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Der kleine Dougie (Alexander Brickel) ist
völlig begeistert von dem Videospiel "Satan's Little Helper", in
dem es darum geht, dass man dem Fürst der Finsternis dabei helfen muss,
möglichst viele Menschen zur Hölle zu schicken. Dougie spielt das Spiel
fast schon pausenlos und sieht Satan sogar als sein neues Vorbild an. So ist
es auch naheliegend, dass der Kleine an Halloween als Satan verkleidet die
Straßen unsicher machen will. Darauf freut sich Dougie schon lange, nicht
zuletzt auch deshalb, weil er jedes Jahr mit seiner großen Schwester Jenna
(Katheryn Winnick) zusammen um die Häuser zieht. Dougie findet Jenna so
toll, dass er sie später sogar einmal heiraten möchte. Um so mehr
erschreckt es ihn zu erfahren, dass Jenna mittlerweile einen Freund hat.
Dougie ist sehr eifersüchtig und beschließt trotzig, dieses Halloween
alleine auf Beutetour zu gehen.
Bei seinem Streifzug nach Süßigkeiten sieht Dougie in einem Vorgarten
einen verkleideten Mann, den er für Satan hält und der gerade eine Leiche
stilvoll dekoriert. Dougie ist mittlerweile nicht mehr in der Lage, sein
Videospiel von der Realität zu trennen und hält alles für einen umwerfend
echten Spezialeffekt. Fast schon ehrfurchtsvoll bietet er dem schweigsamen
Fremden seine Dienste an, die dieser auch annimmt. "Satan's Little
Helper" Dougie ist so begeistert von seinem neuen Freund, dass er ihn
sogleich darum bittet, Alex (Stephen Graham), den Freund seiner Schwester,
zur Hölle zu schicken. Natürlich hat der Kleine keine Ahnung, auf was er
sich da eingelassen hat... |
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Nach dem Erfolg von "Scream" wurde
die Menschheit mit derart vielen Slasherfilmen überflutet, dass sie selbst
den hartgesottensten Fans langsam aber sicher zum Hals raushängen dürften.
Kein Wunder also, wenn jede kleine Innovation oder Abweichung schon freudig
aufgenommen wird. "Satan's Little Helper" ist zwar nicht als
Slasher im eigentlichen Sinn zu bezeichnen, aber er versteht es gekonnt, die
typischen Klischees des Genres aufs Korn zu nehmen und hat auch ansonsten
einige Neuerungen auf Lager, die dafür sorgen, dass man den Streifen mit
kaum einem anderen Machwerk sonst vergleichen kann. Als Regisseur war hier
Jeff Lieberman zugange, der das Projekt fast schon eigenhändig anpackte und
nicht nur auf dem Regiestuhl Platz nahm, sondern außerdem das Drehbuch
schrieb, und, als würde das nicht schon ausreichen, sich zudem noch als
Produzent betätigte. Einigen Horrorfilmfans dürfte der Name sicherlich ein
Begriff sein, denn im Jahr 1976 stellte Lieberman "Squirm - Invasion
der Bestien" auf die Beine, in dem sich Menschen gegen gefährliche
Regenwürmer zur Wehr setzen müssen. Der Streifen hat einen ganz
ordentlichen Bekanntheitsgrad erlangt, sollte aber lange Zeit das Highlight
in Lieberman's Karriere darstellen. Jahrelang drehte der Gute nur
TV-Produktionen, schaute im Jahr 1981 mit "Just Before Dawn" noch
einmal im Horrorgenre vorbei und legte dann lange Zeit eine Genrepause ein.
Doch "Satan's Little Helper" darf gut und gerne als gelungenes
Comeback bezeichnet werden.
Würde man es nicht besser wissen, und würden die astrein scharfen Bilder
nicht etwas anderes vermitteln, würde man anhand der Story sofort davon
ausgehen, dass hier eine Produktion aus den 70ern oder 80ern vorliegt, als
Horrorfilme teilweise noch gedreht wurden, um auf Missstände in unserer
Gesellschaft aufmerksam zu machen. Wenn man sich so den Plot durchliest,
könnte man durchaus annehmen, dass Lieberman mit diesem Werk die Diskussion
"Gewalt durch Videospiele" in den Raum werfen will, doch das ist
nicht der Fall. Nein, diesen Punkt greift der Regisseur sogar kein einziges
Mal auf, sondern macht es sich stattdessen zur Aufgabe, eine herrlich
schwarzhumorige Geschichte zu erzählen.
