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Oh Mi-sun tritt ihren neuen Job an, bei dem
sie als Begleitung im Nachtzug nach Seoul fungiert. Vor vielen Jahren hat
die junge Frau ihren Vater auf eben dieser Strecke verloren. Er war der
Zugführer und einer der über 250 Menschen, die ihr Leben an diesem Tag
verloren. Bei Nacht und regennassem Wetter startet der letzte Zug des Tages
pünktlich und alles sieht so aus, als würde die Fahrt ihren normalen Weg
gehen.
Dann aber kommt es zu einem unerwarteten Stopp. Der Zugführer sieht etwas
auf den Gleisen und macht eine unsanfte Notbremsung. Nach langen zehn
Minuten, die der Zug scheinbar grundlos gestanden hat, geht es dann weiter.
Doch nichts ist mehr wie es zuvor war. Mi-sun, das Personal und die
Fahrgäste scheinen in eine andere Zeit versetzt worden zu sein. Alles sieht
aus wie vor 20 Jahren. Auf einer Zeitung entdeckt Mi-sun das Datum vom 16.
Juli 1988 und kann die neue Situation nicht wirklich einschätzen. Ist alles
nur ein Traum? Oder ist in den 10 Minuten des Haltens etwas passiert, dass
sie in eine andere Zeit versetzt hat und merkwürdige Dinge geschehen
lässt? |
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Grusel aus Asien, ein Subgenre das in den
letzten Jahren sehr ausgelutscht wurde. Dennoch gibt es immer mal wieder
neuere Produktionen, die sich diesem Thema widmen. So auch der koreanische
Beitrag "Train Of The Dead", der zwar mit einer neuen Umgebung,
aber nicht mit neuen Mitteln der Darstellung des Grusels daherkommt. In
Asien gibt es offensichtlich noch Bedarf für neue Geisterstreifen, dem
geneigten Genre-Fan aus unseren Landen dürfte das Thema aber mittlerweile
zum Halse raushängen. Getreu dem Motto: Kennst die „Ring“, Ju-On“,
The Eye“ und Konsorten – Kennst Du alle. Was dann kommt ist nur noch
Durchschnittsware, geeignet für eine kurzfristige Unterhaltung. Und genau
da gliedert sich "Train Of The Dead" ein.
Aufgrund der neuen Umgebung, der interessanten Geschichte und soliden Art,
wie er in den Kasten gebracht wurde, ist er sehenswert. Es gibt einige
positive Aspekte und nette Ideen, die für eine gute Stimmung sorgen.
Langweilig wird es nur an manchen Stellen, meistens dann, wenn es
dialoglastig wird. Allerdings sorgt die solide Machart nur für wenig
Stimmung. Nicht alles wirkt glaubhaft wenn es in die Vergangenheit geht und
eine Gruselstimmung will nur allzuselten auftauchen. Zudem kommen die
Schock-Elemente wesentlich zu kurz. Vieles wird nur angedeutet und auch vor
langen schwarzen Haaren hat nicht jeder mehr Angst.
Die Charaktere sind nicht sehr durchleuchtet, was aufgrund der Anzahl an
verschiedenen Personen aber auch nicht verwundert. Oh Mi-sun wird gut
vorgestellt und erweckt Sympathien, was für den Verlauf des Films sinnvoll
ist. Problematisch ist das Mitwirken der verschiedensten Personen. Es gibt
nämlich einige kleine Handlungsstränge, die so recht keinen Sinn ergeben
wollen. Es wird etwas Spektakuläres gezeigt, man denkt sich das es sicher
wichtig ist und im Verlauf wird nicht wieder auf das Thema eingegangen. Das
sorgt natürlich für die eine oder andere Verwirrung.
Mit Spezialeffekten hält sich der Film ebenso zurück, wie mit den
angesprochenen Schock-Momenten. Und nicht alles ist gut anzusehen. Einiges
kommt offensichtlich aus dem Computer und wirkt nicht echt. Das hat
natürlich zum Nachteil das die Stimmung und somit auch die Atmosphäre
nicht glaubhaft respektive sonderlich dicht ist. Dies gilt zum Glück aber
nicht für alle Spezialeffekte, sondern nur einen überschaubaren Teil.
Insgesamt sind dir Trickeffekte gelungen, wenn auch etwas zu unblutig. Das
ausgesprochene FSK 16 ist auf jeden Fall sehr hoch angesetzt. Allerdings
macht es sich auch nicht sonderlich gut, wenn auf einem Gruselstreifen das
grüne Symbol mit der 12 haftet. Die Zielgruppe dürfte eine solche Freigabe
mit dem Nichtkauf bestrafen, denn man will sich ja schließlich ordentlich
gruseln.
An den Schauspielern gibt es prinzipiell nichts aussetzen. Die
unverbrauchten und unbekannten Gesichter bringen einen frischen Schwung in
die Geschichte und meist wirken die darstellerischen Leistungen glaubhaft.
Natürlich gilt das nicht für alle Beteiligten, die Tendenz ist aber eher
positiv als negativ. Etwas misslungen scheint in einigen Momenten, bei
einigen Charakteren die Synchronisation, die nicht so recht passen will.
Dafür kann der Film an sich aber natürlich nichts.
"Train Of The Dead" ist ein Mittelklasse-Gruselfilm, mit einem
neuen Outfit aber altbekannten Inhalten. Für einen nachhaltigen Verbleib im
Gedächtnis nicht zwingend geeignet, für eine kurzweilige, nicht so
gruselige Unterhaltung allerdings sehr wohl. |