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Der exzentrische Fotograf Roger Neale (Joseph
Farrell) hat es durch seine Bondage-Bilder, die Frauen in erniedrigenden
Posen zeigen, zu einem gewissen Bekanntheitsgrad geschafft und sucht gerade
drei schöne, junge Frauen für sein nächstes Fotoshooting. Seine
Anforderung ist, dass sich seine Modelle ihm voll und ganz unterwerfen und
blind seinem Willen folgen. Für sein neues Projekt möchte Neale die Angst
studieren und bezieht mit seinen den drei Fotomodellen ein altes,
leerstehendes Haus, von dem man sich sagt, dass es einst von einem
Geisteskranken bewohnt wurde, der dort in einem versteckten Folterkeller
mehrere hundert Menschen gepeinigt und ermordet haben soll. Begleitet wird
Neale dabei noch von seiner weiblichen Assistentin Maura (Rachael Robbins),
sowie Sam (Rob Monkiewicz), dem Repräsentanten der Immobilienfirma, die die
Rechte an dem unheimlichen Haus besitzt.
Schon kurz nach der Ankunft in dem Haus macht sich schlechte Stimmung breit,
da Neale's menschenverachtende Arbeitsmoral und seine abstoßende Art bei
den anderen nicht gerade auf Anklang stößt. Insbesondere Sam zeigt seine
Abneigung gegen den S/M Fotografen bereits nach kurzer Zeit offen, so dass
es immer öfter zu Streitereien kommt, während die Methoden Neale's immer
abschreckender werden. Nicht nur, dass er die Frauen unter der Dusche
beobachtet und sie zwingt, miteinander zu schlafen, er kettet sie auch ans
Bett. Als Neale zufällig die versteckte Folterkammer des Hauses findet,
beschließt er, seine Fotos dort zu machen. Blöd nur, dass sich der Geist
des geisteskranken Killers, der hier einst sein Unwesen trieb, noch immer in
dem Gemäuer aufhält und sein Werk kurz darauf fortführt... |
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Den meisten deutsprachigen Filmfans ist
Seduction Cinema, wenn überhaupt, wohl nur durch die zahlreichen
Erotikparodien bekannter Hollywoodfilme ein Begriff, zu denen etwa
"Lord of the G-Strings", "Spiderbabe", "Sexy
Adventures of Van Helsing" und "Kinky Kong" gehören, um ein
paar Beispiele zu nennen. In den USA hingegen werden die Softcore Filmchen
der Produktionsfirma immer wieder mal spätabends ausgestrahlt, vergleichbar
mit dem Nachtprogramm von Vox oder Kabel 1. Irgendwann aber, sei es nun, um
den Bitten der Fans nachzugeben, oder um mehr Gewinne einzustreichen,
entschied man sich dazu, nicht nur auf nacktes Fleisch, sondern fortan auch
auf Horror zu setzen und rief Shock-O-Rama ins Leben. Mittlerweile hat das
Unterlabel von ei Independent Cinema bereits mehr als 30 Horrorfilme
veröffentlicht, die alle eines gemeinsam haben. Sie wurden möglichst
billig produziert und heben sich deshalb nicht großartig von den
Softsexfilmchen ab, die man mit Seduction Cinema in Verbindung bringt. Neben
Blut ist der hauptsächliche Bestandteil der Billigfilme nämlich immer noch
Sex. Nachdem ich mit "Screaming Dead" nun meinen ersten Beitrag
aus dem Hause Shock-O-Rama gesehen habe, tun sich mir jedoch erhebliche
Zweifel auf, ob man sich mit der Entscheidung, Horrorfilme zu drehen, einen
großen Gefallen getan hat.
Sicherlich muss beachtet werden, dass es sich hierbei um einen der ersten
Auswürfe Shock-O-Rama's handelt, mit etwas Gnade kann man das Ganze deshalb
noch als Startschwierigkeit abtun und den noch folgenden Produktionen mehr
zutrauen. Was hier allerdings abgeliefert wurde, verdient weder die
Bezeichnung Horror noch Trash, sondern ist wirklich jenseits von Gut und
Böse und nur noch für die hartgesottensten Seduction Cinema Fans
ertragbar. Man muss schon Nerven aus Drahtseil und eine fanatische Vorliebe
für die bisherigen Werke des Labels haben, um "Screaming Dead"
noch etwas abgewinnen zu können. Wer hingegen sonst nur in
Mainstream-Kreisen verkehrt und durch Zufall an diesen Film gerät, wird
wohl seinen Augen nicht trauen und den Streifen schon nach weniger als 5
Minuten vernichten. Brett Piper, der Anfang der 80er noch den
Science-Fiction Film "Mysterious Planet" inszenierte und
irgendwann seinen Weg in die Erotikecke fand, musste anscheinend mit einem
Minimum eines Budgets auskommen, gegen das selbst die Geldmittel von Troma
wie die Budgets von Hollywoodblockbustern wirken, anders kann man sich diese
billige Aufmachung nicht erklären.
