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„World of Horror – Stephen King” manch
einer wird jetzt wohl denken, dass er diesen Film gar nicht kennt, obwohl er
sonst alles liest oder sieht, was der Meister des seichten Horrors von sich
gibt. Ich kann denjenigen beruhigen, denn bei diesem Video handelt es sich
um eine Dokumentation, die, wie unschwer zu erkennen ist, für das Fernsehen
gedreht wurde. Zu sehen ist dies, an einigen Stellen, die wiederholt werden,
da eine Werbepause bevorsteht. Natürlich gibt es auf der Kassette keine
Werbung, die kleinen Teaser stören aber trotzdem ungemein.
Bevor ich nun zum Inhalt komme, will ich kurz erwähnen, wie diese
Dokumentation umgesetzt wurde. Also es läuft eigentlich so ab, dass
entweder Filmausschnitte oder Interviews mit bekannten Horrorgrößen
gehalten werden und dies natürlich in englisch. Die deutsche
Synchronisation hat sich nicht die Mühe gemacht, alles vernünftig zu
übersetzten, sondern hat nur eine deutsche Tonspur über das Original
gelegt. Dies hat leider zur Folge, dass man natürlich ein Gemisch aus
Deutsch und Englisch hört. Bekannte Filme werden in englische gezeigt und
dann von der Stimme des Übersetzers synchronisiert. Das sich dies besonders
bescheuert anhört, wenn man die Filme kennt, brauche ich wohl nicht extra
zu erwähnen ...
Kommen wir nun aber zum eigentlichen, dem Inhalt der Dokumentation. Zu
Anfang gibt es ein Interview mit dem Namensgeber dieses Films, der uns ein
wenig an seinen Gedanken über den Horror teilhaben lässt. Er beschreibt
das er nicht richtig tickt und das dies die Grundlage seines Erfolges wäre.
Den einzigen Horror, den ich dabei empfunden habe, war als ich in Kings
Gesicht sah, dass nicht von seiner dicken Brille verschleiert wurde. Ohne
sie sind die zusammengewachsenen Augenbrauen des Meisters mehr als deutlich
zu erkennen...
Dann geht es aber gleich zur Sache und zwar mit dem italienischen
Kultregisseur Dario Argento, der über die Zensur seiner Filme ablästert
und zeigt, wie er mit seiner Kamera und der Angst der Zuschauer umgeht. Es
gibt Ausschnitte zu einigen seiner Filme und im Anschluss daran labert King
wieder ein bisschen, bis Brian Yuzna vor die Kamera tritt um einige seiner
Filme vorzustellen und uns seine eigne Meinung mitzuteilen.
Erstaunlicherweise wird bei einem Ausschnitt zum Film „Society“ eine
Szene gezeigt, die eigentlich aus der deutschen 18er Fassung rausgeschnitten
wurde. Kennern will ich sagen, dass es sich um die Szene handelt, in der
dieser komische Typ auf links gezogen wird.
Im Prinzip zieht sich dieses System durch die ganze Dokumentation, lediglich
die Namen der Regisseure und Filme ändern sich. Ein richtiger Abstecher
wird gemacht, als ein Studio am Rande Hollywoods besucht wird, dass sich mit
dem Erstellen von Spezialeffekten beschäftigt. Es werden einige
präsentiert, die unter anderem aus berühmten Filmen stammen. Er gibt auch
einige interessante Ausschnitte, die nie gezeigt wurden, da sie vor der
Fertigstellung einiger Filme rausgeschnitten wurden.
Im weiteren Verlauf der 90 Minuten gibt es noch die Regisseure Wes Craven,
Clive Barker, John Carpenter, Jeff Burr und andere zu bestaunen und auch von
ihren Filmen gibt es einige Ausschnitte. Es kommen eine ganze Menge der
bekanntesten Filme vor, allerdings gibt es auch Rückblicke auf Klassiker,
die dieses Genre prägten.
Diese Dokumentation von 1992, die in Deutschland von dem Jünger Label
herausgegeben wurde, ist besser als ich mir das eigentlich gedacht hatte.
Wer rechnet denn auch schon damit, dass eine Doku, die ab 16 Jahren
freigegeben ist, einen wahren Horrorfilmfan begeistern kann? Aber wenn man
natürlich Szenen reinschneidet, die aus 18er Fassungen rausgeschnitten
werden, dann kommt da schon etwas bei rum. Zugegebenermaßen ist das auch so
ziemlich die einzige Szene, die etwas härter ist und somit ist das FSK 16
wohl gerechtfertigt.
Allerdings gibt es auch etwas negatives zu berichten und das ist ohne Frage
die billige Synchronisation. Ich denke mir mal das sich irgendjemand ganz
preiswert die Rechte an dieser Dokumentation gesichert hat und dann schnell
einen Sprecher ins Studio gesetzt hat, der den Film an einem Tag
übersetzten musste. Meiner Meinung nach hätte man sich wenigstens die
Mühe machen können, die deutschen Tonspuren zu den bekannten Filmen zu
besorgen, denn so kommen die Klassiker absolut bescheuert rüber!
Für Menschen, die gerade dabei sind sich für das Horrorgenre zu
interessieren ist dieses Tape genauso empfehlenswert wie für Kenner der
Szene. Man bekommt die Macher der Filme ja nicht so häufig vor der Kamera
zu sehen und ein Blick hinter die Kulissen finde ich eigentlich immer
interessant. |