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Japan im 16. Jahrhundert: Der machtgierige
Fürst Hideyoshi ist hinter dem versteckten Goldschatz des Momochi- Clans
her. Da der Weg zum Schatz auf den Klingen zweier Schwerter eingraviert ist,
beauftragt Hideyoshi den grausamen Samurai Shogen, den Clan der Momochi zu
vernichten und die Schwerter zu stehlen.
Der junge Takamura kann dem Blutbad entkommen und eines der beiden Schwerter
in Sicherheit bringen. Zusammen mit seinem Onkel flieht er nach China. Dort
lernt er die Kampfkunst.
20 Jahre später kehrt Takamura in seine Heimat zurück. Bereit zur Rache
versammelt er die Ninja- Clans um sich. Ein Ninja- Meister lehrt ihm die
Kunst des Tötens und überreicht ihm das zweite Schwert zum Schatz. Bald
ist der Tag der Abrechnung mit Shogen gekommen. Aber da ist auch noch Hanzo,
ein mächtiger Ninja, der auch nach dem Goldschatz trachtet... |
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Ninja? Shogun? - Ja was denn nun? Die Antwort
muss lauten: Beides!
"Shogun' s Ninja" ist weder ein typischer Ninja-Film, wie man ihn
aus der Schmiede Joseph Lau's und Tomas Tang's kennt, noch ein klassischer
Samurai-Schwertkampf-Film. Vielmehr ist er eine Mischung aus beidem. Ein
qualitativ hochwertiger Mix aus traditionellem Chambara - Schwertkampf-Film
und moderner westlich orientierter Action.
Ninja-Filme gab es in den 80er Jahren wirklich zuhauf. Und wohl kaum ein
anderes Film-Genre jenseits des Horrorfilms war so mit Vorurteilen belastet,
wie eben die Sparte um die "menschlichen Waffen". Allein das Wort
"Ninja" im Titel eines Films war seinerzeit wohl schon Anlass
genug, einen Film als jugendgefährdend einzustufen. Doch in den meisten
Fällen diente der edle Gedanke des Jugendschutz wohl eher als Schutz vor
filmischen Blödsinn. Die meisten dieser Filme erweisen sich schließlich
eher als Trash-Raketen vor dem Herrn, als dass sie unbescholtene Kiddies zum
Amoklauf bewegen.
Wären ALLE Ninja- Filme wirklich so ernsthaft umgesetzt wie "Shogun's
Ninja" so könnte man diese Vorurteile diesem Genre gegenüber schon
eher verstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern des asiatischen
Schwertkampf-Films, werden hier die Auswirkungen scharfer Klingen und
sonstiger unangenehmer Utensilien mehr als deutlich gezeigt. Da rollen
Köpfe, fliegen Arme, Menschen werden von Pfeilen oder Gewehrkugeln
durchlöchert. Im Prinzip bietet Shogun Ninja also das, was man sich
aufgrund der ganzen Gerüchte und Vorurteile von einem RICHTIGEN Ninja-Film
verspricht.
Sonny Chiba spielt den finsteren Samurai Shogen. Leider hat er nur eine
ziemlich kleine Rolle und daher auch nur wenig Gelegenheit, sein Können zu
präsentieren. Das ist wirklich schade, schließlich handelt es sich bei
Sonny Chiba gewissermaßen um DEN japanischen Martial Arts Star
schlechthin!! Mit seinen finsteren Blicken und den vereinzelten Kostproben
seiner Kampfkunst überzeugt er aber auch hier.
Viel mehr zu sehen gibt es da schon von Hiroyuki "Henry" Sanada in
der Rolle des Takamura. Er kann wirklich zeigen, warum er zu Recht neben
Sonny Chiba als einer der ganz großen Schauspieler des japanischen Kinos
gilt. Der Star unzähliger Ninja- und Samurai-Filme spielt den Rächer.
Nicht knallhart, sondern mit Gefühl. Dann ist da noch Etsuko
"Sue" Shiomi. Eine der berühmtesten Ladies des japanischen
Action- Kinos gibt sich die Ehre und haut ordentlich auf den Putz. Eine
wahre Augenweide. Gleiches gilt übrigens auch für ihre Kollegin Yuki
Ninagawa.
Ganz edel, wie es sich für einen richtigen Chambara - Film gehört, treten
die Schurken der Reihe nach gegen den Helden an. Schön geduldig, das
Schwert in der Hand, warten sie darauf, als nächster vermöbelt zu werden.
Das gleiche Prinzip, wie es die ganzen James Bond - Schurken ewig und 007
Tage lang (erfolglos) praktizieren: Bloß nicht unfair werden, im Kampf um
die Weltherrschaft...
Sehr innovativ geht es zur Sache: Spider-Ninja, die gepflegt die Bäume
hinaufkraxeln und meilenweit hüpfen können. Tückische Nagelfallen gegen
Birkenstock-Sandalen und Ninja- Aldiletten. Als Folterinstrument dient ein
Kochtopf. Und und und... Man sieht, Regisseur Norifumi Suzuki, von der BPJM
für seinen "Exzesse im Folterkeller" zwar als Lump dargestellt,
hat sich nicht lumpen lassen...
Folterkeller ist da schon eher bei der absolut unpassenden 70er Jahre Musik
angesagt. Wie einem Blaxploitation-Italo-Sleaze-Crime-Horror-Schmuddler
entliehen, "untermalt" sie vereinzelte Kampfszenen. Man kann nur
hoffen, dass es sich dabei um einen schlechten Scherz eines tauben
Tontechnikers gehandelt hat. Zum Glück werden die wirklich sehr stilvollen
melancholischen Szenen des Films durch diese musikalischen Auswürfe nicht
verdorben. Wirklich ganz starke gefühlvolle Bilder bietet Shogun's Ninja
beispielsweise beim traditionellen Selbstmord von Takamaru's Mutter. Wow!
DAS ist wirklich großes Gefühls-Kino!!
Insgesamt gesehen, ist "Shogun' s Ninja" wirklich ein Highlight
des Ninja- Schwertkampf- Films.Trotz einer Laufzeit von knapp zwei Stunden
kommt keine Langeweile auf!!
Fazit: Perfekter, harter Mix aus klassischem Schwertkampf- und Ninja- Film!!
Sonny Chiba, Henry Sanada - Das sagt eigentlich schon alles... Auch Eastern-
Hasser sollten mal einen Blick riskieren!! ;-) |