Das fängt schon mit dem Haus an, welches uns als altes und verlassenes
Gemäuer verkauft wird, in dem vor mehr als 70 Jahren ein Geisteskranker
sein Unwesen getrieben haben soll. Um sich das mitten in einer Stadt
stehende Reihenhaus mit dem sauberen Vorgarten als solches vorstellen zu
können, benötigt es aber einiges an Fantasie. Das Innere des Hauses ist
fein aufgeräumt und in keinster Weise dekoriert, sprich, man will uns ein
komplett leeres und kahles Haus als Wohnstätte eines Massenmörders
verkaufen, dass ich nicht lache. Hier und da stehen Möbel und Betten rum,
das war es dann aber, so kommt keinerlei Atmosphäre auf. Dennoch kann man
ja wenigstens darauf hoffen, dass man dafür mit einer Vielzahl an
annehmbaren Effekten bei Laune gehalten wird, doch auch hier: Fehlanzeige.
Ab und an sorgt eine plötzliche Geistererscheinung für Angst und
Schrecken, doch das sieht dann meist so aus, als hätte Brett Piper seinen
fünfjährigen Neffen die Arbeit übernehmen lassen, denn was uns hier als
gruselige Geistererscheinung verkauft wird, grenzt wirklich schon an
Zuschauerbeleidigung. Auch die "Splatterszenen" sorgen da leider
nicht für positive Abwechslung. In einer Szene wird eines der Mädchen an
ein Kreuz gebunden und uns soll anschließend suggeriert werden, wie es von
einem Geist mehr und mehr zerschnitten wird. Schnittwunden sieht man keine,
dafür wurde der Schauspielerin einfach etwas Kunstblut über den nackten
Körper gekippt, das durch seine Konsistenz und die viel zu helle Farbe aber
bereits in der ersten Sekunde als unecht zu erkennen ist.
Was dem Film auch nicht gerade gut tut ist die Länge von knapp 90 Minuten,
obwohl man sagen muss, dass der Film zwischenzeitlich trotz seiner
schrecklich billigen Inszenierung so etwas wie Unterhaltung erzeugen kann.
Die Charakterkonstellation ist nämlich nicht gänzlich uninteressant, mit
der Figur des Roger Neale hat man ein herrlich fieses Arschloch erschaffen,
einen frauenverachtenden Widerling, der andere Menschen als sein Eigentum
erachtet und sie wie Dreck behandelt. Die sich immer mehr zuspitzende
Situation ist dabei gar nicht so uninteressant, zwingt Neale die Mädchen
doch beispielsweise, zu dritt in einem viel zu kleinen Bett zu schlafen, in
der Hoffnung, dass diese sich so näherkommen. Auch, wenn man auf Sexszenen
meist vergeblich wartet, bietet "Screaming Dead" durchaus Anleihen
an das Exploitationkino, die Frauen laufen des öfteren mal nackt durchs
Bild und werden gegen Ende auch mit allerlei Folterutensilien konfrontiert,
so dass "Screaming Dead" durchaus "seine Momente" hat.
Dennoch ist das, was einem da geboten wird, klar zu wenig und als Horrorfilm
ohnehin in keinster Weise ernst zunehmen. Eine permanente Einschlafgefahr
herrscht hier zwar nicht, dennoch sucht man Spannung oder ein Horrorfeeling
vergebens, stattdessen lebt "Screaming Dead" einzig und allein von
der unsympathischen Figur des Roger Neale, mit dem sich die Konflikte immer
mehr zuspitzen. Dennoch muss man schon jemand sein, der sich allgemein jeden
Scheiß ansieht, um diesem Film noch etwas abgewinnen zu können, da hier
zwar von allem etwas geboten wird, allerdings von keinem genug. Trash,
Horror, Erotik, nichts wird ausreichend geliefert, so dass man letztendlich
mehr einen filmischen Gehversuch, als ein wirklich ernstzunehmendes Werk vor
sich hat. Die Effekte sind peinlich, die Dialoge stümperhaft und die
Kulissen langweilig und unglaubwürdig. Lediglich manch einer von den
Darstellern verfügt noch über ein Fünkchen Talent, so zum Beispiel Joseph
Farrell als exzentrischer Künstler oder Erin Brown als eines der Modells.
Brown, früher als Misty Mundae bekannt, bis ihr Vertrag mit Seduction
Cinema ablief und sie sich deshalb auch nicht mehr so nennen durfte, bietet
wenigstens noch etwas fürs Auge und agiert gewohnt annehmbar.
"Screaming Dead" ist kein absoluter Griff ins Klo, dennoch sollte
man über eine der ersten Shock-O-Rama Produktionen lieber den Mantel des
Schweigens hüllen. Ob sich alle Auswürfe des ei Independent Cinema
Unterlabels auf einem derartigen Niveau befinden, kann ich erst sagen,
nachdem ich mich noch an weiteren Streifen des Labels versucht habe, mit
"Screaming Dead" hat man jedenfalls einen durchaus peinlichen
Einstand ins Horrorgenre hingelegt. Zum Fürchten sind hier bestenfalls die
miserablen Effekte, die einfallslose Story und die Kulissen, auch wenn Fans
von derartigen Müllmovies tatsächlich noch den einen oder anderen
unterhaltsamen Moment finden werden. Für mich persönlich keiner der
"worst movies ever", aber dennoch ein Titel, den man ohne
schlechtes Gewissen überspringen kann. |