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Vietnam-Veteran? Einzelkämpfer? Rednecks? -
Da war doch mal was... Ja richtig: Rambo (Ted Kotcheff, USA, 1982) !!! Ein
Klassiker des Genre.
Und da der Erfolg von Rambo ja damals eine Unmenge von harten Dollars in die
Kassen der Produzenten spülte, ließen die schnell heruntergekurbelten
Plagiate auch nicht lange auf sich warten. Zu eben diesen billigen
Rambo-Kopien zählt auch RUCKUS. Man nehme zwei kostengünstige, aber
dennoch durch TV oder Genre-Filme bekannte Schauspieler, ändere den
Rambo-Plot minimal ab, um Urheberrechtsklagen abzuwenden, und ab geht er,
der Actiontrash auf A-Team-Niveau...
RUCKUS ist einer dieser Filme, die absolut anders funktionieren, als
wahrscheinlich eigentlich vom Regisseur gewollt: Bewusst als „witzig“
konzipierte Szenen wirken gezwungen und aufgesetzt, rufen beim erwachsenen
Zuschauer nur Langeweile und ein müdes Gähnen hervor. Ganz anders die
besonders „coolen“ Szenen, die den Helden glorifizieren und als toughen
Kerl wirken lassen sollen: Diese Momente strotzen nur so vor unfreiwilliger
Komik, sodass sie schon wieder Spaß machen.
Bei der Besetzung des Titelhelden nur von Fehl-Besetzung zu sprechen wäre
etwas milde ausgedrückt: Dirk Benedict in der Rolle des Vietnam-Veteranen.
Was haben wir gelacht: Wenn Leute wie ER wirklich in Vietnam gewesen sein
sollten, ist es ja kein Wunder, das die Amis da unten mächtig einen auf den
Deckel bekommen haben... Hatte das Produktionsteam etwa nicht genug Geld
für David Hasselhoff ?? ;-)
Exorzisten-Linda spielt die gutmütige, ihre Trauer mit Klaviergeklimper
verdrängende, Witwe Jenny, die unserem Helden Unterschlupf gewährt. Zwar
ist die Rolle ohnehin nicht sonderlich ergiebig oder gar tragend, allerdings
macht Linda irgendwie auch so einen ziemlich lustlosen Eindruck. Vielleicht
war sie aber nach ihren Frauenknast-Sleaze-Rollen auch einfach das Tragen
von Klamotten nicht mehr gewohnt ;-)
Die ganze Darstellung des Charakters Kyle selbst ist mehr als
unglaubwürdig: Zu Beginn des Films eiert Uns-Dirk mit wucherndem Bart und
verschmutzen Gesicht rum, kann sich kaum artikulieren und macht dadurch als
„George Eastman–als-Man-Eater-Double“ ein wahrlich gutes Gesicht ;-)
(Passender Weise bestellt er sich gleich in der Anfangsszene einen ROHEN (!)
Hamburger...)
Nach einem Bad legt er dann sein Schmuddelaussehen ab und wird na ja... eben
zu Dirk „The Face“ Benedict, dem allseits beliebten Schönling. Das
erkennen dann sogar die Rednecks. O-Ton (Cheech): „Du wirst es nicht
glauben: Der Kerl sieht aus, wie aus dem Ei gepellt!! Hat sich sogar
rasiert. Nicht übel der Junge!!“
Und siehe da, mit „ohne Bart“ fängt er sogar an, ganze Sätze zu
sprechen. Ob ihm zuvor der Dreck den Mund verklebt hatte?? Kaum sieht Dirk
wieder hübsch aus, wird auch Lindas Klavierspiel flotter. Vorbei die
trübseligen Balladen, jetzt wird geklimpert, was die Tasten halten. Vorbei
ist natürlich mit einem Mal auch die ganze Lethargie, mit der der
Vietnam-Recke zuvor durch die Straßen geschlurft ist. Er strotzt jetzt
neben gutem Aussehen auch noch vor Energie und Cleverness. Und wenn er dann
noch eine aufwändige Autobombe mittels Taschenmesser und Patronenhülse
bastelt, kommt in ihm sogar noch ein kleiner McGyver durch. Was so’n
bischen Körperpflege doch alles ausmachen kann...
