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Der für seine Experimente mit Haien oftmals
nur belächelte und nicht ernstgenommene Wissenschaftler Dr. King (Jeffrey
Combs) zieht sich auf eine abgelegene Insel im pazifischen Ozean zurück, um
seine Arbeit dort ungehindert fortführen zu können. Jahre später lädt er
seine ehemaligen Mitarbeiter, unter ihnen auch Amelia Lockhart (Hunter
Tylo), die einst mit King's Sohn verlobt war, bevor dieser an Krebs
verstarb, auf seine Insel ein, um sie von seinen Fortschritten zu
begeistern. Wie er seinen einstigen Kollegen stolz berichtet, ist es ihm
mittels isolierter DNA eines Hammerhais gelungen, den menschlichen Krebs zu
heilen. Sein Vorführobjekt ist dabei niemand anders als sein todgeglaubter
Sohn Paul, der für die Heilung seiner Krebserkrankung allerdings einen
schrecklichen Preis bezahlen musste. So ist Paul zu einem entsetzlichen und
darüber hinaus auch äußerst blutrünstigen Mischlingswesen aus Hammerhai
und Mensch mutiert.
Wie Dr. King seinen Gästen weiterhin erzählt, hat ihr Aufenthalt auf der
Insel einen anderen Grund als zuerst angenommen, so möchte sich King
nämlich an ihnen allen rächen, die sie seine Arbeit nie ernst genommen
haben. Der erste Mordversuch schlägt fehl und der kleinen Gruppe gelingt
die Flucht. Nun beginnt ein gefährlicher Kampf ums nackte Überleben, in
dessen Verlauf sich Amelia, ihr Freund Tom Reed (William Forsythe) und die
Anderen nicht nur gegen die schießwütigen Schergen King's, sondern auch
gegen den äußerst gefräßigen Paul zur Wehr setzen müssen. Der
eigentliche Plan Dr. King's scheint es zu sein, eine völlig neue Rasse zu
züchten, die den Menschen weit überlegen wäre. Dazu braucht er allerdings
eine Frau, mit der sich Paul paaren kann: Amelia... |
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"Sharkman" ist ein vergleichsweise
günstig produziertes B-Movie für die US-Produktionsfirma Nu Image, die in
den letzten Jahren einige Filme dieser Art auf dem Markt geschmissen haben
(siehe auch "Mosquito Man"). Die Aufgabe, das Projekt
"Sharkman" zu realisieren, wurde dabei dem beleibten Regisseur
Michael Oblowitz in die Wurstfinger gelegt, der auf dem B-Sektor schon
einiges an Erfahrung sammeln durfte. Im Jahre 2003 arbeitete er für
"The Foreigner - Der Fremde" und "Out for a Kill: Tong Tatoos
- Das Tor zur Hölle" sogar zwei Mal mit Actionikone Steven Seagal
zusammen. Was sich im ersten Moment nicht schlecht anhört, sollte
allerdings niemanden nachhaltig beeindrucken, denn Michael Oblowitz ist
sicherlich einer von denen, die den großen Durchbruch niemals landen
werden.
Ein Mangel an Interesse an trashigen Horrorfilmchen ist bei mir sicherlich
nicht vorhanden, so kann diese Annahme gleich vorweg gestrichen werden, wenn
wir an die Analyse herantreten, wieso "Sharkman" hinter meinen
Erwartungen zurückblieb. Das größte Problem des Films ist sicherlich sein
Drehbuch. Die Story an sich strotzt ja schon nicht gerade mit
Einfallsreichtum und grenzt schon beinahe an einer Frechheit, doch wie das
Ganze letztendlich umgesetzt wurde, ist definitiv enttäuschend. Während
der Anfang noch überaus interessant daherkommt, wenn wir den verrückten
Wissenschaftler kennen lernen, der eine gefährliche Kreatur erschaffen hat,
die er nur schwerlich unter Kontrolle halten kann, und kurz darauf seine
ehemaligen Kollegen auf die Insel einlädt, dann kann man sich schon sehr
gut ausmalen, worauf dies alles hinauslaufen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt
gab es von meiner Seite aus noch überhaupt keine Einwände, denn den
plötzlichen Wendepunkt sehen wir erst später. Sobald die kleine Gruppe die
Flucht antritt, wandelt sich das Ganze in eine Art langweile Surival-Action
vom Fließband um. So dürfen wir Hunter Tylo, William Forsythe und die
Anderen eine Stunde lang dabei beobachten, wie sie kreuz und quer über die
Insel sprinten, sich dabei mit allerlei Gefolgsleuten des verrückten
Professors prügeln, Boote in die Luft jagen und ab und an mal vom Sharkie
angeknabbert werden.
