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Sean Jones (Nathan Phillips) ist der einzige
Augenzeuge des Mordes an einem bekannten Staatsanwalt. Der gefährliche
Kriminelle Eddie Kim (Byron Lawson) setzt alles daran, Jones zum Schweigen
zu bringen und schickt ein paar Handlanger zu ihm nach Hause, die den
unliebsamen Zeugen aus dem Weg räumen sollen. Beinahe wäre der Plan auch
aufgegangen, doch da taucht der FBI Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson)
auf, der Jones beschützt und ihm mitteilt, dass er ihn per Linienflug
sicher nach Los Angeles bringen wird, damit er dort eine Aussage vor Gericht
machen kann. Doch die Beiden hätten nicht mit dem Einfallsreichtum von
Eddie Kim gerechnet, denn dieser verstaut vorsorglich hunderte Schlangen im
Gepäckabteil der Maschine, die er und seine Leute zusätzlich mit
Pheromonen noch aufstacheln. Während des Fluges brechen die Schlangen
plötzlich aus und fallen sowohl über die Bordmechanik, als auch über die
panischen Fluggäste her. Lediglich Flynn schafft es, in dem Chaos einen
kühlen Kopf zu bewahren und nimmt den Kampf gegen die Schlangen auf... |
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An und für sich ist ein Film, in dem sich
aggressive Schlangen über die Passagiere eines Flugzeuges hermachen ein
Kandidat für die Videothek, doch im Falle von "Snakes on a Plane"
sieht dies gänzlich anders aus. Einen derartigen Internet-Hype kannte man
bislang eigentlich nur von "Blair Witch Project". Es wurden
Webseiten und Blogs zum Film veröffentlicht, Songs verfasst und eigene
Trailer gedreht. Das jedoch ist noch längst nicht alles. Die
Internet-Gemeinde hatte sogar erheblichen Einfluss auf die Produktion des
Films und hat sich dafür stark gemacht, dass nachträglich noch einige
Gewaltszenen gedreht werden mussten, um den Streifen von einem PG-13 auf ein
R-Rating zu hieven. Ebenfalls hagelte es Proteste, als der Streifen in
"Pacific Air Flight 121" umbenannt werden sollte. Nicht nur die
Fans, sondern auch ein Teil der Crew und insbesondere Hauptdarsteller Samuel
L. Jackson forderten, den Trashkracher als "Snakes on a Plane" zu
veröffentlichen. Viel Aufhebens um einen Film also, doch hat sich das alles
denn gelohnt?
Das kommt ganz auf die Erwartungshaltung des Zuschauers an. David R. Ellis,
der auch schon für "Final Destination 2" und "Final
Call" verantwortlich war, schuf nicht mehr und nicht weniger als ein
spaßiges, kurzweiliges, hochwertiges B-Movie, das absichtlich trashig
daherkommt. Dennoch können die überschwänglichen Reaktionen der Fans und
der ganze Hype nicht darüber hinwegtäuschen, dass das eben nicht unbedingt
neu ist. Schon "Tail Sting" erzählte beinahe die selbe
Geschichte, auch wenn Ellis sie natürlich in wesentlich kostspieligere
Bilder verpackte. Genau genommen lebt "Snakes on a Plane"
eigentlich nur von den Lobeshymnen im Voraus und stellt sich genau
betrachtet als ziemlich unterhaltsamer, aber nicht weiter überragender
Actionthriller heraus.
Die Story verläuft nach Schema F. Natürlich braucht es einen Grund, wieso
sich zahlreiche Schlangen in luftiger Höhe über ihre Beute hermachen,
deshalb kamen die Drehbuchautoren auf die Idee mit dem Kronzeugen, der von
einem gefährlichen Verbrecher ausgeschaltet werden soll. Dieser Vorplot ist
jedoch kaum von Belang, schließlich geht es einzig und allein um das
Geschehen das sich später auf dem Flugzeug abspielt. Hierbei werden dann
zuerst ein paar Klischee-Charaktere eingeführt, wie etwa die schwarzen
Rapper, die später noch für einige Lacher sorgen, das unsympathische
Arschloch, dessen Schicksal man schnell vorausahnen kann, notgeile Teenies
usw. Alles, was der Fundus hergibt wurde wieder entstaubt und in den Film
eingefügt.
