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Der Psychiater
Quintus Ratcliff (Val Dufour) ist kürzlich von einer langen Reise
zurückgekehrt und sucht nun sofort seinen ehemaligen Lehrer Olinger
(Maurice Manson) auf, um ihn um Unterstützung bei einem waghalsigen
Experiment zu bitten. Im Ausland hat Quintus von einer Form der Hypnose
erfahren, die es möglich machen soll, die Versuchsperson in eine derart
tiefe Phase der Trance zu versetzen, dass diese sogar bis in ihre frühere
Leben hineinreisen könnte. Dies möchte Quintus an der Prostituierten Diana
Love (Pamela Duncan) testen. Nach einigen Bedenken willigt Olinger ein.
Zu Ratcliff's eigener Überraschung zeigt seine angewandte Hypnose Wirkung.
Diana's Geist reist in der Zeit zurück und landet im Körper von Helene,
welche als Hexe angeklagt in einem Kerker auf ihre morgige Hinrichtung
wartet. Mit vereinten mentalen Kräften gelingt Helene und Diane zwar die
Flucht, doch schnell wird Quintus und Olinger klar, was das zugleich
bedeutet. Zwar ist Helene's Leben gerettet, doch da sich die beiden
Wissenschaftler in die Vergangenheit eingemischt und die Geschehnisse aus
dem Gleichgewicht gebracht haben, bedeutet das den automatischen Tod von all
den späteren Reinkarnationen Helene's, sollte sie nicht bis zum nächsten
Tag den Tod finden. Um die Situation vielleicht noch zu retten, reist
Quintus selbst mittels Gehirnverlinkung ins Mittelalter zurück... |
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"The Undead" ist einer von diesen
mittlerweile in der Versenkung verschwundenen Horrorfilmen aus den 50ern,
der jedoch auch keinerlei Anspruch auf einen höheren Bekanntheitsgrad
erheben darf. Regie führte hierbei allerdings ein Mann, der in Fankreisen
durchaus bekannt ist, nämlich kein geringerer als Roger "B-Movie"
Corman. Der Gute wurde nicht nur durch seine Verfilmung einiger
Poe-Geschichten bekannt, sondern machte sich über die Jahre insbesondere
als Produzent und Regisseur von einer Vielzahl an billigen Trashmovies einen
Namen. "The Undead" gehört dabei mit Sicherheit zu seinen
schlechteren Auswürfen und wird von mir auch nicht mehr besprochen, als es
ein Film dieser Gattung verdient hätte.
Ob es im Interesse der Verantwortlichen war, aus dem Ganzen einen spannenden
Horrorfilm über Reinkarnation und die Faszination früherer Leben zu
erschaffen, ist außerordentlich fraglich, denn wenn man sich das Werk so
ansieht, bietet es im Grunde genommen alles, außer Horror, Grusel oder
Spannung. Das Grundprinzip der American International Pictures Produktion
ist alles in allem aber dennoch durchaus interessant. Eine Frau hat durch
Hypnose die Möglichkeit, ihre früheren Leben zu betreten. Dabei landet sie
letztendlich im Mittelalter, wo sie sich der damaligen Hexenverfolgung
ausgesetzt sieht.. Was sich nach einem Plot für spannende
Gruselunterhaltung anhört, wurde unter der Leitung von Corman leider zu
einem allzu verwirrenden Brei, dessen Story ich wohl nicht einmal
ansatzweise verstanden hätte, wenn ich mich im Voraus nicht gründlich
über das Werk informiert hätte. Die wirrsten Abstrusitäten werden von
"The Undead" als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt und so
springt der Streifen so schnell von Wendung zu Wendung, dass man schnell im
Begriff ist, den roten Faden zu verlieren.
Was sich dabei aber äußerst positiv herauskristallisiert, ist die
Tatsache, dass "The Undead" wesentlich unterhaltsamer, da
abwechslungsreicher, als viele andere Genreproduktionen der selben Ära
erscheint. Das Mittelalter wurde dank des geringen Budgets natürlich lange
nicht so echt dargestellt, wie man es aus heutigen US-Filmen kennt, doch
zumindest können die Kostüme der Adeligen und der Bauern für etwas
Atmosphäre sorgen. Ernstnehmen kann man den Streifen aber spätestens dann
nicht mehr, wenn uns klischeehafte Hexen mit langer Warzennase und der
Teufel mit Spitzbart präsentiert werden. Allerlei Monster werden der
Unterhaltung, nicht des Verstandes wegen in den Film gepresst, sorgen dabei
zwar für das eine oder andere Grinsen, nehmen dem Streifen aber jedwede
Möglichkeit, die Chancen des im Grunde genommenen tragischen Plots
auszuspielen. Dass der Film in nur 6 Tagen abgedreht wurde, sollte anbei
für sich sprechen.
Die zugrunde liegende Tragik des Ganzen ist nämlich die, dass Helene zwar
zuerst von ihrer Hinrichtung gerettet wird, sich im Anschluss aber selbst
das Leben nehmen muss, wenn sie nicht das Raum-Zeitgefüge durcheinander
bringen möchte. Würde sie nämlich überleben, würde dies den Tod all
ihrer späteren Existenzen bedeuten. Eine besonders eindringliche Szene ist
die, in der Helene geistig mit ihren späteren Ichs spricht und diese sie um
das Leben beten. In dieser Geschichte steckt also durchaus Potenzial, kann
aber bei einem auf Seelenfang gehenden, spitzbärtigen Teufel,
klischeehaften, hakennasigen Hexen, Gummifledermäusen und böse kichernden
Gnomen kaum ernst genommen werden. Corman hat einfach zu vieles in "The
Undead" hineingestopft, wodurch die Mittelaltergeschichte zwar
unterhaltsam, aber gleichzeitig auch absolut stupide und schwer zu verfolgen
wird.
Die Effekte bewegen sich dabei auf niedrigem Niveau, die Dialoge sind kaum
ernst zunehmen, einzig und allein die Schauspieler wissen zu gefallen.
Pamela Duncan erledigt ihre Sache als Helene, sowie Diane souverän und Val
Dufour darf den Wissenschaftler spielen, der heldenhaft selbst in die
Vergangenheit reist, um die Dinge wieder ins rechte Lot zu bringen. An den
Darstellern gibt es im großen und ganzen überhaupt nichts zu meckern.
Gut möglich, dass der Streifen vor mittlerweile 50 Jahren in den
US-Autokinos gut ankam, doch heutzutage spricht eigentlich nichts mehr
dafür, sich dieses Werk zu Gemüte zu führen. Selbst Liebhaber der 50er
Jahre Monsterfilm-Ära werden Mühe haben, dem abstrusen Plot des Films zu
folgen, der zudem nicht das halten kann, was er verspricht. Erfreulich ist,
dass "The Undead" kaum langweilt und nur wenige Längen aufweist,
doch richtigen Spaß wird vermutlich trotzdem niemand mit diesem
übertriebenen Mischmasch aus Monsterfilm und tragischer
Reinkarnationsgeschichte haben. |