Diese strotzt nur so von interessanten Ideen und zieht einen sofort in ihren
Bann. Der kleine Dougie ist so sehr in seine Videospielwelt versunken, in
der er die Rolle von Satans Gehilfen übernimmt, dass er im späteren
Filmverlauf keine Ahnung hat, dass er zur rechten Hand eines psychopatischen
Killers wird. Es ist wunderbar mit anzusehen, wie der Kleine in seiner
unschuldig-euphorischen Art dem Killer seine Dienste anbietet und dies alles
für einen Teil aus seinem Videospiel hält. Selbst wenn der verkleidete,
nie ein Wort sprechende Fremde eine zappelnde Seniorin erhängt, lacht
Dougie nur und freut sich über die Punktezahl, die er dadurch erhält. Für
den Zuschauer gibt es somit einiges zu Schmunzeln, so beispielsweise wenn
Satan und sein kleiner Helfer gemeinsam schwangere Frauen, Babys oder Blinde
mit ihrem Einkaufswagen anrempeln, was allerdings nicht menschenverachtend,
sondern eben nur äußerst schwarzhumorig in Szene gesetzt wurde. Die erste
Hälfte des Films besteht fast vollständig aus derartigen Szenen und ist
aufgrund dessen äußerst unterhaltsam.
Weniger gefallen hat mir das Ganze dann aber nach der Wendung, wenn Dougie
letzten Endes feststellen muss, dass "sein Meister" keine
Spezialeffekte künstelt, sondern blutigen Ernst macht. Ab diesem Zeitpunkt
verliert "Satan's Little Helper" den Großteil seiner Ironie und
wird vielmehr zu einem Horrorfilm, was Lieberman aber, wie ich finde, nicht
ganz so gut gelungen ist. Wie sonst lässt es sich erklären, dass der
Streifen zum Ende hin immer langatmiger wird und merklich an Qualität
verliert? Lustig wird es erst dann für kurze Zeit wieder, wenn der Killer
sein Satanskostüm ablegt und sich als Jesus tarnt. So kommt es zum Ende hin
noch zu einem Versteckspiel, bei dem klar erkennbar ist, dass Lieberman den
Horrorklassiker "Halloween" zu seinen großen Vorbildern zählt.
Blutig wird das Geschehen bis auf ein, zwei Szenen auch nicht. Diese sind
zwar nicht von schlechten Eltern, doch der lustige Grundton des Ganzen
lässt die Gewalt nicht sonderlich abschreckend erscheinen.
Somit hat "Satan's Little Helper", wie ich finde, einige Chancen
verspielt, ein potenzieller Kulthit werden zu können. Was als Gagfeuerwerk
beginnt, verläuft sich irgendwann in genau dem, was von dem Regiesseur
eigentlich vermieden werden wollte, nämlich, ein typischer Slasher zu sein.
Obwohl dieser Part vermutlich notwendig war, damit Dougie seine Lektion
letzten Endes noch lernt, so muss doch gesagt werden, dass der Streifen
seine anfängliche Klasse nicht beibehalten kann und irgendwann sogar leicht
langatmige Züge annimmt. Wirkliche Spannung kommt nämlich nie auf, ebenso
wenig wie eine bedrohliche Atmosphäre, dazu war die erste Hälfte des Films
dann doch zu amüsant. Dennoch werde ich mich an dieser Stelle davor hüten,
den Streifen schlechter zu machen als er ist, denn alleine schon dank seiner
vielen einfallsreichen Ideen ist "Satan's Little Helper" schon
weitaus empfehlenswerter als viele andere Genreproduktionen heutzutage.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Lieberman hierfür kein
überwältigend hohes Budget zur Verfügung hatte, und dennoch das
Kunststück vollbrachte, dass man dies dem Film keineswegs ansieht.
An den Darstellern gibt es nicht all zu viel auszusetzen. Alexander Brickel
spielt den Part des kleinen Dougie zwar ab und an schon leicht nervend, doch
im Vergleich zu anderen Kinderschauspielern liegt seine Darbietung noch im
Bereich des Erträglichen. Eine halbwegs bekannte Schauspieler findet sich
im Cast mit Amanda Plummer, die man schon unter anderem als Honey Bunny aus
"Pulp Fiction" kennt. Das Drehbuch schrieb ihr für "Satan's
Little Helper" eine außerordentlich schrille Rolle zu, die sie gut
ausfüllt. Zu den sonstigen Darstellern werde ich an dieser Stelle nicht
viele Worte verlieren. Sie spielen ihre Parts nicht weltbewegend umwerfend,
aber durchaus zufriedenstellend.
"Satan's Little Helper" bringt einen frischen, unverbrauchten Wind
mit sich und präsentiert sich als durchaus unterhaltsame Horror-Groteske.
Auch wenn der Film seine schrillbunte, schwarzhumorige Seite leider nicht
bis zum Ende hin auf einem vollen Niveau halten kann, hat Lieberman hier
dennoch ein durch und durch empfehlenswertes, von der
Mainstream-Teenieslasher-Masse losgelöstes Werk geschaffen. Wer mal wieder
etwas anderes, neues sehen möchte, der kommt hier kaum drum herum. Und
obwohl "Satan's Little Helper" sicherlich kein Meisterwerk ist,
sollte man ihn zumindest als Genrefan mal gesehen haben. |