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Mit einem erbarmungslosen
Vergeltungsschlag gelang es Rebecca zwar, ihre Schwester Michelle
aus den Klauen des diabolischen Vampirfürsten Radu zu befreien,
doch überlebte dieser den Sturz von seiner Burgmauer, nur um nun
bereits einen finsteren Plan zu ersinnen, der seine Feinde ein für
alle Mal vernichten und Michelle zurück in seine Gewalt bringen
soll. Da kommt ihm eine Fügung des Schicksals zu Gute, denn auf
ihrer Flucht werden die Schwestern in einen tragischen Autounfall
verwickelt. Während Rebecca ihren Verletzungen erliegt, wird die
schwer angeschlagene Michelle von der zufällig am Unfallort
eintreffenden Ärztin Ana in die Privatklinik des zwielichtigen
Dr. Niculescu gebracht. Dieser behauptet zwar, dass er die junge
Frau von ihrem Vampirismus heilen könne, doch in Wahrheit
verfolgt der größenwahnsinnige Arzt ganz andere Pläne. Er will
Michelle benutzen, um den mächtigen Vampir in eine Falle zu
locken und ihm den sagenumwobenen Blutstein abzunehmen. Der
Vampirfürst sichert sich derweil die Unterstützung zweier
anderer Blutsauger, doch sowohl sein ehemaliger Schüler Ash, als
auch die durchtriebene Serena verfolgen insgeheim ihre ganz
eigenen Ziele. In einer Gruft auf dem Friedhof von Bukarest kommt
es schließlich zur letzten, blutigen Konfrontation... |
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Genau wie Zombies, Serienkiller und
einer ganzen Vielzahl sonstiger Schreckensgestalten aus den
nebelverhangenen Gefilden des Horrorfilms, so scheint auch die
Gattung der Vampire eine gewisse Leidenschaft für die stete
Wiederkehr in absehbaren und qualitativ zumeist mangelhaften
Sequels zu hegen. Aus diesem Grunde dürfte es wohl die wenigsten
Low-Budget-Veteranen ernsthaft überrascht haben, dass auch
Subspecies, Ted Nicolaous verhältnismäßig kostengünstige, wenn
auch nicht gänzlich uncharismatische Vampirsaga um den
machthungrigen Blutgourmet Radu, im Jahr 1998 schließlich noch in
eine vierte und zugleich letzte Runde ging. Von Interesse dürfte
für all die Sympathisanten der vorangegangenen drei Teile sowie
des Spin-Offs Vampire Journals dabei vor allem die Frage sein, ob
sich Nicolaou hiermit nun endlich wieder auf die Stärken des
Originals besinnen konnte oder ob sein Finale letztendlich ebenso
überflüssig und ausgelutscht wie bereits Subspecies 3
daherkommen würde. Obgleich es dem bis heute absolut kurzweiligen
und atmosphärischen Erstling aus dem Jahr 1991 durchaus zu wünschen
gewesen wäre, dass zumindest einer seiner Nachfolger noch einmal
mit vergleichbarem Biss und Unterhaltungswert würde aufwarten können,
so setzt Nicolaou den inszenatorischen Abwärtstrend der
vorangegangenen Filme leider auch in Subspecies 4 munter fort und
trieb den hölzernen Pflock damit nun höchstselbst endgültig
durch das untote Herz seiner Reihe.
Dies steht beinahe im direkten Kontext zu den stilvollen Opening
Credits des Films, die dem Zuschauer mit einer Vielzahl rasant
geschnittener Rückblenden zunächst noch einmal die Höhepunkte
der Vorgänger vor Augen führen und somit einen mehr als
vielversprechenden Anfang bilden. Während man sich zu Beginn des
freudigen Eindrucks nicht erwehren kann, als wollten sich die
Verantwortlichen zum Ende hin noch einmal mit einem Knall bei den
Fans verabschieden, so ist die erste Ernüchterung nicht weit.
Zweifellos zählten innovative Storys noch nie zu den
hervorstechendsten Eigenschaften der Reihe, die sich mit Radus
Suche nach dem Blutstein oder seinem Konflikt mit Michelle und
ihren Freunden immer wieder auf ähnliche Grundpfeiler stützte,
doch konnte diese inhaltliche Einfallslosigkeit bislang zumeist
mit dem Aufbauen einer dichten Atmosphäre wieder retuschiert
werden. An Originalschauplätzen in Rumänien gedreht, bildeten
alte Burgruinen und anderweitig authentische Kulissen bislang
ebenso das Markenzeichen der Reihe wie ein markant an Murnaus
Nosferatu erinnernder Antagonist. Auch wurde man im Verlauf der
drei vorherigen Filme immer ausführlicher mit den wiederkehrenden
Hauptprotagonisten vertraut gemacht, was den Filmen stets einen
kontinuierlichen Charakter verlieh. Für Subspecies 4 wurden diese
Prinzipien nun großteils über den Haufen geworfen, da Ted
Nicolaou wohl die Zeit gekommen sah, neue Figuren einzuführen und
die Handlung in eine etwas andere Richtung zu lenken, doch unglücklicherweise
ist genau das der wohl größte Fehler, den der Gute hätte machen
können.
