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Tja, das ist er also, der Film auf den ich
eine Ewigkeit gewartet habe und die Vorfreude so groß war, wie als ich vor
ein paar Jahren das erste mal den Mythos „Freitag der 13.“ Zu Gesicht
bekam (Als ich noch Grün war und mich mit den Cut Fassungen aus dem Free -
TV zufrieden gab). Erwartungen waren schon vorhanden, allerdings wusste ich
schon im Vorfeld, dass dies kein einfacher Film ist. Nachdem die deutsche
DVD vor kurzem endlich erschienen ist ging, auf einmal die Gesamtbewertung
bei ofdb.de für „Suicide Circle“ ziemlich nach unten und ich machte
mich schon auf eine Enttäuschung gefasst.
Aber nichts da, der Film hat mir richtig genial gefallen und der plötzliche
Punkteabfall bei der OFDB, nach erscheinen der deutschen Fassung, ist wohl
darauf zurückzuführen, dass der Großteil des Publikums hier, von dem die
Meisten den Film sicher vermutlich auch ohne jegliche Vorkenntnisse in der
Videothek einfach mal ausgeliehen haben, einfach nichts mit einem solchen
Film anfangen kann. „Suicide Circle“ oder auch bekannt als „Suicide
Club“ ist eher ein Film für Hardcore Fans von asiatischen Horrorfilmen,
da er einfach, wie soll ich sagen, extrem abgedreht ist und man einfach auf
die Art Film stehen muss. Tut man dies aber, bekommt man mit „Suicide
Circle“ einen echten Leckerbissen geboten, der bei den Leuten, die er
ansprechen soll, größtenteils auch hervorragend angekommen ist und schon
jetzt sogar einen gewissen Kultstatus genießt. Angeblich war dieser Film
eine Zeit Lang sogar der meistgesuchteste Film Japans und es gab dann
logischerweise auch dementsprechend die Preise. Dazu kann man nur sagen,
nicht schlecht für einen Film den es erst seit 2002 gibt!
Die Handlung kann man nur sehr schwer beschreiben und auch genau so schwer
begreifen. Ohne eine Einleitung geht der Film gleich mit einem Knall los,
wie wir ihn zuvor noch nirgends in so einer Form gesehen haben. Die Rede ist
natürlich von der Massenselbstmordszene in der 54 Schulmädchen, unter
Begleitung von fröhlicher Musik, Hand in Hand vor einen Zug springen,
einfach aus so einer Laune heraus. Aber anstatt wegzublenden, so wie es die
meisten Filme an dieser Stelle tun werden, bekommen wir ein kurzes aber
intensives Blutbad zu sehen. Man bekommt in Großaufnahme zu sehen wie der
Zug über Köpfe rollt und diese zerplatzen, über Arme und Beine fährt,
welche nur so durch die Gegend fliegen und natürlich Blut, Blut und
nochmals Blut. Als Zuschauer ist man nun entweder angeekelt und schaltet
aber, oder man ist fasziniert und schaut gespannt weiter.
Danach werden erst einmal die Hauptcharaktere eingeführt, aber schon sehr
schnell geht es mit den Selbstmorden weiter und schon bald bekommen wir auch
die mysteriöse Internetseite zu sehen. Allgemein gesagt, bekommen wir
eigentlich, zumindest in den ersten 60 Minuten, immer wieder irgendwelche
Selbstmorde und andere Seltsamkeiten zu sehen, bevor das mit dem
Selbstmordklub das erste mal richtig zur Geltung kommt und Licht ins Dunkel
bringt. Hat man als Zuschauer dann das Gefühl den Film einigermaßen
verstanden zu haben, passieren auf einmal aber allerlei Sachen, die die
bisherigen Theorien alle wieder über Bord werfen und der Film geht auf
einmal stark ins surreale. Irgendwann sitzt man dann einfach da und man
versucht den Film zu durchschauen, zu verstehen was das alles soll und ohne
es richtig zu merken läuft auch schon der Abspann (Ging mir echt so). Der
Regisseur gibt einem schon Hinweise und so im groben verstehe ich den Film
und das Warum schon, aber wirklich nur im Groben. Es bleiben sehr viele
Fragen offen, die einen irgendwie noch lange nach dem Film beschäftigen.
Das der Filme auch eine gewisse Kritik an die Gesellschaft hat, ist auch
nicht zu übersehen.
Wer also gerne ein (sehr) offenes Ende hat, für den ist der Film genau
richtig. Für Leute die aber unbedingt eine Erklärung brauchen und alles
ganz genau wissen wollen, ist „Suicide Circle“ reines Gift und werden am
Ende sehr enttäuscht sein. Ich mag eigentlich beide Arten Film. Ich mag
Filme die einen dank einer Genialen Auflösung ins staunen bringen und ich
mag Filme, die den Zuschauer selber interpretieren lassen und viele Fragen
offen bleiben. Aber gerade bei Horrorfilmen finde ich es oft besser nicht
alles zu erklären, da man dadurch auch lange nach dem sehen noch über das
Gesehene nachdenkt.
Die Atmosphäre in „Suicide Circle“ ist echt genial und es gibt
teilweise auch sehr spannende Szenen. Wer aber auf möglichst viele
Schockeffekte aus ist, ist in diesem Film falsch, was aber nicht heißen
soll das es keine gibt. Was mir sehr gut gefallen hat, ist das die Handlung
total unvorhersehbar ist. Man weiß nie was als nächstes passiert und es
gibt einiges an Überraschungen mit denen man so gar nicht gerechnet hätte.
