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"Redneck Zombies" befindet sich
schon seit beinahe zwei Jahren in meiner Sammlung und gehört somit den
ersten Splatterfilmen, die ich damals mein eigen nennen konnte. Allerdings
muss ich zugeben, dass mir der Streifen, als ich ihn zum ersten Mal gesehen
habe, ganz und gar nicht gefallen hat. Mittlerweile ist aber wieder viel
Zeit ins Land gezogen, und mein Filmgeschmack hat in diesem Zeitabstand eine
deutliche Veränderung erfahren. So bin ich heute dem Trash-Film nämlich um
einiges aufgeschlossener, als ich es damals war und muss unter diesen
Gesichtspunkten auch klipp und klar sagen, dass ich mich damals geirrt habe.
"Redneck Zombies" ist das beste Beispiel für ein strohdoofe und
blödsinnige Trash-Unterhaltung, die in dieser Form einfach Spaß macht.
Der Film wird in den USA von Troma vertrieben, was für sich sprechen
sollte. Zwar hat sich Llyod Kaufman dann und wann auch schon mal einen
Fehlgriff geleistet, doch eigentlich ist der Trashfreund mit dem meisten,
worauf der Name der Independentschmiede steht, gut bedient. So auch hier.
Regisseur Pericles Lewnes hat mit "Redneck Zombies" einen
Low-Budget Film gedreht und war danach, bis auf einen Kurzfilm, nie wieder
als Regisseur tätig. Es ist schon erstaunlich, was der Gute aus seinem
Erstlingswerk noch herausholen konnte, denn obwohl Lewnes in seinen
Möglichkeiten sehr eingeschränkt war, stört diese Tatsache beim Schauen
kaum.
Was mich sehr erfreut hat, war, dass die Crew offenbar den Dreh raus hatte
und nicht, wie dies bei anderen Low-Budget-Projekten der Fall ist,
ausschließlich auf Effekte setzten. Der blutrünstigste Film macht keinen
Spaß, wenn er todernst und ohne einen Funken Humor daherkommt.
"Redneck Zombies" bietet da eine erfrischende Abwechslung. In
manchen Passagen kommt man aus dem Lachen kaum mehr raus, etwa wenn sich der
Hinterwäldler-Daddy wieder einmal ärgert und seinem Sohn mitteilt, dass er
ihn damals eigenhändig aus seiner Mutter herausgezogen habe und ihn dort
auch wieder hineinstecken könnte. Derartige Dialoge sind natürlich absolut
sinnentfreit, doch sie machen Spaß, und das insbesondere aufgrund der
Darsteller, von denen sie vorgetragen werden. Manchmal möchte man seinen
Augen kaum trauen, bei den Schauspielern, die Lewnes für sein Filmchen
auftreiben konnte. Alle sehen so aus, wie man sich typische, vertrottelte,
amerikanische Hinterwäldler vorstellen würde. Respekt. Auch klasse sind
die immer wieder vorkommenden Running Gags im Film, wie der Tabak-Mann, oder
einer der Camper, der in jeder Situation ein T-Shirt mit einem passenden
Spruch trägt. Mein persönliches Highlight ist jedoch der seltsame
Fettsack, der irgendwie auch zu den Campern gehört, allerdings nie ein Wort
spricht, sondern immer irgendwo im Hintergrund steht und sich zusäuft.
Selbst wenn Gedärme herumfliegen greift er noch lässig zu seiner Pulle und
trinkt was das Zeug hält. Göttlich!
Lobend hervorheben muss man auch die Gore-Effekte, die wohl schleimiger
nicht hätten ausfallen können. Wirklich realistisch sieht kein einziger
Effekt aus, dafür spritzt die rote Soße reichlich, und es verabschieden
sich die Innereien, dass es eine wahre Freude ist.
Etwas, worüber man sich ärgern kann, gibt es aber doch und zwar waren das
die Sequenzen, in denen sich die Hauptprotagonisten in einem Drogenrausch
befinden. Über Minuten hinweg spielt die Kamera verrückt, werden die
wildesten Farbspiele ins Geschehen gebracht. Mich haben diese Drogenflashs
sehr genervt, die viel zu langgezogen waren. Ansonsten gibt es wenig zu
meckern, auch wenn der Film seinen Funfaktor nicht andauernd halten kann und
insbesondere kurz vor dem Finale noch einmal etwas Langeweile aufkommt.
"Redneck Zombies" gehört zu einer Sorte Film, die nicht für die
breite Masse gedreht werden, sondern einzig und allein auf die Unterhaltung
eines Publikums abzielen, die etwas mit derartigen Streifen anfangen
können. Deshalb ist es dringend erforderlich, etwas für billigstes
Entertainment übrig zu haben, um "Redneck Zombies" mögen zu
können. Wenn dies der Fall ist, dann erwartet einen hier ein spaßiges
Machwerk, von einer Crew, die ihr Handwerk offenbar verstand und den
Streifen sehr, sehr unterhaltsam gerieten ließ. Tolle Gore-FX, annehmbare
Schauspieler, viele verrückte Charaktere, und Dialoge, die allemal ein
Schmunzeln wert sind, machen diesen Streifen zu einem empfehlenswerten
Filmvergnügen. Ein besonderes Schmankerl sind dann noch die Country-Songs,
die dem Ganzen das richtige Flair verleihen. |