Das sind dann auch problematischer weise die Momente, in denen man
"Sharkman" sein niedriges Budget ansieht. Obwohl wir davon
unterrichtet werden, dass sich das Ganze irgendwo auf einer Insel abspielen
soll, laufen die Akteure die meiste Zeit über durch Wälder, die jedem
Amateur-Horrorfilm zur Ehre gereichen würden. Zwar bekommen wir hin und
wieder schon einmal tolle Naturkulissen zu sehen, doch alles in allem hält
sich das sehr in Grenzen, die Locations sind sehr beschränkt, wodurch das
Geschehen bald langweilig wird. Untermalt wird das noch durch die Tatsache,
dass man immer wieder mal das Gefühl bekommt, dass Michael Oblowitz und
sein Team einfach keine Ideen mehr hatten, wie man noch etwas neues aus
einem Tierhorrorfilm herausholt, so dass hier meist Schießereien, und nicht
die Kreatur im Vordergrund stehen.
Der einzig wirklich überzeugende Aspekt des Films ist, den Horrorfilmfan
wundert’s nicht, Jeffrey Combs. Der "Re-Animator" ist hier in
seiner Paraderolle als verrückter Wissenschaftler zu sehen, der in seinem
Wahn jeglichen Bezug zur Realität verliert. Ganz so überzeugend wie in dem
eben erwähnten Klassiker agiert Combs dabei zwar nicht, aber dennoch ist er
mit seinem glatt gegelten Haaren und natürlich im Ärztekittel noch immer
eine Augenweide. Glücklicherweise bekommt Combs auch angemessen viel
Spielzeit, in der er restlos begeistern kann.
Wo wir schon bei den Schauspielern sind, komme ich auch gleich auf William
Forsythe zu sprechen. Kennen gelernt habe ich diesen Akteur durch Rob
Zombie's "The Devil's Rejects", wo er einen von Rachsucht
getrieben Sheriff spielte. Hier ist er hingegen als Held der Stunde zu
sehen, der im Alleingang duzende böse Buben umpustet (ganz nebenbei
Soldaten, die anscheinend keinerlei Ahnung im Umgang mit Waffen haben).
Obwohl Forsythe ein begnadeter Schauspieler ist, wurde er hier ganz
eindeutig falsch präsentiert, denn in seinem viel zu engen T-Shirt, das
detailgenau seine fette Wampe und seine Titten abzeichnet, wirkt der Gute
nicht halb so cool wie eben in Zombies Roadmovie.
So schlimm ist das allerdings gar nicht, denn wenn etwas in einem Horrorfilm
völlig ohne Belang ist, dann sind das die Schauspieler. So auch hier, denn
bis auf Jeffrey Combs und ansatzweise noch William Forsythe sehen wir
ausnahmslos auswechselbare und langweilige Stereotypen, altbekannt und
mittlerweile völlig ausgelutscht. Aber wie dem auch sei, fürs
amerikanische Fernsehen, für das dieser Film gedreht wurde, scheint es zu
genügen.
Zu den Effekten sei letztendlich noch gesagt, dass diese mich leider nicht
vom sprichwörtlichen Hocker hauen konnten. Dem Mischlingswesen aus
Hammerhai und Mensch wird nicht all zu viel Playtime zugestanden, so fängt
die Kamera meist auch nur sehr kurze Schnappschüsse der Kreatur ein. Das
war vermutlich auch besser so, denn in den kurzen Momenten, in denen das
Monster auftreten darf, macht es ohne Frage einen nicht gerade sehr teuren
Eindruck, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Gleiches gilt auch für den Splatter. Zwar hat mich der Blutanteil im Film
schon überrascht, doch meist beschränkt sich die Brutalität nur auf die
Szenen, in denen wir sehen, was der Sharkman von seinen Opfern übrig
lässt. Da gibt es dann zahlreiche ausgerissene Körperteile zu bestaunen,
die wild verstreut in der Gegend herumliegen, aber von dem mal abgesehen,
ist die Freigabe ab 18 völlig unbegründet. Die Morde im Wasser sind, um
nur mal ein Beispiel zu nennen, völlig harmlos. Man hört Schreie, kann
aufgrund der wackelnden Kamera nicht all zu viel erkennen und sieht
lediglich etwas rotes Wasser aufsprudeln, das war’s. Nur weil hier und da
mal etwas Blut spritzt, was übrigens nicht immer realistisch aussieht,
macht das "Sharkman" noch lange nicht zu einem brutalen Film.
Leider sieht man "Sharkman" nur all zu deutlich an, dass er fürs
amerikanische Fernsehen und somit eher kostengünstig produziert wurde. Bis
auf Jeffrey Combs und den unfreiwillig komischen William Forsythe kommt der
Streifen ohne nennenswerte Höhepunkte daher und spult die üblichen
Versatzstücke des Tierhorrorfilms nacheinander ab. Hinzu kommt etwas
Langeweile, sowie duzende Klischees und fertig ist der Monsterfilm aus dem
Lehrbuch. So hat man jedenfalls absolut nichts verpasst, wenn man um
"Sharkman" einen Bogen macht. |