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Zusammen mit ihrem Freund Jess (Joey
Mendicino) macht sich Nicole (Jaimie Alexander) mit dem Auto auf den Weg
nach Kalifornien, um ihr altes Leben in Texas und ihre Eltern hinter sich zu
lassen. Während ihrer Fahrt durch die verlassene Einöde machen die Beiden
irgendwann an einer verlassen wirkenden Raststätte halt, wo Nicole sogleich
die Toiletten aufsucht, während Jess außerhalb wartet. Als sie
zurückkehrt, muss sie mit Entsetzen feststellen, dass Jess nicht mehr auf
sie wartet, und mitsamt Auto spurlos verschwunden ist. Zuerst denkt Nicole
noch an einen Scherz ihres Freundes, doch als Jess selbst nach Stunden nicht
wieder auftaucht, wird ihr klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Der blanke
Horror beginnt jedoch für Nicole, als ein Fremder in einem gelben Truck
auftaucht, der sie fortan einem Martyrium an Psychoterror aussetzt. Mitten
im Nirgendwo gibt es für Nicole keine Möglichkeit zur Flucht... |
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Seitdem Sadismus, Grausamkeiten und Folter
wieder ihren Weg in unsere Kinos und Videotheken gefunden haben, versuchen
immer mehr Label und Regisseure, den Erfolg von Filmen wie "Saw"
oder "The Hills Have Eyes" zu kopieren. So entschied sich das
weltbekannte Label Warner irgendwann auch dazu, die Produktionsschmiede Raw
Feed zu gründen, welche sich ausschließlich mit der Herstellung neuer
Horrorschocker befassen soll und der blutgierigen Meute nun die erste
Kostprobe vorgelegt hat. Diese nennt sich recht unspektakulär "Rest
Stop" und wurde von einem gewissen John Shiban inszeniert, der bislang
meist bei unterschiedlichen Serien wie "Akte X" oder "Virtual
Reality" als Produzent tätig war. Für "Rest Stop" übernahm
der Gute nicht nur den Regieposten, sondern schrieb auch das Drehbuch,
welches klare Ähnlichkeiten mit dem noch recht jungen "Wolf
Creek" aufweist. Um sich erst einmal im Horrormarkt etablieren zu
können und unter Horrorfans ins Gespräch zu kommen, gingen die
Verantwortlichen hierbei auf Nummer sicher und drehten mit "Rest
Stop" einen soliden Horrorfilm nach altbekanntem Muster.
Die Story von "Rest Stop" ist mittlerweile nicht mehr die Neuste
und kann niemanden mehr überraschen. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar,
das auf dem Highway von einem fremden, geisteskranken Killer tyrannisiert
wird. So etwas gab es schon in "Hitcher" zu sehen und wurde
ähnlich auch schon für zahlreiche Filme aufgewärmt, von denen etwa
Streifen wie "Joyride" oder "Wolf Creek" zu nennen sind.
Da das Horrorgenre aber allgemein dafür bekannt ist, nicht immer mit
innovativen Ideen zu glänzen, kann man über diesen Punkt einfach mal
hinwegsehen und "Rest Stop" die Chance geben, die er verdient.
Bei dem hier vorliegenden Werk handelt es sich um Direct-to-Video Kost, der
prinzipiell eine Kinoaufführung nichts im Weg gestanden hätte. Der zum
Teil mit Handkameras gedrehte, nicht unbedingt teuere Film kann seinen
erfolgreichen Genrekollegen, die hier schon mehrfach genannt wurden, optisch
in nichts nachstehen. Unterteilt wurde "Rest Stop" in typische
Abschnitte. Zuerst lernen wir die beiden Hauptfiguren kennen, was hier sogar
so gut inszeniert wurde, dass einem Nicole und Jess später durchaus
sympathisch sind und einem deren Leidensweg nicht gänzlich an der
Leitplanke vorbeigeht. Es handelt sich um ein Horrorfilm-typisches, junges
Liebespaar, das von einer gemeinsamen Zukunft träumt und kurz darauf mit
der Hölle konfrontiert wird. Um zuerst eine Ruhepause wirken zu lassen,
präsentiert "Rest Stop" im ersten Viertel schöne
Landschaftsaufnahmen sowie eine Sexszene zwischen Nicole und Jess, bevor der
Streifen dann klar macht, wieso er ins Horrorgenre gehört.
