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Ein Waldspaziergang soll Sophie Liechtenstein
etwas entspannende Ablenkung verschaffen. Sie ist gerade in einer
Lebenskrise, da ihre Scheidung mit Ehemann Clemens kurz bevor steht. Auf dem
Weg durch das Geäst gehen ihr einige Gedanken durch den Kopf. Und als sie
einen Moment, bei der Umgehung eines Hindernisses, unachtsam ist, fällt sie
einen Abhang hinunter.
Leicht verletzt aber relativ wohlauf macht sich Sophie auf die Suche nach
ihrem verlorengegangenen Handy. Sie entdeckt es im Unterlaub, gerät
während der Bergung aber in eine unvorhersehbare Situation. Aus dieser kann
sie sich trotz größter Anstrengungen nicht befreien. Nun scheinen das
Handy und die damit verbundene Hilfe in eine endlose Entfernung gerückt zu
sein. Ein nicht für möglich gehaltener Überlebenskampf beginnt… |
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Laut schallt es aus den österreichischen
Wäldern: Da ist etwas, dass ihr euch ansehen solltet.
Angesprochen sollten sich jene fühlen, die von sich meinen
Independent-Film-Fans zu sein. Denn mit „Sophie“ kommt mal wieder ein
frischer (Kurz-)Film-Beitrag auf den Markt, der einen Verantwortlichen
hinter sich hat, dessen Talent nicht zu leugnen ist. Schon mit dem
Vorgängerfilm „Plan B“ zeigt der 1975 in der Tschechischen Republik
geborene Österreicher Vlado Priborsky, das er es drauf hat. Drauf das zu
zeigen, was das Publikum sehen will. Leider ist „Plan B“ nicht sehr
verbreitet, doch mit der Erschaffung von „Sophie“ soll und wird sich das
sicher ändern.
Während „Plan B“ noch eine Mischung aus Drama und Thriller ist, der
Kurzfilmen wie zum Beispiel dem gelungenen „Zielgerade“ in nichts
nachsteht, hat Priborsky vor, mit seinem neuen Werk ein breiteres Publikum
anzusprechen. Er wandert auf ähnlichen handwerklichen Pfaden, mischt aber
Horror und Splatter bei. Ob das die filmtechnischen Aspekte aufwertet ist
fraglich, fest steht aber das diese Entscheidung richtig ist. Denn was
bringt es einem, wenn man gute Filme macht, diese aber keinem größeren
Publikum vorstellen kann? Und das der Horror-Kurzfilm populär und ein
Trittbrett für junge Künstler ist, ist ja unumstritten.
„Sophie“ fängt ruhig, und fast da wo „Plan B“ endete, an. Alles ist
gut, alles wird gut. So ist zumindest der erste Eindruck des Betrachters.
Dass alles dann ganz anders wird, ist aufgrund der Genre-Zugehörigkeit
nicht verwunderlich und für den geneigten Zuschauer nicht unwichtig. Die
Filmrolle Sophie Liechtenstein wird innerhalb von Sekunden aus ihrem Leben
gerissen.
Um viel mehr geht es in dem stellenweise sehr temporeichen 20minüter nicht.
Was bedeutet, dass die eigentliche Handlung sehr reduziert ist. Zum Glück
gibt es aber nicht nur das Leiden der Sophie Liechtenstein zu betrachten,
sondern auch einige Seiten- respektive Nebenschwenker. Und die sind es, die
„Sophie“ so interessant machen. Optisch hochprofessionell, wie es schon
in „Plan B“ zu betrachten war, lässt Vlado Priborsky erahnen, welches
Talent er besitzt. Schnelle, gut getimte Schnitte, visuelle Hochgenüsse und
interessante Kamerafahrten bringen dem Filmfan viel Spaß. Obwohl sich der
Film selbst in das Splatter-Subgenre einordnet, gibt es für den
hartgesottenen Betrachter solcher Filme nicht allzu viel zu sehen. „Sophie“
ist nicht blutlos, aber auch nicht blutrünstig.
Dass „Sophie“ nicht perfekt ist merkt man schnell. Es gibt durchaus
schauspielerische sowie dramaturgische Defizite. Eine Charakterisierung
fehlt und der Spannungsbogen hängt schon mal durch. Aber ein Zuschauer, der
weiß auf was er sich einlässt, kann das aber nicht im Geringsten
erschüttern. Denn derjenige, der des Öfteren mal unabhängige B- bis
Z-Filme guckt, hat schon anderes gesehen. Ganz anderes. Aber man verlangt ja
auch nicht viel von Leuten, die ihr Taschengeld in die Filmerei stecken um
uns damit zu unterhalten.
Und wenn da mal ein Beitrag, oder in Falle von „Plan B“ und Sophie“
sogar zwei, aus dem Mittelmaß herausstechen, freut man sich natürlich ein
Loch in die Tasche.
Vlado Priborsky hat ganz sicherlich das Talent, etwas Großes zu schaffen.
Größer als das bisher von ihm Gezeigte. Aber dafür braucht er natürlich
finanzielle Unterstützung. Beispielsweise von einer Produktionsfirma.
Aufgrund der Dichte am Markt stehen die Chancen sicherlich nicht optimal,
wer Vlado Priborskys Lebenslauf (http://www.independentworks.at) aber mal
unter die Lupe genommen hat weiß, dass er ein Kämpfer ist. Von daher
lautet der Tipp der Horror-Page, dass wir von Vlado Priborsky noch einiges
langfilmtechnisches mit optischen Hochgenüssen zu sehen bekommen. |