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Insektenforscherin Ida hat es nicht leicht in
ihrem Leben. Ihr Job, der von anderen meist als höchst ekelhaft empfunden
wird, hindert sie daran eine feste Partnerin zu finden. Ihr Kollege Max,
ermuntert sie allerdings immer wieder und rät ihr nach der letzten
Trennung, ihre Wohnung insektenfrei zu machen. Er meint, es wäre sicherlich
besser, die Liebschaft nicht gleich aus der Wohnung zu ekeln.
Die verstreute und naive Frau hört nicht gleich auf den Tipp. Sie bringt
sogar ein neues Insekt, was sie aus Brasilien zugeschickt bekommen hat, mit
in ihre Mietwohnung, um es genauer zu untersuchen. Und, wie es kommen muss,
wird eine junge, hübsche Frau, die Studentin Misty Falls, auf sie
aufmerksam. Die neue Beziehung kommt schnell in Fahrt und die beiden landen
in der Wohnung von Ida. Nach einer Liebesnacht entdeckt Misty die
Leidenschaft ihrer Freundin und zum Erstaunen zeigt sie keinerlei
Berührungsängste. Doch diese Unerschrockenheit soll der offenen Studentin
zum Verhängnis werden, denn sie kommt mit dem mysteriösen Insekt aus
Südamerika in einen folgenschwereren Kontakt... |
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Insekten bieten ja prinzipiell eine gute
Grundlage für das Gelingen einen Horror-Films. Das Spielen mit den
Urängsten des Menschen hat sich schon oft bewährt und man muss sich schon
anstrengen, um einen Film mit dieser Thematik unpassend in den Kasten zu
bringen. Dies ist Lucky McKee („May –Schneiderin des Todes“) aber fast
in voller Gänze gelungen. Zu dem Insektenspektakel, dass gar nicht mal im
Vordergrund des Streifens steht, hat er Elemente eingebaut, die nicht so
recht zusammenpassen wollen: Zwei geknickte Charaktere, lesbische Liebe und
schwarzer Humor. Letzterer ist aber eher schwarz angedacht und stellt sich
als etwas albern heraus. Sicherlich ist das Ansichtssache, aber viele Lacher
dürfte McKee den Zuschauern von „Sick Girl“ sicherlich nicht entlockt
haben. Es gibt zum Beispiel Szenen wie die im Restaurant: Ida und ihr
Arbeitskollege finden eine riesige Schabe in ihrem chinesischen Essen. Diese
wird natürlich erst mal auf eine Gabel gespießt, um sie dann zu bestimmt:
Nicht einheimisch. Der Rest der Besucher rennt „natürlich“ panisch aus
dem Laden. Ob das nun witzig ist oder nicht, muss wohl jeder für sich
selbst entscheiden.
Das sich die Darsteller abseits der Norm bewegen ist durchaus positiv zu
bewerten und wird von vielen Betrachtern von Horror-Filmen ja gemocht. In
„May –Schneiderin des Todes“ hat McKee ja auch schon bewiesen, dass er
einen verschrobenen Charakter gut auf die Leinwand bringen kann. Doch in „Sick
Girl“ wirkt das Ganze nicht. Man hat zwar mit Angela Bettis, in der
abgedrehten Rolle der Insektenforscherin, die Darstellerin der „May“
gewinnen können, aber auch ihr vorhandenes Talent, für solche Rollen,
vermag dem Film nicht zu helfen. Die recht unbekannte Misty Mundae, welche
die Rolle der jungen Geliebten mimt, spielt solide, wurde aber wohl eher
wegen den Nacktszenen ins Boot der Film-Crew geholt.
Die Geschichte bringt anfangs nicht viele Horror-Elemente mit sich, und auch
im weiteren Verlauf, abgesehen vom Ende, scheint McKee nicht sonderlich viel
Wert darauf zu legen, die Zuschauer zu schocken. Da Lacher, wie bereits
erwähnt, eher Mangelware sind, ist der Unterhaltungswert lange Zeit auf
einem schlechten Niveau. Und dann, wenn die Geschichte um das mysteriöse
Insekt und die Folgen eines Angriffs zum tragen kommen, wird man von einer
sehr schlechten Animation des Tieres aus allen vorhandenen
Erwartungsträumen gerissen. Sicherlich ist es interessant zu beobachten,
was nach dem Angriff des Tieres passiert, der fade Beigeschmack drückt die
gewonnen Eindrücke aber stark nach unten.
Man muss McKee dennoch zu Gute halten, dass er versucht mit Vorurteilen
aufzuräumen. Spießige Vermieter bekommen ebenso ihr Fett weg, wie Menschen
mit Vorurteilen gegenüber Homosexualität. Doch eine ausreichende Grundlage
für einen Horror-Film sind die positiven Ansichten des Regisseurs nicht und
so überrascht es auch nicht sonderlich, dass „Sick Girl“ in seiner
Gesamtheit nur ein unterdurchschnittlicher Beitrag ist. Ihm kommt zwar die
kurz Laufzeit und das bessere Ende entgegen, dennoch gibt es viele Teile der
„Masters Of Horror“ Reihe, die besser, innovativer und vor allem
spannender sind. |