Wer sich auf viel Blut und Gemetzel freut, für den ist "Rest
Stop" vermutlich nicht der richtige Film. Der Streifen ist eher ruhiger
Gangart und konzentriert sich auf das subtile Grauen, stellt die leidenden
Hauptfiguren in den Vordergrund. Jess verschwindet urplötzlich und Nicole
bleibt ganz alleine an einer verlassenen Raststätte zurück, wo sie immer
wieder vom mysteriösen Trucker heimgesucht wird, dessen Methoden immer
brutaler werden. Dieses "ausgeliefert sein" und die Hilflosigkeit
der Frau in dieser extremen Situation fängt "Rest Stop"
hervorragend ein, wodurch schnell eine, für einen guten Terrorfilm
übliche, bedrückende Atmosphäre entsteht. Obwohl sich hier durchaus
Gemeinsamkeiten mit "Wolf Creek" bemerkbar machen, erweist sich
"Rest Stop" als etwas übernatürlicher als sein Genrekollege und
stellt den fremden Killer als scheinbar unmenschliches, unbesiegbares Wesen
dar. Der Trucker wird nie richtig gezeigt, ebenso wenig wird seine
Motivation erklärt, was für um so mehr Schauer sorgt.
Das größte Problem des Films ist, dass er einfach zu vorhersehbar
daherkommt und sich durch seine Fixierung auf nur einen Handlungsort als
nicht sehr abwechslungsreich herausstellt. Zwar stoßen im späteren Verlauf
noch weitere Leidensgenossen zu Nicole hinzu, doch großteils spielt sich
der Streifen in immer ähnlichen Situationen ab und ist zudem nicht einmal
sehr einfallsreich. Viel zu oft hat man das Gefühl, dass man das, was sich
da abspielt, schon irgendwo gesehen hat. So ist "Rest Stop" zwar
unterhaltsam, aber nicht wirklich "neuartig". Was den Film auf die
Stufe mit anderen "Folterfilmchen" stellt sind einige harte Szenen
im Truck des Killers, die wirklich nicht ohne sind und zart besaiteten
Zuschauern durchaus auf den Magen schlagen können. Mit Bohrmaschinen
öffnet der Fremde die Körper seiner gefesselten Opfer, und es kommen hin
und wieder auch mal große Zangen zum Einsatz, um Zungen herauszureißen.
Direkte, blutige Gewalt spielt in "Rest Stop" eher eine
Nebenrolle, ist aber durchaus vorhanden und stets so in Szene gesetzt, dass
es seine Wirkung nicht verfehlt.
Es ist immer gut, wenn ein Horrorfilm über genug Atmosphäre verfügt, doch
leider überwiegt die Atmosphäre die Spannung in "Rest Stop"
deutlich. Es gibt einige Momente, in denen zu wenig passiert, oder in denen
die Handlung eine Wendung nimmt, die so eigentlich nicht ins Geschehen
passt, etwa wenn Nicole in den Wohnwagen einer verrückten
Hinterwäldlerfamilie gerät.
Das Schauspiel ist sehr überzeugend ausgefallen und weiß positiv zu
überraschen. Joey Mendicino hat als Jess nicht überragend viel zu tun, da
er schnell aus der Handlung ausscheidet, doch gerade Jaimie Alexander
erledigt den Part der Nicole mit Bravour. Sie steht stets im Mittelpunkt des
Geschehens und agiert ausnahmslos glaubwürdig und nachvollziehbar.
Mit "Rest Stop" ist dem neu gegründeten Label Raw Feed weder ein
besonders schlechter, noch ein überragend guter Einstieg ins Horrorgenre
gelungen. Was hier geboten wird ist bestenfalls Terror-Fast-Food, das man
sich mal ansehen kann und dabei durchaus gut unterhalten wird, an das man
sich aber nicht lang erinnern wird. Der Streifen setzt sich aus den
typischen Versatzstücken eines solchen Werkes zusammen und hat dabei
durchaus seine einprägsamen Momente, ist alles in allem aber etwas
eintönig in Szene gesetzt. Wer sich mit Streifen wie "Wolf Creek"
und "Joyride" anfreunden kann, darf hier durchaus mal einen Blick
riskieren. |