Subspecies 4: Bloodstorm, wie der Titel dieses gut 90-minütigen
Films im Original lautet, degradiert Radu und Michelle letztlich
beinahe zu bloßen Stichwortgebern für eine handvoll neuer
Charaktere, die allerdings allesamt unsympathisch und deplaziert
wirken. Als Beispiel sei hierbei die Figur des Dr. Niculescu zu
nennen, der das klassische Beispiel eines verrückten
Wissenschaftlers verkörpert und der sich mit dem Besitz von Radus
Blutstein unendliche Macht verspricht. Ganz nebenbei ist der
Bilderbuch-Bösewicht mit der wohl unsäglichsten Frisur in der
Geschichte des schlechten Geschmacks auch selbst ein Vampir und
intrigiert in Folge dessen, bis sich die Eckzähne biegen. All das
jedoch vor einer derart langsam voranschreitenden Handlung, dass
einem hier bestenfalls eine allgegenwärtige Langatmigkeit diverse
Angstzustände bereitet. Und während die Einbringung von Ash und
Serena zunächst wie eine nette Hommage an das Subspecies-Spin Off
Vampire Journals anmutet, so lassen auch diese Charaktere schnell
jede Daseinsberechtigung vermissen, da sie außer ermüdenden
Dialogen kaum etwas zum Plot beizutragen wissen. Nicolaous
Versuch, die Story um Radu in eine neue Richtung zu führen, ging
somit deutlich nach hinten los, so dass hier letztlich zwar
zahlreiche Neben- und Unterplots unbeholfen übereinander
stolpern, der Zuschauer dabei aber mit der Lupe nach dem
Unterhaltungswert suchen muss.
Wirklich überzeugend fällt über weite Strecken zunächst nur
der düstere Score aus, der für einen Film dieser Budgetklasse
beinahe schon überqualifiziert wirkt und das Publikum zumindest
noch wehmütig an die düstere Atmosphäre der Vorgänger zurückdenken
lässt. Bei Subspecies 4 sind die Höhepunkte indes rar gesät, so
dass nicht nur die stimmungsvolle Kulisse einer verfallenen Burg,
die Radu bislang als Unterschlupf diente, einer langweiligen Gruft
weichen musste, auch Spannung will sich in der mühsam
voranschreitenden Alibi-Handlung nur in den seltensten Momenten
einstellen. Einzig zum Finale hin wird das Tempo dann ein wenig
angezogen und vereinzelte Gore-Einlagen dürfen die FSK 16 etwas
strapazieren, doch wer sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht bereits
enttäuscht abgewendet hat, wird auch auf der FX-Ebene nichts
vorfinden können, was nicht schon in den Vorgängern zu sehen
war. Subspecies 4 ist in seiner Gesamtheit somit alles andere als
ein würdevolles Ende für eine durchaus beachtliche
Low-Budget-Reihe, rettet sich mit einer technisch versierten
Inszenierung und leidenschaftlich aufspielenden Darstellern aber
zumindest noch vor einem totalen Reinfall. Anders Hove gibt den
boshaften Radu markant wie eh und je, während auch der restliche
Cast eine solide Leistung an den Tag legt.
Subspecies 4 bedeutet insgesamt das enttäuschende Finale einer an
und für sich durchaus ambitionierten Reihe, der jedoch irgendwann
die guten Ideen abhanden kamen und deren Regisseur diesen Mangel
auch mit dem anfänglich geschickten Händchen für Atmosphäre
nicht mehr auszugleichen wusste. Wie auch schon sein Vorgänger präsentiert
sich das dritte Sequel über weite Strecken zäh und belanglos,
nur um überdies noch mit den wohl unsympathischsten Charakteren
aufzuwarten, die man sich nur vorstellen kann. Diese Mängel können
letztlich weder von einer routinierten Inszenierung, noch von
vereinzelten Gore-Effekten adäquat behoben werden, so dass sich
selbst die Fans der ersten beiden Teile mit ausreichend Knoblauch
und Holzpflöcken bewaffnen sollten, um Subspecies 4 auf
angemessener Distanz zu halten. |