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Die
80er waren ohne Frage das goldene Zeitalter des Horrorfilms. Während heute
überwiegend einfallslose Folter das Gesamtbild des Genres bestimmt, war es
damals noch von den kuriosesten Einfällen durchlaufen und brachte viele
B-Movies hervor, die heute als Klassiker gefeiert werden. Das 1986
erschienene Horror-Spektakel "Spookies" hätte unter besseren
Umständen ohne Frage auch das Zeug zu einem solchen Status gehabt, blieb
jedoch aufgrund einiger Komplikationen bei den Dreharbeiten, die sich fatal
auf das Endresultat auswirken sollten, letztendlich weit hinter seinen
Möglichkeiten zurück. Irgendwann verschwand der Streifen dann in der
Versenkung und ist heute nur noch wenigen Genre-Fans bekannt.
Die
Hintergrundgeschichte dieses Films ist beinahe ebenso kurios wie er selbst.
Ursprünglich sollte der Streifen von dem Trio Thomas Doran, Brendan
Faulkner und Frank M. Farel unter dem Titel "Twisted Souls"
gedreht werden, doch nachdem diese letztendlich einen Cut von beinahe drei
Stunden vorlegten, wurden sie von dem Produzenten Michael Lee gefeuert und
durch Eugenie Joseph ersetzt, welche das Fiasko wieder zurechtbiegen sollte.
Von den vorliegenden drei Stunden Material ließen sich jedoch bestenfalls
40 Minuten verwenden, was erneute Nachdrehs verlangte. Hier traten dann
wieder Probleme auf, da beinahe der gesamte, ursprüngliche Cast aus dem
Freundeskreis der vorherigen Regisseure stammte und sich nun natürlich
weigerte, erneut an dem Projekt zu arbeiten. So war Joseph gezwungen, ein
komplett neues Drehbuch zu schreiben und sozusagen einen zweiten Film zu
drehen, in den später die bereits vorliegenden Szenen integriert wurden.
Das Ergebnis wurde dann in "Spookies" umbenannt und dürfte wohl
zu den eigenartigsten Horror-Machwerken der 80er zählen.
Dass der Film aus
zwei unterschiedlichen Werken zusammengefügt wurde, ist ihm leider nur all
zu deutlich anzusehen und macht ihn zu einem einzigen kruden Spektakel der
Unstimmigkeiten und unfreiwilligen Lachern. Die verwendeten Monsterszenen
aus den Aufnahmen zu "Twisted Souls" mussten in eine neue
Rahmenhandlung gebettet werden und so griff man kurzerhand auf die allseits
bekannten und beliebten Teenager zurück, die auf der Suche nach Party und
Abenteuer gerne mal in eine ungemütliche Situation stapfen. Lacher erzeugt
hier allerdings schon die Tatsache, dass die Schauspieler längst aus
besagtem Alter raus sind und sich alle um die 30 bewegen, was ihre Rollen
nicht gerade glaubhaft macht. Was die Charaktere zudem dazu treibt,
ausgerechnet in ein altes Anwesen inmitten eines Friedhofes einzusteigen,
wird wohl das Rätsel der Drehbuchverantwortlichen bleiben. Ebenso lachhaft
erscheint die Intro-Szene, in der ein kleiner Junge von zu Hause fortläuft,
weil seine Eltern seinen Geburtstag vergessen haben. Zufälligerweise landet
er daraufhin ausgerechnet in dem Anwesen und findet dort eine einladende
Geburtstags-Dekoration vor, was ihn natürlich zu der Annahme bringt, das
seine Eltern heimlich eine Überraschungsparty auf einem Friedhof
organisiert haben. Da sich den ganzen Film über alle Charaktere derart
blöd und unerklärlich verhalten, dürfte klar sein, wie es sich seitens
der Zuschauer mit der Identifikation verhält, eine solche findet nämlich
nicht statt.
Gäbe es einen Preis
für den unschlüssigsten und zusammenhanglosesten Film aller Zeiten,
"Spookies" hätte ernsthafte Chancen auf den ersten Platz. Kaum
ein Handlungsverlauf oder eine Szene will sich so recht erklären lassen.