Was die Atmosphäre angeht wechselt diese geschickt zwischen erheiternd bis
verstörend, wobei letzteres aber letztendlich dominiert. Bestes Beispiel
ist da die Szene in der mehrere Schüler vom Dach springen. Das interessante
daran ist, dass die Schüler die ganze Zeit so tun als ob es nur ein Spaß
ist und man als Zuschauer es dann irgendwie gar nicht fassen kann, dass die
sich jetzt tatsächlich alle umbringen. Es gibt aber auch Szenen, wenn auch
nur wenige, bei denen man auch mal schmunzeln kann, vorausgesetzt man steht
auf schwarzen Humor (Beispielsweise die Szene im Theater, so ziemlich am
Anfang („So, Ende der Vorstellung“ *Zack*). Der Gesamteindruck
letztendlich bleibt aber ernst.
Wie ihr es vielleicht schon vermutet ist „Suicide Circle“ auch nicht
gerade unblutig und da habt ihr auch recht. Es ist jetzt nicht so, dass es
pausenlos splattert, aber die Selbstmorde werden in der Regel alle rech
explizient gezeigt. Blut und Körperteile oder herausgeschnittene Haut
bekommen wir öffters zu sehen aber auch Gedärme oder ein abgerissenes Ohr
und andere nette Sachen. Am Goreigsten ist aber die Szene, in der eine Frau
mit einem Messer Schnitt für Schnitt ihr Hand in kleine Schnitte schneidet.
Das fiese bei dieser Szene ist nämlich, dass die Frau das in der Küche
tut, während sie Gemüse schneidet und wer von uns hat sich nicht auch
schon mal bei Essenmachen geschnitten. Das tut auch richtig beim Zusehen
weh, weil man den Schmerz richtig nachvollziehen kann. Diese Szene ist im
übrigens auch noch recht verstörend gemacht und ist sicher eine der
Höhepunkte im Film.
Versteht mich aber nicht falsch, „Suicide Circle“ ist sicher kein
Splatterfilm, aber ab und zu bekommt man doch ziemlich Blutige Szenen vor
den Latz geknallt, was die Fans sicher sehr erfreuen wird ;-). Ein guten
Magen ist jedenfalls vorausgesetzt und ich wundere mich ehrlich gesagt immer
noch, dass die FSK diesen Film überhaupt freigegeben hat und das sogar
uncut.
Die Schauspieler machen ihre Sache eigentlich allesamt recht gut, aber wie
schon so oft sind sie mir unbekannt. Laut Interview spielt aber ein in Japan
sehr bekannter Schauspieler mit. Der Regisseur hat mit „Suicide Circle“
jedenfalls ein richtig kleines Meisterwerk geschaffen, dass zwar sicher
seine kleinen Macken hat, welche aber von den positiven Punkten klar
überdeckt werden. Angeblich arbeitet er sogar schon an Teil 2 und 3 und
wenn die nur ansatzweise die Qualität des Ersten Film halten, können wir
uns schon auf was gefasst machen.
Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen (zumindest was Gore angeht)
deutschen DVD Fassung von I-ON Media, die vor kurzem in der Leihfassung
erschienen ist. Okay ungeschnitten nicht ganz, es fehlt eine Handlungsszene
(Masterfehler), aber Splatter ist alles drin!!! Die Kaufversion erscheint
Ende dieses Monats, habe es aber geschafft schon jetzt eine Kauf DVD zu
ergattern *gg*.
Die Bildqualität ist leider nur mittelmäßig und gerade in dunklen Szenen
merkt man das auch. Leider ist dies aber bei vielen asiatischen Filmen der
Fall, aber was soll man machen. Der Ton ist eigentlich ganz okay und man
kann zwischen deutsch und japanisch wählen und auch Untertitel einschalten.
Die deutsche Synchronisation ist okay, aber mehr nicht. Das heißt, die
Stimmen der Hauptdarsteller sind ganz gut, die der Nebendarsteller oft aber
mies. Als Extras gibt es zwei sehr interessante Interviews mit dem Regisseur
und den Schauspielern, den Trailer zum Film und eine Trailershow zu weiteren
I-ON Media Filmen. Die DVD könnte zwar besser sein (Das beste Label für
asiatische Filme ist immer noch REM!!!), man kann aber zufrieden sein. Die
Menüs sind animiert und das Cover ist sehr schön gestaltet und gefällt
mir viel besser als das der US und der Japan DVD. Wie der Film es geschafft
hat ungeschnitten eine FSK 18 Freigabe zu bekommen ist mir noch immer
unklar, aber bei den Altersfreigaben hatte dieses Label schon immer sehr
viel Glück (Beispiel: Undead als FSK 16).
Ansonsten Gibt es noch eine US DVD, eine Japan DVD und ein paar Bootlegs.
Laut OFDB sollten aber alle Fassungen ungeschnitten sein. Die deutsche DVD
ist es jedenfalls bis auf den Handlungsschnitt, den man aber sicher
verschmerzen kann.
„Suicide Circle“ ist ein abgedrehter, seltsamer, schockierender,
spannender und blutiger Film, der sicher nur für die wenigsten unter uns
gedacht ist. Wegen seinen vielen offenen Fragen werden sicherlich einige
enttäuscht oder ratlos sein, andere aber begeistert. Es ist sicher auch
kein Film den man sich mal so nebenher reinzieht. Man muss nämlich schon
genau aufpassen und ihn sich auch am besten allein anschauen.
Ich finde den Streifen jedenfalls genial, da ich Filme dieser Art einfach
liebe. Auf einer Skala von 1 bis 10, 9 Punkte!!! |