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1977:
Der heiße Sommer zermürbt die Stadt. New York stöhnt unter der Hitze der
gleißenden Sonne. Dennoch hat es genug Kraft, einige Sachen in diesem „Summer
Of Sam“ hervorzubringen. Rassenunruhen, viele Stromausfälle, die
Discowelle, die Yankees in der World Series und einen Serienkiller, den „Son
Of Sam“.
Inmitten des Geschehens befindet sich Vinny. Ein italienisches Kind der
Bronx. Dessen Leben immer problematischer wird. Nachdem er mal wieder seine
Ehefrau betrogen hat, sieht er die neusten Mordopfer des „Son Of Sam“.
Wiedermal ein Liebespaar, wiedermal aus nächster Nähe erschossen. Vinny
glaubt, ein Zeichen von Gott empfangen zu haben.
Er bemüht sich von nun an, seine zahlreichen Affären zu beenden. Seine
Frau zu respektieren und zu akzeptieren, dass seine sexuellen
Ausschweifungen nicht gut sind. Doch dieses Vorhaben ist schwierig in die
Tat umzusetzen. Und so droht sein Leben zu zerbrechen. Zu alledem läuft
draußen auch noch „Son Of Sam“ rum, vor dem Vinny schreckliche Angst
hat… |
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Eines vorweg: Wer erwartet bei „Summer Of
Sam“ nähere Informationen über den berüchtigten Serienmörder David
Berkowitz (Auch bekannt als Killer mit der .44er) zu erfahren, ist mit
diesem Spike Lee („Malcolm X“ u.a.) nicht so gut bedient. Lee nutzt das
Phänomen nur, um seine Geschichte zu erzählen. Dies ist nicht negativ
gemeint, da der „Son Of Sam“ ja ein fester Bestandteil des „Summer Of
Sam“ war.
Die wiedergegebene Geschichte ist facettenreich und umfasst mehr als das
Leben der Hauptrolle Vinny. Sie zeigt die damalige Gesellschaft New Yorks,
zumindest zum Teil. Viele kleine Nebenschauplätze sind mit von der Partie.
Nebenschauplätze, die das Geschehen meist interessant gestallten. Sie
handeln von Drogen, Disko, Mafia, Punkrock und Sex. Letzteres gemischt mit
etwas Liebe und Religion. Sex wird bei diesem Film sowieso groß
geschrieben. Hauptdarsteller John Leguizamo muss öfter die Hosen fallen
lassen, als es dem Betrachter lieb ist. Und das nur, damit Lee zeigen kann,
wie wenig sich die Lust auf schmutzigen Sex und der italienisch gelebte
Katholizismus vertragen. Wer behauptet, dass diese Szenen nur größere
Lückenfüller sind, wird sicherlich nicht so verkehrt liegen.
Auffällig ist, dass John Leguizamo in „Summer Of Sam“ nicht so
aggressiv arrogant spielt, wie man es von ihm gewohnt ist („Land of the
Dead“, „Crónicas - Das Monster von Babahoyo“, „Stirb langsam 2“
uva.). Man könnte ihn fast ins Herz schließen, wenn seine Rolle nicht so
gedrungen proletarisch und seine Frisur nicht so schleimig wäre. Die
anderen Rollen kann man da schon lieber haben. Spike Lee hat ein gutes Team
zusammengestellt, welches untereinander gut harmoniert. Zudem hat er sich
selbst in seinem Team aufgestellt. Als Journalisten ist er in wenigen,
kritischen Momenten zu sehen.
Positiv an „Summer Of Sam“ ist auf jeden Fall, das er abwechslungsreich
und mit guten Charakteren daherkommt. Eine Milieu-Studie, welche das
Multikulti-Leben des interagierenden New Yorker Lebens wiedergibt. Ob
schwarz, ob schwul, ob bekifft, ob italienisch, ob anders, ob kriminell,
alles findet seinen Platz.
Viel Platz gibt es allerdings nicht für den "Son Of Sam". Hier
hat Lee gespart. Und das, obwohl diese Szenen dem Film einen leicht
verstörenden Stempel aufsetzen. Hier wird Atmosphäre erzeugt und viele
Fragen aufgeworfen, deren Beantwortung vernachlässigt wird. Der zur
Nebensächlichkeit degradierten Rolle des David Berkowitz dient nur zum
Verbreiten von Schrecken.
Der
1953 in New York City geborene David Berkowitz kam als Richard David
Falco auf die Welt und wurde als Kind von Familie Berkowitz adoptiert. Als
er erfuhr, dass seine Eltern ihn weggaben war er am Boden zerstört. 1975
verübte er in der Bronx seinen ersten Angriff auf ein Mädchen. Mit einem
kleinen Messer. Da dieses Verbrechen nicht mit Mord endete, beschloss David
Berkowitz in Zukunft eine Schusswaffe zu benutzen. Zwischen Juli 1976
und August 1977 erschoss Berkowitz sechs Menschen. Im satanischen Wahn.
Verletzte weitere schwer. Am 10. August 1977 wurde Berkowitz verhaftet,
nachdem er zu nah an einem Hydranten geparkt hatte und einen Strafzettel
bekam. Er wurde zu 365 Jahren Haft verurteilt.
Von einem Meisterwerk ist „Summer Of Sam“ weit entfernt, als Film aber
durchaus interessant, gerade weil er gegen Ende Fahrt aufnimmt und viel
besser wird. Die etwas andere Hommage an New York verspricht sicherlich
mehr, als sie bietet. |