Wenn ein Pärchen etwa in den dunklen Keller geht, um es auf dem schmutzigen
Boden krachen zu lassen und plötzlich furzende Zombies auftauchen, dann
fragt man sich schon, was die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben.
Auch die Intention des Bösewichts, des Hexenmeisters Kreon, bleibt im
Grunde verborgen. Zwar möchte er um jeden Preis seine tote Braut
wiedererwecken, doch als ihm dies gelingt, hat sie nichts Besseres zu tun,
als ihm einen Schraubenzieher in die Stirn zu rammen. Ja, das muss wahre
Liebe sein.
Glücklicherweise
sieht es bei diesem Film nicht in allen Belangen derart finster aus. Womit
"Spookies" voll und ganz punkten kann, sind die eindrucksvollen
Monsterkreationen und deren visuelle Darstellung. Dass der Ursprung der
Geschöpfe dabei zu keinem Zeitpunkt erklärt wird stört kaum, wenn
plötzlich Zombies, Riesenspinnen, Spookies (kleine, schlangenartige Wesen)
und vielerlei Gestalten mehr vor die Kamera treten. Die Creature-Effects
sind allesamt eindrucksvoll und können sich problemlos mit jedem anderen
Horrorfilm der damaligen Zeit messen, auch Hollywood hätte anno 1986 keine
besseren Monster auf die Beine stellen können. Wenn man dann noch bedenkt,
dass "Spookies" gerade mal eine halbe Million Dollar zur
Verfügung hatte, dann wird schnell klar, wofür ein Großteil des Budegts
aufgebraucht wurde und das anschließend für gute Schauspieler oder ein
vernünftiges Drehbuch nicht mehr viel übrig war. Wer an schleimigen und
zahlreich auftretenden Monstern seine Freude hat, wird an
"Spookies" jedenfalls nicht vorbeikommen. Das Highlight ist dabei
eine attraktive Frau, die sich eindrucksvoll in eine gigantische und
abstoßende Spinne verwandelt und als solche ihr gefanges Opfer regelrecht
aussaugt.
Es sind einzig und
allein diese Szenen, die "Spookies" sehenswert machen, alles
andere ist so befremdlich und unfreiwillig komisch, dass es bestenfalls noch
als Trash durchgehen würde. Wo man bei den Monster-Effekten groß
auftrumpfte, sind die "menschlichen" Dämonen sehr billig geraten,
der Sohn von Kreon beispielsweise ist lediglich ein blau bemaltes Kind, dem
man ein Plastik-Vampirgebiss zwischen die Zähne schob. Auch die
Schauspieler wirken in ihren Rollen hilflos überfordert und sind zudem viel
zu alt, als dass man ihnen die obligatorischen Teens abnehmen würde. Bei
der Charakterzeichnung hat derweil auch gnadenlos der Trash-Hammer
zugeschlagen, so erwartet den Zuschauer beispielsweise ein Spinner mit
Handpuppe oder ein Pseudo-Draufgänger, der in viel zu enges Leder gehüllt
wurde und den ganzen Film über nur Nonsens von sich gibt.
"Spookies" ist eine filmische Katastrophe auf der einen, ein
sympathischer Monster-Trash auf der anderen Seite. Während die Story in
ihren Grundzügen keinerlei Sinn ergibt, absolut holprig und sprunghaft
erzählt wird und nicht selten für fragende Gesichter sorgt, reißen vor
allem die liebevoll und zahlreich in Szene gesetzten Monster noch einiges
herum, die zwar nicht für Massen an Blut, dafür aber für einen gewissen
Schleim- und Ekelfaktor sorgen dürfen. "Spookies" ist zudem ein
durchaus zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Relikt der 80er, das ebenso
viel Trash und Unbeholfenheit versprüht, wie es auf der anderen Seite Spaß
macht und zu unterhalten weiß. Für Fans von nostalgischen B-Monstermovies.
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