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Fritz Haarmann wurde gefasst und somit ist der
Justiz einer der bestialischsten Serienmörder der deutschen Geschichte ins
Netz gegangen. Haarmann wird vorgeworfen 24 junge Männer grausam getötet,
zerstückelt uns teilweise verspeist zu haben. In einer sechswöchigen
Anhörung, die im August 1924 begann, versucht der Psychologe Prof. Dr.
Ernst Schultze dem Gefangenen die Details seiner Taten zu entlocken. Was
Schultze dann erfährt, soll schlimmer sein als das, was er sich vorgestellt
hat. Haarmann hat kein Problem über seine Taten zu reden, da er mit seinem
Leben bereits abgeschlossen hat und sehnsüchtig auf seine Enthauptung
wartet... |
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Soweit zur Geschichte, die sich wirklich
damals so ereignet hat. Aber wie füllt man einen Film der 110 Minuten
dauert und nicht zur Schlafpille werden soll? Ganz einfach: Mit den
Dialogen, die damals zu Protokoll gegeben wurden. Man kann es sich vor der
Betrachtung sicherlich nur schwer vorstellen, aber während der knapp zwei
Stunden kommt nicht ein einziges Mal ein Hauch von Langeweile auf und das,
obwohl der Film zu über 90% aus den angesprochenen Dialogen besteht, die
meist der Professor und Haarmann abhalten.
Zwischen den beiden Protagonisten entsteht nach und nach ein Verhältnis,
dass auf Vertrauen beruht und mehr als einmal auf die Probe gestellt wird,
da der debile Mörder seine Emotionen nicht immer unter Kontrolle hat. Bei
den Gesprächen weiß man eigentlich nie genau, wie hoch der Wahrheitsgehalt
ist, da Fritz Haarmann immer wieder merkwürdige Verhaltensmuster an den Tag
legt, was dem Gutachter sichtbare Mühen bereitet. Er versucht aber dennoch
die „Nuss“ zu knacken und Stück für Stück die Wahrheit ans Tageslicht
zu bringen.
Die schauspielerische Klasse, die beide Protagonisten, aber insbesondere
Götz George, an den Tag legen ist wirklich bemerkenswert. Es war sicherlich
nicht einfach der Rolle des Fritz Haarmann Authentizität einzuverleiben,
aber dem deutschen Ausnahmeschauspieler ist es in einer großartigen Weise
gelungen. Als Zuschauer kann man sich so ein gutes Bild davon machen, wie
der Mörder wohl wirklich war, wenn er von den Puppenjungs spricht oder
davon, wie er seine Opfer zerlegt hat. Aber auch Jürgen Hentschs Leistungen
sind nicht zu unterschätzen. Er spielt den Gutachter und das wirklich
bemerkenswert.
Die Kulisse für diesen Streifen wurde sehr schlicht gehalten und hat
sicherlich nicht für allzu hohe Kosten gesorgt. Für die Darstellung ist
das gewählte Besprechungszimmer aber völlig ausreichend und im
Zusammenhang mit den beiden Protagonisten wird auch eine gewisse Atmosphäre
versprüht.
Der Film ist nichts für Freunde des Splatters, da FSK 12, man darf aber
eine spannende, verstörende Unterhaltung genießen, die sich sicherlich
nachhaltig in die Hirnrinde brennt. Wer dann noch Lust hat sich ein nettes
Liedchen anzuhören, der kann es ja mal mit diesem hier, von der
amerikanischen Metal-Band „Macabre“, versuchen:
Mein liebes Kind, pass besser auf,
Fritz Haarmann sucht nach dir
Er wird dich aufschlitzen, dein Blut verspritzen
zum stillen der hungrigen Gier
Warte noch ein Weilchen,
warte noch ein Weilchen,
dann kommt Haarmann auch zu dir
Mit dem Hackebeilchen,
mit dem Hackebeilchen
macht er Leberwurst aus dir
Er lockte hungrige Jungen ins Haus
mit der Aussicht auf etwas zu essen
Er biss den Kindern die Kehlen durch
um sie anschließend aufzufressen |