Wie es sich gehört entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen Kyle und
Jenny. Diese wird allerdings untypischer Weise mal nicht direkt durch
irgendwelche Kopulationsszenen dargestellt, sondern (ganz jugendfrei) auf
unfreiwillig komische Art und Weise nur angedeutet. Romantik pur: Mit
schmachtendem Blick himmelt Jenny den zu diesem Zeitpunkt immer noch
George-Eastman-Look tragenden Kyle an, während er den von ihr kredenzten
Mampf grazil matschend in sich hinein schlingt. Angesichts des eingangs
erwähnten rohen Hamburgers wäre sie sicher direkt in Ekstase verfallen ;-)
Ihre Zuneigung leben Jenny und George Eastman ;-) dann anschließend in
gemeinsamen romantischen Moto-Cross-Fahrten mit wilden Stunts aus (!!!). Wem
kommen da nicht die Tränen vor lauter Rührung??
Wie es sich für jeden Vietnam-Veteranen-Film gehört, fehlen
selbstverständlich auch hier nicht die obligatorischen
Traumata-Rückblenden, wenn unser gefangengenommener Held sich an seine
Kriegsgefangenschaft erinnert. Zum Glück wird dieses abgekaute Thema nur
dezent akustisch mit einem asiatisch anmutenden Stimmengewirr verwurstet,
ist ja auch kostengünstiger...
RUCKUS bietet stellenweise Dialoge und Sprüche auf peinlichstem
Teeniehumor-Niveau. Da kracht z.B. Dirk mit seiner Karre während einer
Verfolgungsjagd in ein anderes Auto, dessen Dach abgerissen wird. Kommentar
des Rednecks: „Oh Scheisse, wo ist mein Dach hin??“ Brüller... So was
war schon als Kind bei Action-Komödien wie „Auf dem Highway ist die
Hölle los“ nicht witzig, weil einfach nur albern... Auch die
Gewaltdarstellung in diesem Film passt sich dem Gesamteindruck an, dass es
sich hier anscheinend um eine billige, für die TV – Verwertung
konzipierte Produktion handelt. So ist die ohnehin nur spärlich inszenierte
Gewalt in erster Linie nur angedeutet (Augenausdrücken) oder durch gewollte
(?) Schnitte stark abgeschwächt. Dennoch besitzt der Film jedoch eine
Freigabe nur für Erwachsene...
Die Redneck-Verfolger sind mal wieder oberstes Kanonenrohr, hören dabei auf
so klangvolle Namen wie „Cheech“ oder „Homer“ und verwöhnen den
Zuschauer mit Kautabak-Spuck-Orgien, dummen Sprüchen und allerlei
dämlichen Aktionen... So dürften die Frage, warum nach so einem netten
Sunny-Boy von Vietnam-Rückkehrer mit Spatzen auf Kanonen geschossen wird,
und letztendlich die halbe Redneck-Society des Kaffs Jagd auf ihn macht,
noch nicht mal alle Colt Sievers’ dieser Welt zusammen beantworten
können. Wahrscheinlich ist es das „Gesetz des Südens“ oder so..
Kaum haben die Rednecks den Helden gefangen und eingesperrt, wird diesem
natürlich nicht sofort der Garaus gemacht. Nein, hochmütig und dumm wird
er wie üblich erst mal zum Kampf Mann gegen Mann mit dem Dorf-Arnie „Big
Ben“ gefordert (*gähn*). Wer da letztendlich gewinnt steht wohl außer
Frage. Ein so abruptes Ende wäre ja auch langweilig und würde den
Zuschauer um den Genuss einer Motorbootverfolgungsjagd bringen, bei der
Hobby-McGyver Benedict auch wieder fleißig basteln darf ;-)
Den gestählten Körper zur Tarnung schön mit Schlamm eingeschmiert
(merkwürdigerweise jedoch nur oben herum und vorne, der Rest bleibt schön
unschuldig weiß...), schickt Dirk letztendlich seine Widersacher im
wahrsten Sinne des Wortes baden. Das macht er so überzeugend, dass ihm der
Bürgermeister daraufhin eine Insel (!) schenkt, woraufhin Dirk aus dem
Wasser heraus mit seiner Linda per Indianergruß flirtet!! Da können die
beiden ja gleich wieder Moped fahren... ;-)
Rambo: 50%
A-Team: 25%
McGyver:25%
Exorzist: 0%
Fazit: Auf dem Highway ist der Rambo los... Veteranen-Rächer-Story auf
Vorabendserien-Niveau. Harmlos aber unfreiwillig komisch... |