Sobald es mal ans Eingemachte geht, sieht man auch, dass "Snakes on a
Plane" ein Film für die Fans ist. Die Schlangen gehen äußerst brutal
und eklig vor. Sie springen aus Kloschüsseln und verbeißen sich in
Geschlechtsteilen und sorgen durch viele weitere, nette Einfälle der
Filmemacher für zahlreiche lustige Momente. Bei Sätzen wie "Alter, Du
hast da ne Schlange am Arsch" bleibt kein Auge trocken, "Snakes on
a Plane" ist in seinen besten Szenen sowohl ein Angriff auf schwache
Mägen wie auch auf die Lachmuskeln. Das ist das Schöne an solchen Filmen:
Egal wie brutal das Geschehen wird, es ist immer noch mit einem Spritzer
Ironie versehen.
"Snakes on a Plane" ist eindeutig darauf ausgelegt, cool zu sein.
Wörter und Sprüche wie "Fuck" oder "Get off my dick,
bitch" finden sich zuhauf in dem Film. Auch Jackson's jetzt schon
legendärer Satz "I had enough with this motherfucking Snakes on this
motherfucking Plane!" zeigt wunderbar, dass hinter dem Streifen nicht
mehr als die Intention steckt, Spaß machen zu wollen. Dies gelingt ihm auch
wunderbar, was aber nichts daran ändert, dass die Ideen, die man einbringen
konnte, eben nur limitiert waren. Aus der Vorlage konnte man nicht sehr viel
mehr herausholen, das ist klar, und dadurch hat man oftmals das Gefühl,
dass "Snakes on a Plane" mit einigen längeren Durstrecken
ausgestattet ist, bevor es dann wieder erfrischende Momente eingestreut
werden.
Für die Dreharbeiten wurden anscheinend 450 Schlangen verwendet. Als ich
das hörte, ist mir erst mal die Kinnlade heruntergeklappt. Ich hätte beim
Betrachten des Films schwören können, dass sie ausschließlich aus dem
Computer stammen, doch da habe ich mich allem Anschein nach getäuscht. Die
Schlangen hinterließen auf mich einen etwas "billigen" Eindruck,
was jedoch wunderbar zur Atmosphäre des Films passt und ihm einen ganz
eigenen Charme verleiht.
Samuel L. Jackson ist ganz klar eines der Higlights des Films. Es heißt, er
habe bei dem Projekt nur des Titels wegen zugesagt und das war gut so. Er
passt wunderbar als fluchender, cooler FBI Agent, der mit Elektroschockern
auf Schlangenjagd gehen, und dabei einen Spruch nach dem anderen bringen
darf. Er musste sich für diesen Part zwar nicht sonderlich anstrengen, aber
hey, wen stört das?
Alle anderen Schauspieler agieren so, dass sie einem nicht lange in
Erinnerung bleiben. Sie stellen eben nur Kanonenfutter und Stereotypen dar.
Lediglich Kenan Thompson fällt noch äußerst positiv als übergewichtiger
Schwarzer auf, der gegen Ende des Films die Aufgabe hat, das Flugzeug zu
landen, weil er in seiner Freizeit an der Playstation des öfteren an einem
Flugsimulator spielt. (Zitat von Jackson: "All praises to the
Playstation!")
Wenn man so will stellt "Snakes on a Plane" eine Premiere für
eine neue Möglichkeit des Filmschaffens dar. Man lässt einfach den Fans
die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorschläge einbringen zu können, doch
das Ergebnis ist in diesem Fall nicht mehr, als ein solider
Tierhorror-Actionthriller. Obwohl das Teil nur so von coolen Sprüchen,
prallen Oberweiten, bissigen Schlangen und natürlich Samuel L. Jackson
strotzt, ist "Snakes on a Plane" nicht unbedingt besser als viele
andere derartige Streifen auch. Das jedoch klingt vermutlich schlechter als
es gemeint ist, denn für einen entspannten, unterhaltsamen Filmabend oder
für die nächste Party ist "Snakes on a Plane" gewiss die beste
Wahl. |