn ein Regisseur aus dem Low-Budget Bereich nicht aufgrund seines
fehlenden Talents scheitert, dann meist in Folge nicht vorhandener
Geldmittel. Bei Milko Davis und seinem "Raiders of the Damned"
kann man sich da im ersten Moment uneins sein. Die Story des Films verfügt,
möge sie auch noch so bescheuert sein, im Prinzip über genügend
Fundamente, um zumindest der Trash-Fraktion passable Unterhaltung zu bieten.
Das man mit einem Minimal-Budget keine gigantische Schlacht darstellen kann,
in der sich die letzten Überlebenden der Menschheit mit einem brutalen
Zombie-Regime anlegen, leuchtet sofort ein. Leider aber scheint es ganz so,
als wäre die Filmcrew da anderer Meinung gewesen, so dass in jedem Moment
der Eindruck entsteht, dass "Raiders of the Damned" gerne mehr
gewesen wäre, als er ist - und dabei kläglich scheitert.
Hier kommt alles zusammen, was einen Horror-Fan wie ein schmerzlicher Tritt
in die Weichteile trifft. Die "Zombies" alleine reichen schon aus,
um das Werk sofort zu boykottieren, denn diese werden ihrer Bezeichnung
leider nicht gerecht. Zum Einen tummeln sich hier die unterschiedlichsten
Untoten, von handelsüblichen Wiederkehrern bis hin zu seltsamen
Skelett-Monstern, die jedoch allesamt eines gemeinsam haben: sie sind
intelligent, können sprechen, Waffen benutzen, militärische Pläne
entwickeln und Sex haben. Wären die sogenannten Zombies nicht entsprechend
geschminkt, wäre es somit unmöglich, sie als solche zu identifizieren.
Hinzu kommt, dass die Masken einen äußerst billigen Eindruck machen und
man diese im ersten Moment als solche erkennt. Da hat sich Milko Davis wohl
auf einen schnellen Sprung im nächstgelegenen Halloween-Store verausgabt,
doch blöderweise sind die meisten seiner Zombies nicht einmal zur Genüge
kostümiert. So ist es keine Seltenheit, dass die Untoten ganz normale
Hände haben, die wohl vom Make-Up Verantwortlichen vergessen wurden..
Bis hier hin klingt das alles nach einem beliebigen Trash-Film, doch es
kommt noch schlimmer, denn "Raiders of the Damned" lässt jedweden
Unterhaltungswert vermissen. Die Geschichte ist zäh erzählt, zu keinem
einzigen Zeitpunkt einfallsreich, an Absurditäten nicht zu überbieten und
zu allem Überfluss noch so mit Stereotypen zugekleistert, dass die Freude
beim Zuschauer von Minute zu Minute mehr schwindet. Dass die Pseudo-Handlung
nur so vor Logiklöchern strotzt, die einem schon eine Mittelschwere
Migräne hervorrufen, muss wohl erst gar nicht angeführt werden.
"Raiders of the Damned" braucht lange, um in die Gänge zu kommen,
doch besser wird es auch dann nicht. Die Charaktere sind ausnahmslos (!)
nervend und mit null Persönlichkeit gezeichnet. Die Soldatentruppe besteht
aus peinlichen und überagierenden Laiendarstellern, die ihrer Figur somit
keinerlei Glaubwürdigkeit verleihen.
Als fatal erweist sich ebenso, dass "Raiders of the Damned" für
all seine Unzulänglichkeiten mit keinerlei brauchbarer Action entschädigen
kann. Die Schuss-Effekte scheinen aus einem alten Playstation-Spiel
entnommen zu sein und die CGI ist so schlecht, dass sie schon in den Augen
schmerzt. Bei den fürchterlich dilettantisch in Szene gesetzten
Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Untoten kommt keinerlei Spannung
auf und obwohl manche der Soldaten angeblich über perfektes Kampftraining
verfügen sollen, hampeln sie nur verlegen vor der Kamera herum. Die
sprechenden Zombies fallen einem des weiteren immer mehr auf die Nerven, so
dass auch zwei, drei blutige Szenen nichts mehr retten können. Ein Auge,
das mit einem Löffel aus dem Schädel gepult wird, weiß dabei noch zu
Überzeugen, aber diverse abgetrennte Gliedmaße reißen auch nichts mehr,
gehört dies doch schon zum minimalen Repertoire solcher Filme.
"Raiders of the Damned" sollte dringlichst gemieden werden. Filme
wie dieser sind der Beweis dafür, dass selbst potentiell ordentliche Storys
einfach nichts taugen, wenn sie in die Hände von Amateuren gelegt werden.
Milko Davis versucht zwar eifrig, es seinem großen Vorbild Romero
nachzumachen, legt dabei aber eine maßgebliche Bruchlandung hin, die man in
Zukunft immer wieder gerne als Beispiel für soeben aufgestellte These
heranziehen kann. Derartige Storys sollten den großkalibrigeren
Zombie-Blockbustern überlassen werden, die budgettechnisch auch in der Lage
sind, glaubhafte Endzeitszenarien darzustellen. Man kann Davis kaum böse
dafür sein, dass er es zumindest mal versucht hat, aber über die
filmgewordene Peinlichkeit "Raiders of the Damned" hüllen wir
dennoch mal lieber den sprichwörtlichen Mantel des Schweigens. Sprechende
Pseudo-Zombies, die auch das kleine Nachbarskind mit seiner Halloweenmaske
spielen könnte, braucht kein Mensch. |